Schüler der Kolping Berufshilfe besuchen beim Boys' Day das soziotherapeutische Zentrum
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Leckeren Gemüseeintopf fabrizierten die Jungs der Kolpingberufshilfe zusammen mit Bewohnern und Besuchern des soziotherapeutischen Zentrums. Im Hintergrund von links: Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Gerlinde Englmann, der Leiter des STZ, Werner Apfelbacher, und Fachdienst-Mitarbeiterin Daniela Luft. Bild: tr
Lokales
Tirschenreuth
26.04.2013
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Maximilian und Christian spielen mit den Bewohnern Tischtennis, Kochen zusammen mit ihnen und sind bei mehreren Therapiesitzungen dabei. Genauso wie ihre 14 Kameraden von der Kolpingberufshilfe Wiesau/Tirschenreuth, machten sie sich beim Boys' Day ein Bild davon, wie im soziotherapeutischen Zentrum (STZ) gearbeitet wird. Vor allem beeindruckte sie der selbstverständliche Umgang der Mitarbeiter mit den Patienten.

Es wäre sehr lehrreich gewesen, zu sehen, wie der Tagesablauf im STZ vonstatten gehe. Selbst im sozialen Bereich zu arbeiten, können sich die beiden 17-Jährigen aber nicht vorstellen. Maximilians Traumziel ist eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Christian sucht seine berufliche Zukunft lieber beim Straßenbau oder als Dachdecker.

Für Gerlinde Englmann, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, keine außergewöhnliche Reaktion. Boys' Day und Girls' Day seien ja schließlich deshalb erfunden worden, um Buben und Mädchen in Berufe hineinschnuppern zu lassen, die eher dem jeweils anderen Geschlecht zugeordnet würden.

"Wenn jemand nach so einem Tag weiß, dass die Berufsbilder, die er kennengelernt hat, nicht die richtigen für ihn sind, hat ihm die Veranstaltung viel gebracht", sagt STZ-Leiter Werner Apfelbacher. "Nämlich das Wissen, was er im künftigen Beruf nicht machen will."

Etwa 55 junge Männer waren beim dritten Boys' Day im ganzen Landkreis unterwegs und sahen sich "typische Mädchenberufe" an. Kindergärten, Krankenhäuser und Seniorenheime waren hauptsächlich die Einrichtungen, in denen sie einen Tag lang mitarbeiteten. Um 9 Uhr wurden Berufsbegleiterin Ursula Hösl und ihre 16 jungen Mitstreiter von der STZ-Leitung, den Bewohnern und Besuchern der Tagesstätte begrüßt. Werner Apfelbacher und seine Stellvertreterin Gabriele Englmann stellten die möglichen Berufsbilder wie Sozialtherapeut oder Pfleger einer solchen Einrichtung vor. Sie erklärten die diversen Krankheitsbilder, mit denen die Mitarbeiter täglich konfrontiert sind. Nach so viel Theorie bekamen die jungen Männer eine Führung durchs Haus, bevor sie praktisch mitarbeiten durften. Dazu gehörte neben dem gemeinsamen Zubereiten und Essen des leckeren Gemüseeintopfs auch das Mitarbeiten in der Ergotherapie oder Freizeitbeschäftigungen wie Billard spielen. Ursula Hösl erklärte, dass der Besuch sicher auch dazu beigetragen habe, Vorurteile abzubauen.
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