Friedrich Fischer zeigt umfangreiches Werk im Museumsquartier - Palette von Öl bis Aquarell
Fischers Fritz malt frischen Fischhof

Lokales
Tirschenreuth
27.11.2011
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"Das müssen heute aber ganz besonders wertvolle Bilder sein, weil so viel Polizei anwesend ist", bemerkte Bürgermeister Franz Stahl bei der Ausstellungseröffnung mit Werken von Friedrich Fischer im Alois-Hörmann-Saal im Museumsquartier.

Fischer zeigt bei seiner bisher größten Einzel-Präsentation 95 Werke. Er verblüfft mit einem breitgefächerten Repertoire unterschiedlicher Techniken und einer immensen Motiv-Vielfalt. Der Polizeiangestellte hatte natürlich seine Chefs und Kollegen eingeladen, deshalb das große Polizeiaufgebot bei der Vernissage.

Stetig wachsende Szene

Als "schon fast dramatisch, im positiven Sinn" bezeichnete der Bürgermeister die ständig wachsende Kunstszene der Kreisstadt. Fast wöchentlich werde irgendwo eine Ausstellung eröffnet. Augenfällig dabei sei die fantastische Qualität. Friedrich Fischer sieht sich selbst gar nicht als Künstler im allgemein verstandenen Sinn. "Ich male, weil es mir Freude bereitet. Und es freut mich, wenn anderen meine Bilder gefallen", ordnet er seine Beziehung zur Malerei nüchtern ein. Gelernt hat Friedrich Fischer den Beruf des Industrie- und Großhandelskaufmanns. Ob Öl, Aquarell, Acryl, Bleistift oder Kohle, er versteht es, fast mit allen Techniken umzugehen. Seine Lieblingsmotive sind Stadtansichten, Landschaften, Wildmotive und Stillleben. Am stärksten fasziniert ihn die Ölmalerei, weil dabei die höchste Farbbrillanz erreicht werden könne. Schwarze Farbe aus der Tube kommt bei Friedrich Fischer nie auf die Leinwand. Oft mischt er nur Komplementär-Farben und Weiß oder verwendet ausschließlich die Primärfarben Rot, Gelb und Blau mit Weiß. Letzteres ist bei seinen Aquarellen immer das Papier selbst. Weder will er fotorealistisch malen, noch Dinge so sehr abstrahieren, dass sie erklärungsbedürftig werden. Ein paar "Mal-Gene", meint Fischer, habe er wohl vom Vater geerbt. Der war Designer und Graveur.

Leihmaler an der Schule

Manchmal bekam er von ihm einen ausgedienten Pinsel, Farbe und Papier und durfte mitmalen. In der Schule sei er des öfteren als "Leiharbeiter" in andere Klassen geschickt worden, um zu gegebener Zeit Osterhasen, Nikoläuse oder Christbäume an die Tafel zu malen.

Mit Beginn der Lehrzeit brachten das "schwache Geschlecht", "Beatles" und "Rolling Stones" sowie das Militär die Malerei zum Erliegen. Als leidenschaftlicher Musiker spielte Friedrich Fischer fast 35 Jahre als Gitarrist in verschiedenen Bands. Bei der Bundeswehr war er in der "Tanz-Band" der damaligen Jägerbrigade 10 aktiv. Der passionierte Jäger war Mitglied im Jagdhorn-Bläser-Corps. Dass die Vernissage musikalisch perfekt über die Bühne ging, war den Pianistinnen Anna-Katherina Kurzeck und Katharina Remold von der Kreismusikschule zu verdanken.

Eine schwere Krankheit machte Fischers Aktivitäten auf einmal zunichte. Während der Genesungsphase fiel ihm der amerikanische Maler Bob Ross mit seiner Sendung "The Joy of Painting" auf.

Inspiriert von Bob Ross

Das sei wahrscheinlich die Initialzündung gewesen, selbst wieder zu Pinsel und Leinwand zu greifen. Seit 2005 ist Fischer bei den Tirschenreuther Kunstschaffenden. In zwei Monaten geht er in Pension: "Dann werde ich sehr viel malen!" Die sehenswerte Ausstellung ist noch bis 23. Dezember dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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Weitere Bilder im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/fischersfritz
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