02.08.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Tanzfest am See: Walzer, Polka und Dreher im Fischhofpark

Vor 45 Jahren hat der damalige Kreisheimatpfleger, Kaplan Josef Renner, nicht nur mit den Sänger- und Musikantentreffen im Landkreis begonnen, sondern sich auch eingesetzt für den Erhalt der alten Tanztraditionen und Tanzformen und somit das offene Tanzen eingeführt. Das heißt, jeder kann sich beteiligen und muss keiner Tanzgruppe oder einem Heimatverein angehören bzw. Tänze einstudieren für Auftritte, sondern kann tanzen aus "Spaß an der Freud" und zum Erhalt der Tradition. So kann auch der sogenannte Tanzkreis auf sein 45-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass fand jetzt das "Tanzfest am See" im Fischhofpark statt. Dazu sandten auch Landrat Wolfgang Lippert sowie Bürgermeister Franz Stahl ihre Grüße und wünschten ein gutes Gelingen.

Das "Tanzfest am See" begeisterte Tanzfreunde aus der Region und zog auch zahlreiche Schaulustige an. Bild: exb
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Früher wurde bei Dorffesten oder Gartenfesten immer im Freien eine Tanzbühne aufgestellt, eine sogenannte Bruck und deshalb sprach man vom "Brucktanz". Aufgespielt hat dabei immer die örtliche Blasmusik bzw. eine Tanzlmusi. Für diesen offen Tanzabend eignete sich die Terrasse des Seerestaurants hervorragend. So kam eine Stimmung wie früher auf. Das herrliche Sommerwetter lockte auch viele Neugierige ins Freie. Man war der Meinung: "Petrus muss ein Freund des offenen Tanzes gewesen sein!"

Die Tanzfreunde ließen natürlich keinen Tanz aus, während sich die Neulinge etwas schüchtern verhielten. Den Kindern machte es sichtlich Spaß, sich mit Mama oder Papa nach der Musik zu drehen oder zu klatschen. Walzer, Polka, Dreher oder Boarischer sind einfache Tänze aus Wechsel-, Geh-, Nachstell- oder Drehschritten. Da und dort wurde mal eine Figur mit eingebaut. Der wohl bekannteste Tanz dürfte der Siebenschritt sein - nach der Melodie aus Humperdings "Hänsel und Gretel" - "Schwesterchen komm tanz mit mir ... einmal hin, einmal her rundherum, das ist nicht schwer". Das also ist der Grundschritt für einen Boarischn, eine Bayerische Polka einen Rheinländer oder, wie ihn die Älteren oft bezeichneten, "an Hinawieder". So verging dieser Abend wie im Flug.

In den Tanzpausen waren alle Anwesenden aufgefordert, die bekannten Volkslieder wie "Die Gedanken sind frei", "Horch was kommt von draußen rein" usw. mitzusingen. Viktor Ehlscheidt begleitete die Lieder auf dem Akkordeon. Er hatte auch mit seiner Tanzlmusi die Tänze aus alten Notenhandschriften zusammengestellt. Die Abschlussrunde bildete für alle der Familien-Walzer, wobei man mit jedem im Kreis einmal zum Tanzen kommt. Der letzte Tanz war ein Reigen zum Lied "Ade zur guten Nacht".

Der nächste "Offene Tanz" ist der Kirwatanz am 16. September auf der Burg Falkenberg. Dabei werden sich vielleicht schon ein paar mehr Mutige trauen, mitzutanzen. Spielen werden die "Haastaaz-Musikanten".

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