Bundesverdienstmedaille an Roswitha und Hubert Spörrer sowie Rolf Heindl für großes Engagement
Pflege kennt keinen Tag Pause

Lokales
Tirschenreuth
15.04.2013
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Seit 26 Jahren sind Roswitha und Hubert Spörrer für ihren pflegebedürftigen Sohn da, und zwar rund um die Uhr. Seit zwei Jahrzehnten stellt Rolf Heindl sein ehrenamtliches Engagement ganz in den Dienst von Behinderten. Diese drei Landkreisbürger bekamen nun als besonderes Dankeschön für ihren außergewöhnlichen Einsatz die Bundesverdienstmedaille.

Landrat Wolfgang Lippert überreichte im Auftrag des Bundespräsidenten an das Ehepaar aus Pullenreuth sowie an den Neusorger die Auszeichnungen mit Urkunden, unterschrieben von Joachim Gauck. Lippert verwies darauf, dass jedes Gemeinwesen solch hervorragende Beispiele brauche. Für die Jugend solle dieses Engagement als Vorbild dienen. Es erfülle ihn mit großem Stolz und Freude, dass es im Landkreis viele Bürger gebe, die Herausragendes leisten.

Roswitha und Hubert Spörrer betreuen ihren Sohn Volker schon seit 26 Jahren. Seit einem tragischen Unfall im Oktober 1986 ist er in nahezu allen Situationen auf häusliche Pflege angewiesen. Die Betreuung rund um die Uhr reicht von der Körperpflege bis zur Nahrungsaufnahme. Das Ehepaar, so der Landrat in seiner Laudatio, teile sich die Betreuung des Sohnes, der in seiner Hilflosigkeit ständig auf Begleitung, Sicherheit, Schutz, Vertrauen und vor allem auf Zuwendung angewiesen sei. "Sie ordnen dabei ihr Leben den Bedürfnissen ihres Sohnes unter. Die Pflege ist nicht an bestimmte Zeiten gebunden und kennt kein freies Wochenende." Das Ehepaar Spörrer stelle sich seit vielen Jahren vorbehaltlos dieser enormen Aufgabe und sei bei der täglichen Betreuung oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit gestoßen. 1992 erhielten die beiden Pullenreuther schon die Pflegemedaille und eine Ehrenurkunde.
Rolf Heindl aus Neusorg hat seine ehrenamtliche Arbeit den Behinderten verschrieben, speziell dem Wohnheim der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung der Kreisvereinigung Marktredwitz-Selb-Wunsiedel. Der Kontakt entstand durch seine Schwester, die seit 1988 in der Lebenshilfe-Werkstätte beschäftigt ist. Nach enorm viel Aufbauarbeit wurde 1995 der Eltern- und Angehörigenbeirat gegründet. Dort war Heindl zwölf Jahre stellvertretender Vorsitzender, ehe er 2007 das Amt des Vorsitzenden übernahm. Seitdem leitet er auch den Förderverein. "Rolf Heindl ist ein Mann der Tat und der Praxis. Dies zeigte sich beispielsweise 2008, als die Lebenshilfe eine weitere Wohngruppe eröffnete und der Umzug für neun Personen anstand. Schnell und unbürokratisch organisierte er aus seinem privaten Umfeld freiwillige Helfer, Handwerker und Monteure", würdigte der Landrat.

Dank dieser umfassenden externen Hilfe konnten sich die Mitarbeiter des Heimes voll und ganz auf die Betreuung der Behinderten konzentrieren. Heindl steigerte durch seine Aktivitäten sowohl die Mitgliederzahlen im Förderverein als auch das Spendenaufkommen enorm. Beachtliche Summen stammten auch aus Benefiz-Veranstaltungen von Vereinen, mit denen der Geehrte in Verbindung steht.
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