Kreisjugendring erörtert Freitag in der Vollversammlung den demografischen Wandel
Herausforderung an Jugendarbeit

Lokales
Tirschenreuth
18.04.2013
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Von derzeit etwa 75 000 Einwohnern wird der Landkreis laut einer Bertelsmann-Studie bis zum Jahr 2030 fast 11 000 oder 15 Prozent verlieren. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Bewohner von 44,5 auf 49,2 Jahre. Der Jugendquotient (unter 20-jährigen je 100 Personen) fällt im gleichen Zeitraum von 32,3 auf 29,9 ab.

Im Freistaat stehen da nur noch die Landkreise Hof (-17,8 Prozent) und Wunsiedel (-20,9 Prozent) noch schlechter da. Aber wie sieht es in den Vereinen und Verbänden und der Jugendarbeit aus? Was erwartet die Verantwortlichen in den kommenden Jahren und wie könnte eine gute Lösung aussehen?

Der Kreisjugendring konnte für diese wichtigen Fragen Professor Dr. Doris Rosenkranz von der Fakultät der Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg gewinnen. Sie wird bei der Frühjahrsvollversammlung des Kreisjugendrings am Freitag um 19 Uhr im Restaurant "Seenario" in Tirschenreuth einen Impuls-Vortrag geben, aus dem Ideen für die eigene Jugendarbeit der Zuhörer entstehen sollen.
1998 wurde Doris Rosenkranz zur Professorin für Sozialmanagement an die Hochschule Würzburg-Schweinfurt berufen und beschäftigte sich in Lehre und Forschung intensiv mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Gesellschaft. Als Expertin für Fragen des Freiwilligen-Managements verantwortete sie zahlreiche Forschungsarbeiten, unter anderem ein aktuelles dreijähriges Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, aus dem auch studentische Projekte entwickelt wurden.

Die Referentin arbeitet, forscht und lehrt seit vielen Jahren zu Fragen des bürgerschaftlichen Engagements und berät Wohlfahrtsverbände und Kommunen zu Fragen der Organisation von Ehrenamtlichkeit. Aufgrund Ihrer vielen Erfahrungen wird Sie aufzeigen, was die Auswirkungen des demografischen Wandels für die Jugendarbeit für uns alle bedeutet.

"Ehrenamt ist ein wichtiger Grundpfeiler unserer Demokratie und ermöglicht Angebote und Chancen, die nur im bürgerschaftlichen Engagement gelebt werden können. Ohne hunderttausende Engagierte wären Sport und Kultur, Gemeindeleben und soziale Wohlfahrt sowie ein reiches Vereinsleben in Deutschland kaum denkbar", betont die Expertin immer wieder.
Gesellschaftliche Rahmenbedingungen änderten sich in absehbarer Zukunft deutlich durch den demografischen Wandel und die neue Verteilung finanzieller Belastungen zwischen den Generationen. "Der demografische Wandel ist deutlich mehr als Bevölkerungsrückgang und veränderter Altersaufbau."

Die Familienstruktur verändere sich, Menschen aus ländlichen Regionen wanderten ab, das Zahlenverhältnis der Geschlechter gerate regional aus der Balance, die Bevölkerung setze sich in Hinblick auf ihren kulturellen Hintergrund anders zusammen. "Aus all dem ergibt sich ein Handlungsbedarf im Interesse der jetzt jungen als auch aller zukünftigen Generationen", so Jürgen Preisinger, 1. Vorsitzender des Kreisjugendrings Tirschenreuth.

Im demografischen Wandel stecke eine Chance, stecke Potenzial für Kreativität und neue Wege. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen könne der Wandel vorausschauend gestaltet werden, wenn die Verantwortlichen - vor allem in Politik und Gesellschaft - die Entwicklungen in all ihren Facetten kennen und bei Planungen einbeziehen. "Es bedeutet, besonders die Belange von Kindern und Jugendlichen angemessen zu berücksichtigen."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.kjr-tir.de
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