22.10.2016 - 02:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Bürgerinitiativen und Umweltverbände kritisieren Längster Schwarzbau Deutschlands

Wunsiedel. Gegen die Folgen des Trassenbaus macht eine Reihe von Verbänden und Initiativen - darunter die Aarhus-Initiative und das Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost-Trasse - mobil.

Jörg Hacker (Mitte) vom Fichtelgebirgsverein lud ein. Hilde Lindner-Hausner (rechts) stellte eine Klage in Aussicht. Bild: Herda
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Umweltzerstörung: "Erdkabel - das klingt harmlos", erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz. "Aber diese bedeuten gewaltige Eingriffe in Natur und Landschaft." Deshalb fordert Jörg Hacker vom Fichtelgebirgsverein ein "Planungsmoratorium".

Europäisches Stromnetz: Hauptziel der Netzbetreiber seien Lückenschlüsse im europäischen Stromnetz. "Dass es dabei vorrangig um die Windenergie aus dem Norden geht, ist ein Märchen", sagt Günter Bock von der BI Hof.

Kohle und Klima: "Diese Trassen werden Kohlestrom transportieren", protestiert Sonja Schumacher von der BI Neustadt/Waldnaab. "Wir merken die Klimaerwärmung schon jetzt, obwohl Deutschland weniger betroffen ist als Afrika, wo in wenigen Jahrzehnten keiner mehr leben kann." Damit schaffe man weitere Fluchtursachen.

Stromkosten: Die Trassengegner glauben den Beteuerungen nicht, dass der Strompreis nur moderat steige. "Ob Stuttgart 21 oder Flughafen Berlin", erinnert Reinhard Birkner, KV-Vorsitzender des Bund Naturschutz Bayreuth, "wir wissen alle, wie die Kosten bei Großprojekten explodieren."

Traum-Rendite: Ohnehin könne kein Bürger, dem demnächst bei seiner Bank Negativzinsen drohten, verstehen, wie die Bundesnetzagentur den Investoren eine Rendite von 9 Prozent garantieren könne.

Erderwärmung und Ernte: Vertreter des Bauernverbandes sind keinesfalls überzeugt, dass die Erwärmung in einem für die Saat unproblematischen Bereich liege: "Tennet hat Versuchsflächen in der norddeutschen Tiefebene, die nicht mit unseren Böden vergleichbar sind", sagt etwa der Oberpfälzer BBV-Präsident Franz Kustner.

Aarhus-Konvention: "Die deutschen Regelungen zum Gerichtszugang in Umweltangelegenheiten[...] sind [...] nicht im Einklang mit den Anforderungen der UN ECE Aarhus-Konvention (AK) umgesetzt worden", nimmt Rechtsanwältin Roda Verheyen Stellung zum Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Umweltrechtsbehelfsgesetzes. Für Brigitte Artmann, Hilde Lindner-Hausner und Maria Estl steht fest: "Da entsteht ein Schwarzbau."

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