Rennradtour vom Bodensee nach Nizza - 1100 Kilometer und 20.000 Höhenmeter
Über das "Dach der Tour de France"

Viele Pässe hatten die Rennradfahrer auf dem Weg nach Nizza zu bewältigen, darunter auch den St. Bernhard (von links): Lothar Müller (Plößberg), Georg Preisinger (Neudorf bei Konnersreuth), Karl Siller (Mitterteich), Thomas Hecht (Kaltenmühle), Wolfgang Söllner (Weiden), Matthias Lastowsky (Weißenburg), Rudi Böhm (Waldsassen), Peter Gehret (Bärnau), Markus Preisinger (Schönkirch), Hubert Beinrucker (Plößberg), Markus Obermeier (Kemnath am Buchberg), Mathias Lenk (Windischeschenbach) und Andreas Schmid (Bärn
Lokales
Tirschenreuth
31.08.2014
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Auf den Spuren der "Tour de France" waren 13 Rennradfahrer vor kurzem unterwegs. 1100 Kilometer und rund 20.000 Höhenmeter später hatte auch Lothar Müller, der Plößberger Bürgermeister, in sieben Tagen die Tour vom Bodensee nach Nizza bewältigt.

In Au in Österreich, etwas südöstlich vom Bodensee, startet die anspruchsvolle Radreise. Noch frisch und mit Leichtigkeit nahm die Gruppe den Pass am Furkajoch, radelte danach von Feldkirch nach Sargans einige Kilometer im Rheinthal und erreichte schließlich nach 100 Kilometern das erste Etappenziel, den Walensee. Die nächsten fünf Tage verlangten von Rennradfahrer einiges ab. Tagesetappen bis zu 200 Kilometer und jeweils um die 4000 Höhenmeter pro Tag.

Regen und Nebel

Über den Klausenpass, hoch nach Andermatt und zum gut 2400 m hohen Furkapass führte der zweite Tag. Die grandiose Aussicht wurde aber durch eine Wolkendecke etwas getrübt. Über den Grimselpass vorbei am Rhonegletscher endete der Tag in Innertkirchen. Ein anspruchsvoller Anstieg wartete am dritten Tag auf die Radler: Die Große Scheidegg war zu bewältigen. Steile Anstiege und schlechter Straßenbelag wurden durch Panorama und dem nicht vorhandenen Verkehr entschädigt. Der Pass ist für Fahrzeuge gesperrt. Lediglich der Postbus und das Begleitfahrzeug, das eine Ausnahmegenehmigung hatte, befuhren den Berg. Nebel und später Regen erschwerte den weiteren Weg zum Col de Pillon. Mit frischen Grillhähnchen sorgten die Begleiter für die entsprechende Motivation der Radsportler auf der restlichen Strecke über den Col de Pillon und Col de la Croix. Die Auffahrt zum großen St.Bernard stand am vierten Tag bei etwas besserem Wetter auf dem Programm. Die 43,5 km lange Nordanfahrt gehört mit ihrem 2009 Höhenmetern zu den größten Strapazen. 25 km östlich vom Mont-Blanc-Massiv gelegen ist der Pass immer noch von vielen 3000ern umgeben. Der kleinen St.Bernard-Pass brachte bei 9 Grad Temperatur dann die kältesten 15 Kilometer der ganzen Tour.

Der nächste Tag sollte mit dem Col de I'Iseran beginnen. Der höchste zu befahrende Alpenpass führt auf 2764 Höhenmeter hinauf. Aufgrund der Wetterlage entschloss sich die Gruppe für eine Alternativstrecke in Tallagen. Bei besserem Wetter konnte in der zweiten Tageshälfte der grandiose Col du Galibier, einer der wohl bekanntesten klassischen Anstiege der Tour de France, bewältigt werden. Mit seinen 2645 m Scheitelhöhe ist der Galibier nicht nur der fünfthöchste asphaltierte Alpenpass (nach Iséran, Stilfser Joch, Agnel und Restefond/Bonette), sondern häufig auch das Dach der Tour de France.

Von Briancon startete die Gruppe am letzten Fahrtag über den Col d'Izoard (2360 m), den Col de Vars (2109 m) und den Col de la Bonette (2802 m) zur Krönung der Alpentour. Danach folgten 150 Kilometer fast nur bergab bis zum Mittelmeer nach Nizza. Bei der Pause hatten die Begleiter zur Stärkung auch schon mal eine Halbe Bier parat. Letzter Übernachtungsstopp war dann Auron, bevor schließlich die Strandpromenade in Nizza das Ende der markanten Tour markierte. Mit einem Sektempfang sorgte das Begleitteam für den entsprechenden Abschluss. Ohne die aufwendige Begleitung, dafür waren die Radsportler dankbar, wäre dieses außergewöhnliche Raderlebnis so nicht möglich gewesen.

Ende mit Feuerwerk

Georg Preisinger hatte die Idee zur Tour, um die Ausarbeitung kümmerte sich Lothar Müller. Das grandiose Feuerwerk in Nizza am letzten Tag war dann noch ein besonderer Schlusspunkt der Tour. Freilich war das Schauspiel am Himmel dann doch eher dem Feiertag geschuldet.
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