25.09.2017 - 18:16 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

CSU hat überall im Landkreis Tirschenreuth die meisten Stimmen Sieg eine gefühlte Niederlage

Die CSU ist bei der Bundestagswahl in allen Kommunen des Landkreises Tirschenreuth die stärkste Kraft. Und doch fühlt sich der Wahlsieg für viele Parteianhänger wie eine Niederlage an.

Aufmerksam studiert CSU-Kreisvorsitzender Tobias Reiß die Ergebnisse im Landratsamt Tirschenreuth. Bild: tr
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Zu groß sind die Verluste gegenüber der Bundestagswahl vor vier Jahren. Direktkandidat Albert Rupprecht büßt im Landkreis rund 9,5 Prozent seiner Erststimmen ein und landet bei 51,66 Prozent. Für die CSU kommt es noch dicker. Für sie geht es sogar um über zehn Prozent auf 46,46 Prozent nach unten. Für Kreisvorsitzenden Tobias Reiß, der das Eintrudeln der Stimmen live im Landratsamt verfolgt, ist schnell klar: Für Reiner Meier, den Abgeordneten aus Tirschenreuth, wird das CSU-Ergebnis in Bayern nicht reichen, um erneut in den Bundestag einzuziehen.

Falkenberger Topergebnis

Auffallend ist, dass Rupprecht in allen 26 Städten und Gemeinden des Landkreises besser ist als die Partei. In 18 der 26 Kommunen des Landkreises Tirschenreuth überspringt er sogar die 50-Prozent-Marke. Das beste Ergebnis fährt er in Falkenberg ein, wo er 67,75 Prozent erreicht. Doch auch hier gibt es gegenüber der letzten Wahl deutliche Verluste. 2013 hatte er noch 74,83 Prozent der Stimmen auf sich vereint. Auf über 60 Prozent kommt Rupprecht diesmal nur noch in Mähring (60,05). Das schwächste Rupprecht-Resultat vermelden die Wahlhelfer aus Reuth bei Erbendorf, wo nur 39,18 für den MdB votieren.

SPD-Herausforderer Uli Grötsch kann von solchen Resultaten im Landkreis Tirschenreuth nur träumen. Er tritt auf der Stelle und kann sein Ergebnis vom Jahr 2013, als er als gänzlich Unbekannter antrat, nur um 0,32 Prozent verbessern. Sein bestes Ergebnis im Landkreis Tirschenreuth sind 29,66 Prozent in Reuth bei Erbendorf. Ähnlich hohe Zahlen hat er in Fuchsmühl (28,77) und in Krummennaab (28,06). In Falkenberg, Kastl und Pullenreuth schneidet er sogar ein wenig schlechter als seine Partei ab. Falkenberg ist auch stimmenmäßig der Tiefpunkt für den Hoffnungsträger der Roten. Gerade einmal 11,01 Prozent geben Grötsch dort ihre Erststimme. Ein ähnlich schlechtes Pflaster sind für ihn die Gemeinden Mähring (11,63) und Kastl (11,19).

Die besten SPD-Ergebnisse im Landkreis Tirschenreuth kommen aus Reuth bei Erbendorf (26,70), Fuchsmühl (25,69) und Krummennaab (25,00). Tiefpunkte der "Sozis" sind Mähring (11,05), Neualbenreuth (11,11) und Falkenberg (11,37).

Grüne unter Bundesschnitt

Die Grünen schaffen im Landkreis Tirschenreuth "nur" in sieben Kommunen die Fünf-Prozent-Marke, die für den Einzug in den Bundestag so wichtig ist. Dies sind Erbendorf (5,38), Falkenberg (6,54), Friedenfels (5,88), Kemnath (6,60), Neualbenreuth (6,08), Tirschenreuth (5,70) und Waldershof (5,31). In drei Gemeinden haben sie nicht einmal eine Drei vor dem Komma, und zwar in Ebnath (2,92), Immenreuth (2,31) und Pullenreuth (2,56). Die Direktkandidatin der Grünen, die Weidenerin Gisela Helgath, bekommt in keiner Gemeinde im Landkreis mehr als fünf Prozent. Ihr bestes Ergebnis sind 4,51 Prozent der Stimmen in der Stadt Tirschenreuth.

Die FDP fährt hingegen in 20 Kommunen mehr als 5 Prozent ein. Die besten Resultate gibt es für die Liberalen in Erbendorf (7,16), Kemnath (6,92) und Plößberg (6,84). Direktkandidat Martin Hofmann schneidet deutlich schlechter ab. Er kommt im Landkreis kein einziges Mal über die Fünf-Prozent-Hürde. Sein bestes Ergebnis sind 4,73 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, gemeldet aus der Gemeinde Pechbrunn.

Besser als seine Gruppierung ist hingegen der Freie Wähler Karl Meier. Sein Spitzenergebnis fährt er in Konnersreuth ein, wo ihn 9,60 Prozent wählen. Ähnlich erfolgreich ist er in Kastl ( 9,26 Prozent). Sein Tiefpunkt ist Bärnau (4,11 Prozent). Das mit Abstand schlechteste Zweitstimmen-Ergebnis für die Gruppierung setzt es in Pechbrunn, wo nur 1,87 Prozent ihr Kreuzchen für die Freien machen. Das beste Resultat kommt aus Kastl (7,62).

Der freie Kandidat Konrad Dippel aus Trabitz schafft in acht Gemeinden sogar zweistellige Ergebnisse. Sein Spitzenwert stammt wohnortnah aus Kastl. 15,93 Prozent votierten dort für den politischen "Paradiesvogel" aus Trabitz. Am wenigsten Dippel-Wähler gibt es in Pechbrunn (2,75 Prozent) und Waldershof (4,25 Prozent). Ansonsten nimmt der Pressather Holzhändler im Landkreis überall die Fünf-Prozent-Hürde.

Die Linke kommt bei der Zweitstimme im Landkreis Tirschenreuth diesmal nur fünf Mal über diese Marke: in Friedenfels (5,41), Krummennaab (5,19), Neualbenreuth (5,45), Waldsassen (5,49) und Wiesau (5,98). Der Linken-Direktkandidat Christian Weidner schafft das übrigens nur in Mitterteich (5,36), Neualbenreuth (5,49) und Waldsassen (5,83).

Ihr Landkreis-Rekordergebnis fährt die AfD in Immenreuth ein, wo 16,37 Prozent ihr die Zweitstimme geben. Auch Brand (15,40) und Kulmain (14,65) liegen weit über dem Schnitt. Das schlechteste Resultat setzt es in Falkenberg, wo lediglich 4,36 Prozent der Wähler für die neue Gruppierung im Bundestag votieren. Einstellig bleibt die AfD ansonsten nur noch in Kastl (8,48). In allen anderen Kommunen räumt sie zweistellig ab.

Viele gehen zur Wahl

In der Hälfte der Städte und Gemeinden wird bei der Wahlbeteiligung die 80-Prozent-Marke geknackt. Die höchste Quote meldet Konnersreuth. 84,70 Prozent geben dort bei der Bundestagswahl ihre Stimme ab. Hohe Werte gibt es auch in Kastl (84,06) und Neualbenreuth (83,36). Die schlechteste Wahlbeteiligung registriert man in Kemnath. Aber auch dort machen noch 74,53 Prozent der Bürger ihre Kreuzchen auf dem Stimmzettel.

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