Der Schuss auf den Rehbock nach dem 15. Oktober soll auch weiterhin rechtlich verfolgt werden
Jäger gegen Schonzeit-Aufweichung

Zahlreiche Ehrungen für 25, 40, 50 und 65 Jahre Treue konnte der Kreisjagdverband Tirschenreuth vornehmen. Im Bild die anwesenden Geehrten mit (links vorne) Vizepräsident Dr. Günther Baumer, Karl Platzer, Engelbert Weiß, Hans Härtl, Kreisvorsitzender Hubert Rustler; hinten: Wolf Rößler, Helmut Schrems, Hubert Männer, Rudi Götz, Hubert Platzer, Gerhard Sieber, Ferdinand Köstler und Peter Kohel. Bild: wg
Lokales
Tirschenreuth
16.04.2013
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"Mit uns wird es keine Entkriminalisierung von Abschüssen in der Schonzeit geben." Dr. Günther Baumer, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, war in der Jahresversammlung der Tirschenreuther Jäger im Gasthof Kühn strikt gegen eine Aufweichung der Jagdzeit beim Rehbock.

Die endet zwar am 15. Oktober. Nach einer Verfügung von Minister Helmut Brunner soll ein Vergehen dagegen aber nicht mehr als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Der Referent wandte sich auch gegen Forderungen zur Nachtjagd auf Reh- und Rotwild. Dr. Baumer verwies auf Gutachten, wonach das Schalenwild im Winter den Stoffwechsel runterfährt. Eine Beunruhigung der Tiere steigere nur den Verbiss. Auf Freizeitaktivitäten wie Geocaching oder Schneeschuhwandern in der Nacht zählte Dr. Baumer dazu.

Der Vizepräsident verwies auf Tuberkulosefälle bei Rindern und Rotwild im Allgäu, was jetzt zu Untersuchungen im ganzen Alpenland zur Folge habe. 1600 Stück Rotwild müssten geschossen werden. Strikt wandte sich Dr. Baumer gegen Abschüsse im Gatter zu diesem Zweck. "Da bricht oft Panik aus, brechen ganze Rudel durch."

Nachdem das Bläserkorps die Versammlung musikalisch eröffnet hatte, ließ Kreisvorsitzender Hubert Rustler das vergangene Jahr mit seinen vielfältigen Aktionen nochmals Revue passieren. Intensiviert werden soll das jagdliche Schießen. Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Wildbretvermarktung. Der Vorsitzende erinnerte auch an die Aktion "Blühflächen", die vom Landesverband gefördert werde. Die diesjährige Hegeschau findet in Friedenfels statt.
Mit einem Geschenk bedankte sich Rustler beim ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Gerhard Sieber für die über 20-jährige Mitarbeit in der Kreisgruppe. Nach dessen Rücktritt als Schatzmeister wurde zwar eine Nachfolgerin gewählt, die aber ihr Amt dann nicht antrat. Deshalb übernahm Rustler selbst die Kasse für die 270 Mitglieder.

In der Versammlung wurde nun Hubert Schnurrer aus Waldsassen zum neuen Schatzmeister gewählt, auch wenn er selbst kein Mitglied der Kreisgruppe ist. Aber das Präsidium hat diese Lösung bereits abgesegnet. Dass heuer die Mitgliedsbeiträge für zwei Jahre abgebucht werden, führte bei einigen Anwesenden zu Verärgerung. Einstimmig genehmigt wurden 400 Euro als Zuschuss für die Hundeausbildung.

Bekannt gegeben wurden noch zwei Schießtermine: am 27. April auf der Betzenmühle bei Tirschenreuth von 8 bis 12 Uhr und am 29. April von 18 bis 21 Uhr am Friedenfelser Schießstand. Die Hegeschau findet am 27. April in Friedenfels statt, Gehörne sind von 10 bis 12 Uhr anzubringen, ab 14 Uhr Ausstellung mit Vortrag von Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg. Für das Wildtiermonitoring können Formulare im Internet heruntergeladen werden, "das hilft den Wildbestand zu kartieren". Mit Kalendern des Jagdverbandes sollen heuer alle 3. und 4. Klassen versorgt werden, außerdem werden Aktivitäten mit Schulklassen auf Antrag gefördert.
Peter Hamm verwies noch auf die Landesgartenschau, wo die Jäger mit den Jagdhornbläsern am 2. Juni mit verschiedenen Aktivitäten vertreten sind.

Kormoranbeauftragter Tobias Küblböck berichtete von starken Zuflügen der Wasserraben in den vergangenen Wochen in den Waldnaabauen. Wegen des schlechten Wetters hätten die Durchzügler, hier Rat gemacht und massive Schäden verursacht. Für den Landkreis Tirschenreuth sei bereits ganzjährig der Abschuss erlaubt mit Ausnahme der Vogel- und Naturschutzgebiete.

"Der Jäger ist der wichtigste Partner bei der Kormoranvergrämung, Sie sollten das als Chance sehen und die Jagdgenossen unterstützen", appellierte Küblböck an die anwesenden Teichwirte. "Der Artenvielfalt in den Fließgewässern wäre damit sehr geholfen." Ein Teichwirt wusste von mehr als 500 Kormoranen derzeit im Landkreis.
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