Böllerschützen weihen neue Vereinskanone ein - Einsatz auch zur Gartenschau geplant
"Wulfenstoa"-Donner und Gewitter

Gut beschirmt segnete Stadtpfarrer Georg Flierl im strömenden Regen die neue Vereinskanone, die nur kurz zum Einsatz abgedeckt wurde. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
06.05.2013
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"Die Macht der Natur ist doch stärker als die des Menschen", sagte stellvertretender Bürgermeister Peter Gold bei der kirchlichen Segnung der neuen Kanone der Böllerschützen. Zum Glück war beim idyllisch gelegenen Naturdenkmal "Wolfenstein" bei Hohenwald ein kleines Zelt aufgebaut, denn der Regen prasselte unaufhörlich nieder. Ein Gewitter mit starken Blitzen begleitete den Festgottesdienst.

In den hinteren Reihen des proppevollen Zeltes konnte man Stadtpfarrer Georg Flierl gar nicht mehr verstehen, so stark war der Regen. Beim anschließenden Festakt nahm der Vorsitzende der Böllerschützen, Martin Hager, dann ein Megafon zu Hilfe, um sich Gehör gegen die Macht der Natur zu verschaffen. Nach einer kurzen Pause ließ der Regen etwas nach, so dass aus der Salutkanone doch noch zwei Schüsse abgegeben wurden, die einen enormen Knall erzeugten.

Den Feldgottesdienst zelebrierte Stadtpfarrer und Dekan Georg Flierl, ehe er die neue Kanone und die weiteren Utensilien der Tirschenreuther Böllerschützen segnete. Angesichts des begleitenden Gewitters meinte er augenzwinkernd: "Vielleicht sollten wir in Zukunft keine gemeinsame Schirmherrschaft mehr von Kirche und Stadt machen."

Martin Hager freute sich über den großartigen Besuch. Neben einigen Stadträten waren auch Vertreter des Trachentvereins "D'Werdenfelser", der Reservisten und der Bundeswehr gekommen. Hager wies darauf hin, dass mit dem Böllerschießen ein altes Brauchtums gepflegt werde, das nachweislich seit dem 14. Jahrhundert ausgeübt werde. "Der Aberglaube war Auslöser für dieses Tun. Mit dem Lärm sollten Dämonen und ähnliche Gestalte vertrieben werden."
An den bedeutendsten Rauhnächten sei es früher üblich gewesen, dass geschossen wurde. In Tirschenreuth, so Hager, habe das Böllern und Lärmmachen noch eine sehr kurze Tradition, erst seit 2009. Mit der neuen Vereinskanone namens "Wulfenstoa-Donner" werde man aber in der Kreisstadt in Zukunft unüberhörbar sein. Hager dankte vor allem der Famile Grassy, die mehr als 230 Arbeitsstunden in diese neue Kanone investiert habe. Sein Dank galt auch der Familie Zeitler für die Holzspende. Abschließend überreichte er an die Böllerschützen-Kommandanten der Feuerstutzengesellschaft Windischeschenbach eine neue Kartusche.

Zweiter Bürgermeister Peter Gold, der die Grüße der Stadt übermittelte, bezeichnete die Salutkanone als wahres Schmuckstück. Sein Dank galt den Machern für ihre akribische Arbeit. Mit dieser Kanone könne man künftig große und freudige Ereignisse sehr lautstark ankündigen und kundtun. Bei der Eröffnung der Gartenschau werde das neue Gerät ebenfalls zum Einsatz kommen. Gold zollte den Böllerschützen für ihre Arbeit großen Respekt und Anerkennung: "Ihr seid in Tirschenreuth zu einer Institution geworden."
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