Schwammerlsaison hat begonnen - Siegfried Bretschneider gibt Tipps für Sammler
Jagd auf Steinpilz und Rotkappe

Reiche Beute - davon brauchen Schwammerlfreunde in der Region nicht nur träumen. Auch in diesem Jahr hält Mutter Natur für Pilzesucher ein großes Angebot bereit. Archivbild: NT
Lokales
Tirschenreuth
15.08.2014
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Schwammerl-Fans dürfen sich in diesem Sommer freuen: Das feucht-warme Wetter lässt die Pilze jetzt schon aus dem Boden schießen. Damit verspricht die Saison auch im Stiftland "reiche Beute". Damit keine "faulen Eier" im Korb landen, gilt es bei der Suche einiges zu beachten.

Pilzesammeln will gelernt sein. So darf man in Bayern die Schwammerl nicht einfach "kistenweise" mit nach Hause nehmen. Nur "haushaltsübliche Mengen" sollten eingesammelt werden. Das bedeutet, ungefähr einen Korb voll.

"Bei uns werden aber leider allgemein zu viele Pilze mitgenommen", weiß Experte Siegfried Bretschneider von den Naturfreunden Mitterteich. Er geht sogar noch weiter: "Viele geben sie auch an Großhändler weiter, um Profit zu machen." Diese sogenannten "Pilzdiebe" sind überregional weit verbreitet und mitverantwortlich dafür, dass bei gewissen Sorten die Bestände teilweise drastisch sinken. Diese Leute zu erwischen ist allerdings schwierig: Man kommt ihnen nur auf die Schliche, wenn sie von Mitwissenden verraten werden. Und das passiert sehr selten.

Keine Plastiktüten

Zum Transport der Pilze rät Bretschneider ganz klar von Plastiktüten oder sonstigen Behältnissen aus Kunststoff ab. Dort könnten die Pilze nämlich noch während des Sammelns im Wald zu faulen beginnen. Am geeignetsten seien ein offener Korb oder eine Stofftasche. "Wenn ich weiß, dass ich weniger Pilze finden werde, nehme ich gleich einen Beutel aus Stoff mit und verzichte auf den großen Korb."

Sammeln darf man die Pilze theoretisch überall. Trotzdem gibt es kleine Ausnahmen. "Dort, wo der Forst gerade arbeitet, sollte man keine mitnehmen", rät Bretschneider. "Und auch bei Naturschutz-Wegen ist es so, dass man nicht vom Pfad abweichen und außerhalb davon Pilze entfernen darf, damit man nichts von der Umwelt zerstört." Generell sollte man immer nur die Arten einsammeln, die man sicher kennt. Bretschneider empfiehlt hierfür, bei allen Wanderungen ein Sachbuch mitzunehmen, in dem die Pilze abgebildet und beschrieben sind.

Wer sich allerdings gänzlich unsicher ist, kann auch bei bekannten Sorten bleiben, wie etwa dem Steinpilz. Obwohl, wie man sagt, jeder genießbare Pilz ein gleich aussehendes, giftiges Gegenstück hat, "kann man trotzdem bei genauem Hinsehen den Unterschied gut erkennen", so Bretschneider. Man sollte dennoch immer vorsichtig bleiben, da es laut Bretschneider auch in der Region tödliche Sorten gibt.

Wenn man einen genießbaren Pilz entdeckt hat, gibt es zwei mögliche Arten, diesen aus dem Boden zu entfernen: Man kann ihn entweder aus der Erde drehen oder ihn herausschneiden. "Ich drehe ihn lieber heraus, da man beim Schneiden einen großen essbaren Teil des Pilzes verliert", erklärt Bretschneider. "Und wenn die Stelle ein zu großes Loch im Boden verursacht, decke ich den Fleck wieder mit Moos zu."

Niemals roh essen

Auch für die anschließende Verarbeitung gibt Bretschneider hilfreiche Tipps: "Ich empfehle aus Vorsicht, nie einen Pilz roh zu essen. Auch nicht den Milchbrätling, bei dem das theoretisch möglich wäre." Die gesammelten Schwammerl sollten zunächst ganz kurz in Wasser aufgekocht werden. Anschließend könnten sie in der Pfanne ganz normal gebraten werden.

Laien oder Hobbysammler sollten sich bei Fragen ruhig direkt an "Experten" wenden - etwa an Siegfried Bretschneider.
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