24.01.2004 - 00:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schlüsselzuweisungen des Staates als Spiegelbild der kommunalen Leistungsfähigkeit Geld fürs Gemeindesäckel

"Wenigstens etwas." Der Kommentar der Bürgermeister und Kämmerer im Landkreis zu den Schlüsselzuweisungen fällt kurz aus. Wie nie zuvor haben die Finanzverantwortlichen in den Städten und Gemeinden auf Nachricht aus München gewartet. Seit Freitag ist sie da: Die knapp 28,4 Millionen Euro heuer bringen etwas Licht ins Dunkel der kommunalen Haushalte.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Die Schlüsselzuweisungen sind ein Eckpfeiler des so genannten Finanzausgleichs, mit dem der Freistaat Unterschiede in den eigenen Einnahmemöglichkeiten der Gemeinden bereinigt. Die Zahlen sind also ein Spiegelbild der Leistungsfähigkeit. Was heißt: Wer viel bekommt, der hat es auch bitter nötig, wer nichts oder wenig bekommt, dem geht es noch einigermaßen gut.

Die Crux: Die Gelder kommen nachträglich. Mittlerweile kann sich die Situation längst geändert haben - zum Guten wie zum Schlechten. Letzteres gilt wohl dennoch für den Landkreis, nimmt man die aktuellen Zahlen zum Vergleich. Insgesamt 19,3 Millionen Euro - immerhin 28,1 Prozent mehr als noch im Vorjahr - erhalten die 26 Gemeinden des Landkreises, wobei Brand mit einem Plus von 156,8 Prozent (insgesamt 317652 Euro) und Konnersreuth mit 144,7 Prozent (insgesamt 919948 Euro) deutlich aus dem Rahmen fallen. Aber auch Pechbrunn mit 81 Prozent oder 264540 Euro liegt nicht schlecht.

Nur um ein paar Punkte getrennt die Städte Tirschenreuth (plus 52,2 Prozent/1857040 Euro) und Waldsassen (plus 51,9 Prozent/2263288 Euro) und Mitterteich (45,3 Prozent/1941332 Euro). Auch Erbendorf überspringt die Millionen-Grenze und bringt es auf einen Zuwachs von 66,7 Prozent oder 1526996 Euro, während Waldershof trotz einer Steigerung um 33,7 Prozent knapp 3000 Euro drunter bleibt.

Nahezu unverändert die Situation in Bärnau. Die Knopfstadt bekommt zwar über eine Million Euro, aber gerade einmal 14000 Euro oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Ähnlich die Lage in Kulmain (plus 3,2 Prozent/ 623628 Euro), Mähring (plus 6,3 Prozent/744716 Euro) und Neualbenreuth (plus 7,7 Prozent/538204 Euro). Noch einstellig der Zuwachs in Ebnath mit 9,9 Prozent (4430988 Euro).

Auf der Verliererseite in diesem Jahr Kastl, Reuth und der Markt Wiesau. Letzterer büßt satte 81,8 Prozent ein, was in absoluten Zahlen die Schlüsselzuweisung von knapp 690000 auf gerade noch 125896 Euro schmelzen lässt. Auch in Kastl sind es über 61 Prozent "Miese": statt 182336 nur mehr 70016 Euro. Da kommt Reuth mit einem Minus von 13,2 Prozent noch glimpflich davon.

Neben den Gemeinden erhalten auch die Landkreise Schlüsselzuweisungen. Die knapp 9,1 Millionen Euro bedeuten für Tirschenreuth eine Steigerung um 8,73 Prozent. Doch auch damit liegen die Stiftländer in den absoluten Zahlen an letzter Stelle in der Oberpfalz. 10,9 Millionen Euro sind es in Neustadt/WN (plus 2,94 Prozent), etwas mehr als 13 Millionen in Neumarkt und Cham. Während Amberg-Sulzbach mit einem Plus von 14,7 Prozent die höchste Steigerung erfährt, muss einzig Regensburg ein Minus von 6,2 Prozent hinnehmen. Aber auch dann noch führt dieser Landkreis mit fast 16,4 Millionen Euro die sieben Oberpfälzer Landkreise an.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.