Passionsspiele in die nächste Runde
Theaterkultur mit Stellenwert

Die Tirschenreuther Schauspielgruppe mit allen drei Bürgermeistern und Regisseur Stefan Tilch.
Kultur
Tirschenreuth
14.06.2017
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Spieleratssprecher Vinzenz Rahn, „wir haben den Mut, die Tirschenreuther Passion in oberpfälzer Mundart zu sprechen“.

Vor zwei Jahrzehnten sind in Tirschenreuth zum ersten Mal Passionsspiele verwirklicht worden. Beim Festakt zu diesem Anlass im Kettelerhaus ging es auch um die Premiere des "Oberpfälzer Jedermann" im Oktober.

(kro) Den hohen Stellenwert der Theaterkultur in der Kreisstadt verdeutlichte die Anwesenheit aller drei Bürgermeister - Franz Stahl, Peter Gold und Norbert Schuller. "Tirschenreuth ist eine Theaterstadt", so Stahl vor allem im Hinblick auf die Passionsspiele. Man gebe gerne Geld für Kultur aus. Dies sei nicht in jeder Kommune selbstverständlich. "Als Bürgermeister stehe ich hinter unseren vielfältigen kulturellen Veranstaltungen". Der Stadtrat ziehe geschlossen mit.

Stahl erinnerte an 1997, als auf Wunsch von Regisseur Johannes Reitmeier zum ersten Mal die Tirschenreuther Passion aufgeführt wurde. Die Stadt habe seinem Wunsch gerne entsprochen. "Die Tirschenreuther Passion ist eine kleine Passion, die dennoch alle wichtigen Züge eines großen Volksschauspiels trägt", zitierte Stahl den Regisseur. Tirschenreuth wolle sich nicht messen mit den Darstellungen in Oberammergau oder in Erl. Dennoch sei diese Passion eine Besonderheit; es werde in Oberpfälzer Mundart gesprochen. Stahl lobte das große ehrenamtliche Engagement aller Schauspieler und die Arbeit im Hintergrund - im Bereich Ton und Technik, Maske und Kostüm sowie Regieassistenz und Produktionsleitung.

Vinzenz Rahn verwies darauf, dass er als Europassions-Beauftragter europaweit schon rund 50 Passionsspiele besucht habe. "Ich kenne mittlerweile schon sehr viele. Wir sind eine riesengroße Familie". Tirschenreuth genieße einen sehr guten Ruf, auch dank Regisseur Johannes Reitmeier. Viele fragten, wie sich die Stadt solch einen Regisseur leisten könne. Rahms launige Antwort jeweils darauf: "Der Reitmeier kann sich uns leisten." Stefan Tilch würdigte die Verbindung aller in Tirschenreuth. Die Inspiration für das Musical "Jesus Christ Superstar" habe sich der Intendant des Landestheaters Niederbayern von der Tirschenreuther Passion mitgenommen, so der Spielleiter. Tilch ging auf den "Oberpfälzer Jedermann" ein, der am 21. Oktober Premiere feiern werde. Ausstattungsmäßig sei noch alles vorhanden. Er werde frisch und vorbehaltlos auf die einzelnen Szenen eingehen. Die Proben sollen, wie es hieß, Anfang September beginnen. "An der Besetzung werde ich festhalten, es wird sich nichts ändern." Spielleiter Stefan Tilch weiter: "Bei Jedermann kann jedermann mitmachen." (Info-Kasten)

Im Jahre 2020 Europassion in TirschenreuthBürgermeister Franz Stahl wies bei dem Empfang im Kettelerhaus darauf hin, dass Tirschenreuth im Jahre 2020 Ausrichter des Europassions-Kongresses sei. Rund 200 Gäste aus Europa werden dazu in der Kreisstadt erwartet. "Das wird ein großer Ereignis", sagte auch Spielerratssprecher und Europassions-Beauftragter Vinzenz Rahn. Schon vor Jahren habe sich Tirschenreuth dafür beworben - auch vor dem Hintergrund des laufenden Seligsprechungsprozesses der Konnersreuther Resl. Man habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dieser bis 2020 erfolgreich abgeschlossen sei. (kro)
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