22.08.2014 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neugestaltung des Oberpfälzer Fischereimuseums in vollem Gange - Eröffnung Ende September Raum-Kosmetik und Inhalts-Update

Große Schilder weisen im Oberpfälzer Fischereimuseum darauf hin, dass hier Baustelle ist. Die Hinweise braucht es eigentlich nicht. Dass hier fleißig gewerkelt wird, ist nirgends zu übersehen. Erich Hackel, dessen Münchener Architekturbüro mit der Maßnahme betraut ist, stellte den beteiligten Verantwortlichen die Maßnahmen vor.

Im Laufe der Zeit sind viele Konzepte und Unikate im Fischereimuseum angestaubt wie die alte Fliegenfischer-Puppe. Die ist im neuen Konzept nicht mehr vorgesehen. Denn längst hat der Modemarkt auch die Angler als potenzielle Kunden entdeckt. Schicke Funktionsbekleidung ist da angesagt.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Das Konzept für die Aktualisierung hat Dr. Josef Paukner aus Regensburg ausgearbeitet. Demnach machen zwei Aspekte die Aufhübschung der Abteilungen in den drei Stockwerken nötig. Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 1993 hätten sich sowohl Darstellungsmöglichkeiten als auch Besucher-Erwartungen stark verändert, heißt es darin. Der nachträgliche Einbau eines Lifts im Jahr 2008 habe zudem Teile der ursprünglichen Komplexität der Darstellungen zerstört. Gerade was audiovisuelle und interaktive aktuelle Standards betreffe, hinkten einige Abteilungen stark hinterher.

Ehrgeiziger Zeitplan

Bei der Verwirklichung des Konzepts haben die Arbeiter einen ehrgeizigen Zeitplan umzusetzen. Seit etwa fünf Wochen werkeln sie im Museum. Auf den oben erwähnten Schildern steht in großen Lettern: "Neueröffnung am 28. September."

Ein völlig neues Gesicht erhält der Eingangsbereich, der dem Besucher den ersten Eindruck vermittelt. Einladender und aufgeräumter soll das Areal wirken, erklärte Hack. Paukners Ausführungen zufolge wird der Bereich völlig neu gestaltet. Vor allem soll er einen Überblick über das komplette Museumsquartier vermitteln. "Der Besucher soll sich hier orientieren können." Der Garderobenbereich wird verkleinert, zugunsten eines Areals, auf dem Kinder spielerisch die Vielfalt heimischer Fischarten kennenlernen.

In mehreren Bereichen im ganzen Haus werden Elemente eingebracht, die auf spielerische Weise Wissen um Fische, Fischwirtschaft und Gewässerschutz vermitteln. Von der Farbe bis zur Beleuchtung wird sich der Eingangsbereich nach der Renovierung vor allem heller präsentieren.

Präparate im Haus am Teich

Die Tierpräparatesammlung, die bisher ebenfalls beim Eingang ausgestellt war, wandert in den Ausstellungsbereich beim "Haus am Teich" auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort werden die Präparate in einem ansprechend gestalteten Diorama gezeigt. Beleuchtungstechnisch weichen im kompletten Fischereimuseum die Halogenbirnen energiesparenden LED-Leuchtmitteln.

Grundlegend aktualisiert werden die Ausstellungsbereiche "Neue Teichwirtschaft", "Fisch als Nahrung und Ware" sowie "Gewässer- und Fischartenschutz". Bislang sei die dargestellte Gegenwart die um 1990, schreibt Paukner in seinem Konzept. Deshalb seien bei der Neugestaltung besonders in der Entwicklung der Teichwirtschaft, der Fischvermarktung und auch im Gewässer- und Fischartenschutz wichtige jüngere Entwicklungen darzustellen

In der Abteilung "Natur", dort wo die großen Aquarien einen Einblick in die Unterwasserwelt zeigen, sind bereits die Hintergrundbilder oberhalb der Becken erneuert worden. Im Raum der "Flussfischerei" gibt es nur wenige Veränderungen. Besonders soll hier der Bereich zum Ausbau der Flüsse und zu dessen Folgen für die Fischerei neu gestaltet werden. Ebenso der Teil mit vertiefenden Informationen.

Fisch-Gastronomie

Die Abteilung "Fisch als Nahrung und Ware" wird ebenfalls komplett überarbeitet. Unter anderem erhalten dabei die Themen Direktvermarktung und Fisch-Gastronomie in der Region höheren Stellenwert. So werden an einer Medienstation zum Beispiel vom Bezirk Oberpfalz ausgezeichnete Fisch-Gaststätten vorgestellt. Auch Adressen von Direktvermarktern findet der Besucher hier.

In der Abteilung "Alte Teichwirtschaft" fallen nur kleinere Veränderungen an. Sie ist Geschichte, ist längst geschrieben und daran ändert die Zukunft nichts mehr. Anders im Raum der "Neuen Teichwirtschaft". Der muss der aktuellen Lage geschuldet, komplett der Gegenwart angepasst werden.

Dabei geht es hauptsächlich darum, die Entwicklung seit den vergangenen zwanzig Jahren darzustellen. Größere Neuerungen stehen im Dachgeschoss an.

Hier werden künftig die umfangreiche Angelgerätesammlung vom Vorsitzenden des Fischereivereins Stiftland, Robert Eisenmann sowie Objekte aus der Sammlung von Günter Träger ausgestellt. "Wenn Fische reden könnten" ist die Attraktion im Fischereimuseum. Dieser interaktive Bereich ist schon immer, vor allem von den jüngeren Museumsbesuchern , hervorragend angenommen worden. Als moderne Multimediadarstellung wird auch er neu konzipiert. Sprechen mit Fischen ist also auch nach der Sanierung möglich.

Der Bereich "Gewässer- und Fischartenschutz" erfährt ebenfalls eine grundlegende Änderung. Derzeit sind hier Probleme dargestellt, die in den 1980er Jahren aktuell waren. Träger der Sanierungsmaßnahmen ist der Förderverein Fischereimuseum. Einen Großteil der Kosten trägt die Stadt. Zuschüsse gibt es vom Europäischen Fischereifonds.

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