Regionalmanager greifen in die Fördertöpfe der Europäischen Union - Neues Konzept wird erstellt
Mit Fantasie und Ausdauer

Auch die touristische Vermarktung des Landkreises als "Land der 1000 Teiche" ist über die Förderung durch den Europäischen Fischereifonds möglich geworden. Die "Fantasttischen Karpfen" sind da nur ein Teilbereich des gesamten Konzeptes. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
28.10.2013
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Es ist eine Art Gebetbuch und die Eintrittskarte, um an Fördergelder der Europäischen Union zu kommen: das Regionale Entwicklungskonzept. Weil die aktuelle Förderperiode Ende des Jahres ausläuft, muss sich der Landkreis neu bewerben.

Wie viel Fantasie und Ausdauer notwendig sind, um tatsächlich an Gelder zu kommen, das stellten jetzt Florian Rüth, Florian Preisinger und Stefanie Wenisch dem Kreistag vor.

Ob Radwegebau, Steinwald-Allianz oder das Freizeitzentrum Silberhütte, ob "Himmelsleiter" in der Waldnaabaue, der Kinderspielplatz "Fischers Fritz" im Fischhof-Park, ob Karpfenweg in Kemnath, das Naturerlebnisbad in Immenreuth, die Sternwarte in Tirschenreuth oder der Reslgarten in Konnersreuth, ob die Glasschleife in Pullenreuth, der "Markt der regionalen Genüsse" oder die touristische Vermarktung des Fischwirtschaftsgebietes Tirschenreuth als eines von vier in ganz Bayern - sie alle wären ohne entsprechende EU-Förderung nicht zu realisieren gewesen.

Allein für zehn Großprojekte sind sieben Millionen Euro an Zuschüssen in den Landkreis geflossen. Dazu kommen noch über 200 kleinere Maßnahmen, jeweils unter 25 000 Euro. Die Töpfe, aus denen die Mittel gespeist werden, sind nach den Ausführungen von Rüth, Preisinger und Wenisch ausgesprochen vielfältig. Allein auf Europäischer Ebene sind da Sozialfonds, Fischereifonds, Landwirtschaftsfonds, dazu kommen noch Bundes- und Landesmittel.
Will der Landkreis auch für die Förderperiode bis 2020 wieder im Boot sein, muss er ein neues Regionalentwicklungskonzept einreichen. Das soll in den nächsten Monaten unter Beteiligung der Bürger erarbeitet werden, wobei dem Initiaktivkreis als lokaler Leader-Gruppe besonderer Stellenwert zukommt. Die neuesten Informationen wird im Januar Leitender Landwirtschaftsdirektor Dieter Ofenhitzer vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dem Kreistag mitbringen. Erste Förderanträge werden dann frühestens Ende 2014 gestellt werden können.

Dass sie "die Tastatur des Förderklaviers bestens beherrschen", bescheinigten Landrat Wolfgang Lippert und die Fraktionen den drei Mitarbeitern. Rainer Fischer (SPD) brach allerdings eine Diskussion los, als er den Vortrag als Musterbeispiel bezeichnete, "dass aus erarbeiteten Konzepten am Ende auch Geld da ist und nicht erst für Studien Geld ausgegeben werden muss".

Das wiederum wollte Lippert nicht auf sich sitzen lassen, sprach von der Notwendigkeit, erst einmal die Grundlagen zu finden, um eben das seniorenpolitische Gesamtkonzept, das Klimaschutz-Konzept, das demografische Handlungskonzept oder jetzt das Mobilitätskonzept überhaupt erarbeiten zu können. Da hatte Fischer zwar ein gewisses Verständnis wehrte sich aber "gegen eine Sammlung von Sachen, die allgemein bekannt sind".

Seniorenbeauftragter Ludwig Spreitzer (CSU) leistete Lippert etwas Schützenhilfe. Schließlich sei das Modellprojekt "Besser Leben im Alter durch Technik" mit 200 000 Euro nur deshalb in den Landkreis geflossen, weil eben ausreichend Vorarbeiten geleistet worden seien.
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