24.10.2016 - 15:02 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Proben für Tirschenreuther Theater gehen in die Endrunde Mit Elvis gut im Zeitplan

Während Tirschenreuth am Sonntag groß Kirchweih feiert, wird im Kettelerhaus angestrengt gearbeitet: Die Proben für das Theaterstück "Servus King" gehen schon in die Endrunde.

Bei der Kirwa im fiktiven Winzingsried wird ausgelassen getanzt. Was aber bei den Aufführungen für die Theaterzuschauer im Kettelerhaus leicht und locker wirkt, muss im Vorfeld intensiv geprobt werden. Bild: ubb
von Ulla Britta BaumerProfil

Bald wissen es auch die Statisten, die am Sonntag erstmals an den Proben teilnehmen: Theaterspielen kann ziemlich anstrengend sein. Dabei ist Daniel Grünauer kein strenger Regisseur. Seine Truppe bekommt regelmäßig "mehr Zuckerbrot als Peitsche". Das motiviert. Der Nachmittag beginnt mit Aufwärmübungen. Darauf legt Regieassistentin Katharina Stark viel Wert. "Kommst du bitte auch?", ruft sie Florian Winklmüller zu.

Er mimt im Stück, in dem es sich um Elvis Presleys Aufenthalt in Grafenwöhr dreht, den Bürgermeister Hubmann im kleinen fiktiven Dorf Winzingsried. "Keine Zeit, ich muss Amtsgeschäfte machen", hat Winklmüller die passende Antwort parat. Katharina Stark nimmt's gelassen, alle lachen. Damit ist das Eis für die Neulinge, die noch etwas unsicher mit Lampenfieber kämpfen, ein wenig gebrochen.

Winklmüller hat nicht geflunkert. Als Vereinsvorsitzender des Modernen Theaters hat er momentan alle Hände voll auch mit Organisatorischem zu tun. Zwar wird das Tirschenreuther Theater längst als "semiprofessionell" gehandelt, dennoch steckt für die ehrenamtlichen Schauspieler mehr Arbeit als "nur" die Bühnenpräsenz dahinter. Vom Mitbringen eigener Kleidung als Kostüm bis zur Requisitenbeschaffung oder dem Aufräumen nach der Probe wird alles gemeinsam gemeistert. Gut, dass in Tirschenreuth ein eingespieltes Team aus langjähriger Erfahrung schöpft.

Erfahrungswerte sind ebenso wichtig fürs Geschehen hinter den Kulissen: Während die Jungs der Theaterband "Buddyboys" die Gitarren stimmen, werkelt Anton Beer am Bühnenbild. Zurückhaltend-futuristisch, hat sich die Regie gewünscht, soll es sein. Entworfen hat es Bühnenbildner Pascal Seibicke aus Hamburg. Nun gilt es, dessen Konzept ins Material "zu gießen". Die kastenartig anmutende Wand aus finnischer Kiefer baut Beer ganz allein in seiner privaten Werkstatt auf. Drei Wochen ist er bereits damit beschäftigt, hängt täglich zum Beruf drei Arbeitsstunden an und opfert seine freien Wochenenden.

Am 5. November ist Premiere, die Hauptproben werden noch hart. Grünauer kann seine Truppe aber beruhigen: "Wir sind schon sehr weit!", sagt er am Sonntagabend bei der Endbesprechung. Ein wenig erschöpft nehmen die Darsteller diese Nachricht gerne entgegen. Immerhin liegen sechs Stunden intensives Proben hinter ihnen. Nicht jeder ist zu diesem Zeitpunkt zufrieden mit sich und seiner Rolle.

Auch Grünauer will's besser wissen. Er schlägt vor, die erste Szene, "Kirwa in Winzingsried", ein weiteres Mal durchspielen. Demokratisch wird abgestimmt, elf sind dafür, acht dagegen. Alles noch einmal auf Anfang: Fröhlich wird auf der Bühne in Dirndl und Tracht gefeiert, während Bürgermeister Hubmann (Florian Winklmüller) seine liebe Not hat, die Interviewfrage einer Rundfunkreporterin zu beantworten, ob Elvis Presley denn zum Fest komme. Elvis? Wer ist das denn? Hubmann hat von dem Weltstar noch nie etwas gehört, blamiert sich und rennt deshalb vorsichtshalber davon.

Wie es weitergeht in Winzigsried mit Elvis, seinen jungen Fans und der über diese Musik entsetzten, älteren Generation wird nicht verraten. Wer's erleben möchte: Es gibt noch Karten zu den Vorstellungen im Kettelerhaus.

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