24.01.2004 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Einführung der R6 hat dem Landkreis jede Menge Geld gekostet "Die Sache ist gegessen"

Nicht so recht einverstanden mit dem Schreiben von Monika Hohlmeier war der Kreisausschuss. Die Kultusministerin hatte in ihrer Antwort auf eine Resolution des Kreistags zur Übernahme der Mehrkosten bei der Einführung der R6 strikt abgelehnt.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Von der Behauptung, die R6 sei kostenneutral umzusetzen, wollte die Ministerin nichts wissen. Der Entscheidung sei ein zwischen Kultus- und Finanzministerium abgestimmtes Kostenmodell zugrunde gelegen, das einen Einführungszeitraum bis 2006 vorgesehn habe. Die Mehrkosten seien durch die auch von den Landkreisen geforderten Beschleunigung der Schulreform bis 2003 entstanden.

Während CSU-Sprecher Toni Dutz die finanzielle Umsetzung als "nicht gerade ein Glanzstück" bezeichnete, meinte Karl Haberkorn: "Die Sache ist gegessen. Sie hat uns jede Menge Geld gekostet." Dabei betonte der Landrat, der Landkreis habe der Einführung der R6 nur zugestimmt, "weil behauptet worden ist, das kostet uns nicht viel". Und auch die Schulleiter hätten gesagt, "das bringen wir unter".

Völlig unbefriedigend war für Wolfgang Lippert der Hinweis der Ministerin, die Kosten seien zu einem "nicht unwesentlichen Teil der Bewältigung der demografisch bedingten Zunahme der Schülerzahlen zuzurechnen". Meinte der Freie Wähler dazu: "Da dreht sich das Fahnerl im Wind grad so, wie man es braucht." Während Lippert mit der R6 die Hauptschule ausbluten sah, machte Engelbert Meier (CSU) dafür schon auch den Geburtenrückgang verantwortlich.

Toni Dutz sah die R6 nur als Teilaspekt. "Der Katalog der Grausamkeiten ist noch viel größer." Sein angeregtes Gespräch mit den Abgeordneten fand durchaus die Zustimmung des SPD-Kreisvorsitzenden Rainer Fischer. Der beurteilte Resolutionen nach mittlerweile rund 15 Eingaben an Bund und Land als "Dreilos-Verfahren": "Formlos, fristlos, zwecklos."

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