10.08.2014 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Privat-Dozent Dr. Mathias Rauchhaus stellt Versorgungskonzept für Senioren vor Keine Angst vor hohen Hürden

Gestern war die kleine Welt noch heil. Ab heute ist nichts mehr wie früher: Die Mutter hatte einen Schlaganfall, ist ein Pflegefall. Wie jetzt das Gesundheitskonzept "Daheim statt ins Heim" Betroffenen und Angehörigen helfen kann, stellte Dr. Dr. Mathias Rauchhaus den Bürgermeistern des Landkreises vor.

Dr. Mathias Rauchhaus aus Düsseldorf warb vor dem Bayerischen Gemeindetag für die Pläne der HGC Gesundheits Consult GmbH. Das Versorgungskonzept für Senioren steht unter dem Motto: "Daheim statt ins Heim". Bild: Grüner
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Der Referent der HGC Gesundheits Consult GmbH, einem Unternehmen der Vendus-Gruppe, wusste gerade in ländlichen Gegenden von massiven Problemen. In einer Art Versorgungspfad nach dem Kümmerer-Prinzip sah der Privat-Dozent die Lösung. Es werde zwar unwahrscheinlich viel beraten, aber anschließend die alten Menschen mit dem erworbenem Wissen alleine gelassen. Viele Senioren verstünden gar nicht, worum es eigentlich gehe und könnten so die vorhandenen Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen.

Das Konzept der HGC basiert auf einer zentralen Koordinierungsstelle auf Landesebene. Grundsätzlich gelte für die Pflege: "Es ist alles da, man muss es nur vernetzen." Dazu gehöre auch die Hilfe für Angehörige. Immerhin würden in Bayern 70 Prozent der Bedürftigen zu Hause gepflegt.

Niemand solle sich von den oft sehr hohen Hürden abschrecken lassen. Der Sprecher sah auch Schwächen im System. So gebe es bei der jetzigen Gesetzeslage für Pflegedienste keinen Anreiz ,eine Pflegstufe zu halten. Denn nur eine höhere Pflegestufe bringe mehr Geld in die eigene Kasse.

Chance für Kommunen

Der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer begrüßte die Idee grundsätzlich. In der Klosterstadt mache man mit "BRK Leben plus" gerade sehr gute Erfahrungen. Sommer schlug vor, vorhandene Strukturen unbedingt mit einzubeziehen. Grundsätzlich sah der Rathauschef das Konzept als Chance für alle Kommunen.

Sein Mitterteicher Kollege Roland Grillmeier schlug in die gleiche Kerbe. In der Region gebe es bereits viele Partner, wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt oder die Seniorenfachstelle, die sich intensiv mit diesen Themen auseinandersetzten. "Da gehören alle Partner an einen Tisch."

Der Kemnather Bürgermeister Werner Nickel wollte auch das Ehrenamt als starken Partner dabei haben. Gerade in Kemnath gebe es hervorragend funktionierende Beispiele. Bürgermeister Lothar Müller aus Plößberg sah eine Chance nur auf Landkreisebene. "Für einzelne Gemeinden ist das viel zu aufwendig."

Pflege-Spots vorhanden

Der Tirschenreuther Bürgermeister Franz Stahl wusste von bereits vorhandenen Spots in der Region. Dort funktioniere die Pflege inklusive Beratung sehr gut. Allerdings gebe es viele Regionen, wo überhaupt nichts in dieser Richtung da sei.

Der Leiter der Seniorenfachstelle, Walter Brucker, stellte fest, dass viele der vorgestellten Aspekte im Landkreis bereits verwirklicht seien. Brucker sah im Kümmerer-Prinzip nicht die Lösung, setzte eher auf Vorsorgebevollmächtigte. Grundsätzlich begrüßten die Bürgermeister den Ansatz, jetzt soll sich der Kreisausschuss mit dem Thema befassen.

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