Handwerk statt industrieller Massenproduktion - Jubiläum des Fleischergehilfenvereins
Nachwuchs Perspektive geben

Langjährige Mitglieder ehrte der Fleischergehilfenverein. Dazu gratulierten Vorsitzender Klaus Hertwig (sitzend links) sowie (stehend von rechts) Bürgermeister Roland Grillmeier und Kammerpräsident Hans Stark. (jr) Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
25.04.2013
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"Du bist das Herz und die Seele des Fleischergehilfenvereins", sagte Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier. Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Klaus Hertwig an der Spitze. Mit einem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche und Ehrenabend im Kettelerhaus feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen.

Hauptzelebrant und Prediger beim Festgottesdienst war Stadtpfarrer und Dekan Georg Flierl. Musikalisch feierlich umrahmt wurde der Gottesdienst von Solistin Brigitte Kreuzer. Dabei wurde die von Lisbeth Hertwig gestiftete Jubiläumskerze geweiht.

Beim Ehrenabend bekundeten auch Bürgermeister Franz Stahl und Bezirksrat Toni Dutz ihre Verbundenheit mit den heimischen Metzgern. Kammerpräsident Hans Stark dankte Klaus Hertwig für dessen Lebensleistung. Stark, im Hauptberuf Schreiner, nannte das Handwerk "die Wirtschaftsmacht von nebenan". Lob galt dem Verein für sein Traditionsbewusstsein und seinen Gemeinschaftsgeist.

Der Sprecher zeigte sich überzeugt, "dass Handwerk hat auch heute noch goldenen Boden hat". Das traditionelle Metzgerhandwerk bilde den Gegenpol zur industriellen Massenproduktion. "Metzger stellen individuelle Produkte her, kreieren regionale Spezialitäten und stärken die heimische Wirtschaft". Im Bereich der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz sei die Zahl der Betriebe weiter rückläufig. Waren es 1992 noch 1015 Betriebe, so zählte die Statistik 20 Jahre später nur noch 963. Auch wenn die Zahl der Meisterprüfungen relativ konstant blieben, so ging es bei den Gesellen rapide bergab. Im vergangenen Jahr legten nur noch 107 die Prüfung ab.
. "Wir müssen die jungen Leute bestärken, ihr Glück in einem traditionellen Handwerksberuf zu suchen. Die Zukunftsaussichten im ostbayerischen Handwerk sind so gut,wie schon lange nicht mehr".

Kreishandwerksmeister Karl Arnold war stolz auf den Metzgergehilfen-Verein. "Auch beim momentanen Facharbeitermangel steht das Handwerk zu seinen Verpflichtungen gegenüber der Jugend." Arnold forderte die älteren Kollegen auf, ihre Erfahrungen weiterzugeben. "Das kann kein Computer ersetzen."

Roland Grillmeier sah gerade in Mitterteich, dem sitz des Metzgergehilfen-Vereins eine große Tradition in diesem Handwerk. 1930 waren es acht Betriebe und 2002 immer noch vier, die auch mit Partyservice und Catering neue Märkte erschließen. Grillmeier wusste von Bürgermeisterkollegen aus Oberbayern, die oftmals beklagten, dass es in ihren Orten keinen Metzger oder Bäcker mehr gibt. "Setzen wir weiter auf unsere heimischen Betriebe am Ort."

Obermeister Toni Landgraf verhehlte nicht, dass das Metzgerhandwerk unter Nachwuchsmangel zu leiden hat. "Wir müssen die jungen Leute wieder mehr begeistern." Für den Oberpfälzer Handwerksverband gratulierte Vorsitzender Hans Winkler, für den Paten, dem Fleischergehilfenverein Weiden, Vorsitzender Hans Kärner.
Abschließend wurde noch eine Reihe von langjährigen Mitgliedern geehrt. Zehn Jahre und länger dabei sind Andreas Grillmeier, Gisela Hartwich, Hartmut Knopf, Toni Landgraf, Max Rubenbauer, Andreas Landgraf und Gerhard Günthner. 20 Jahre dabei ist Hermann Malzer. Seit dreißig Jahren dabei sind Karl Schöner, Josef Bauer, Gabriele Grillmeier, Margit Krasser, Rosa Neudert, Josef Burger, Karl Fischer, Josef Haberkorn, Hubert Riedl, Alfred Geyer, Adolf Schiffmann, Helga Gran, Willibald Neudert, Helga Weiß und Hans Krieger.
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