11.08.2014 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kormoranmanagement in der Waldnaabaue bekommt starken Aufwind Für Fischzüchter ist er der Leibhaftige

Brütende Kormorane sind für jeden Fischzüchter das blanke Grauen. Bild: tr
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Das Kormoranmanagement in der Waldnaabaue kommt in Bewegung. Bei einem Gespräch im Landratsamt hat sich jetzt eine Lösung abgezeichnet, die Umweltministerium, die Landesämter für Fischerei, Umweltschutz, Höhere Naturschutzbehörde sowie Jäger und Teichwirte als probates Mittel erachten, um den "Schwarz-Fischer" in Schach zu halten. "Zonen-Management" heißt das Zauberwort. Es geht dabei um den bisher nicht abgedeckten Zeitraum vom 16. Januar bis 31. August.

Koordinierte Vergrämung

"Das ist wie bei einer Ampel", erklärt der Kormoranbeauftragte Tobias Küblböck. In den grünen Zonen sei unbegrenzter Abschuss möglich, in den gelben nur eine begrenzte Schusszahl zulässig und in den roten darf überhaupt nicht geschossen werden. Letzteres seien die Gebiete, in denen störungsanfällige seltene Tiere ihre Jungen großziehen.

Zentrale Bedeutung für das Gelingen des Kormoranmanagements habe auch die koordinierte Vergrämung an den Schlafplätzen, sagt der Experte. Wer Schlafplätze entdeckt, soll sie direkt bei ihm melden. Telefon: 09193/5 08 90 14. Als europäische Vogelart ist der Kormoran besonders geschützt. Er unterliegt nicht dem Jagdrecht. Seit 1996 existiert eine artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung. Danach darf er vom 16. August bis 14. März im Umkreis von 200 Metern um ein Gewässer geschossen werden.

Die Ausnahme gilt nicht in Vogelschutzgebieten. Nach der Allgemeinverfügung der Bezirksregierung dürfen Kormorane im Vogelschutzgebiet Waldnaabaue vom 1. September bis 15. Januar erlegt werden.

Die Probleme, die der Vogel den Teichwirten bereitet sind hinlänglich bekannt. Fällt ein Schwarm in einer Teichanlage ein, ist das der Gau. Hans Klupp vom Fisch-Erzeugerring Oberpfalz bezeichnet die Zonen-Lösung als Schritt in die richtige Richtung. Von den Fischzüchter-Kollegen und der Jägerschaft fordert er eine konsequente Umsetzung der Möglichkeiten.

Klupp sagt, dass man die Entwicklung ganz genau beobachten müsse. Kormorane seien schlau. Deshalb wäre es nicht verwunderlich, wenn sie schnell herausfänden wo es für sie gefährlich ist. Sollten sich die Vögel in die Tabuzonen zurückziehen, wären neue Gespräche notwendig.

Jäger mit im Boot

Die Zonenlösung bezeichnet BJV-Kreisvorsitzender Hubert Rustler als weitere Entspannung der Situation. Er wäre bei der Thematik gerne einen Schritt weiter gegangen. Er sieht die Problematik, was Schuss-Empfindlichkeit einiger seltener Arten betrifft, gelassener als die Naturschutzvertreter. "Was den Kormoran betrifft, haben die Teichwirte die volle Unterstützung der Jägerschaft. Wir sehen uns da in der Pflicht und sind in jedem Fall mit im Boot."

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