19.10.2017 - 18:30 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Doppelsitzung des Bayerischen Landkreistags in Tirschenreuth "Baxi" kommt bei Landräten an

Vom Tirschenreuther "Baxi" haben Bayerns Landräte schon so einiges gehört. Auch die Musterwohnung des Landkreises finden die Kommunalpolitiker interessant: zwei Gründe, die am Donnerstag im Stiftland zu einer Premiere führen.

Premiere im Konferenzraum der Hamm AG: Erstmals tagten dort die Ausschüsse "Gesundheit und Soziales" sowie "Wirtschaft und Verkehr" des Bayerischen Landkreistags gemeinsam. Ins Stiftland kamen die Landräte vor allem wegen des "Baxis", das bayernweit Interesse erregt. Peter Zimmert (vorne links) und Landrat Wolfgang Lippert (links dahinter) stellten das Konzept der Taxi-Busse vor. Bild: wb
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Die Ausschüsse für Wirtschaft und Verkehr sowie für Gesundheit und Soziales des Landkreistags trafen sich erstmals zu einer gemeinsamen Sitzung. Schauplatz der Beratungen war der Konferenzraum der Hamm AG. Vorstand Reinhold Baisch skizzierte die Entwicklung des Unternehmens, das sich von einer Nischenfirma zum Weltmarktführer entwickelt hat. Er sparte dabei auch Probleme nicht aus, welche die Hamm AG meistern muss, um die Stellung zu behaupten.

ÖPNV-Mann Peter Zimmert aus dem Tirschenreuther Landratsamt stellte das "Baxi" vor. Nach Auskunft des Chamer Landrats Franz Löffler, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr, hat das Projekt "sehr guten Anklang" gefunden. Vor allem die Möglichkeit der individuellen Zielortwahl gefiel den Landräten. Die Politiker fordern, dass solche Projekte unbefristet gefördert werden. Es sei nachhaltige finanzielle Unterstützung nötig, um Betreibersicherheit zu gewährleisten.

Auch digitale Mobilitätsplattformen waren ein Thema. Als Möglichkeit stellte stellte Löffler aus seinem eigenen Landkreis Cham die brandneue App "Wohin du willst" vor, die in Echtzeit Bus- und Zugfahrpläne mit privaten Mitfahrangeboten vernetzt: eine Möglichkeit, Lücken im ÖPNV zu schließen.

In der Pflicht sahen die Landräte den Freistaat auch beim Mobilfunk. "Wir haben uns deutlich dafür ausgesprochen, dass der Staat die Mobilfunklöcher schließt. Und dies muss zeitnah erfolgen", formulierte Löffler nach der Sitzung die Forderung der Landräte. Die Kreischefs wollen, dass das Thema in drei Jahren erledigt ist.

Im Gesundheitsbereich stehen die Landräte ebenfalls vor großen neuen Herausforderungen. Durch eine Reihe von Reformen beziehungsweise Gesetzesänderungen sehen die Landkreischefs viele neue Probleme auf sich und die Krankenhäuser zukommen. Die Auswirkungen der neuen Hebammenvergütung wurden hinter verschlossenen Türen ebenso diskutiert wie die Personaluntergrenze für pflegeintensive Abteilungen und die notfallmedizinische Versorgung im ländlichen Raum. Zum Kostenproblem wird dabei, dass immer mehr Patienten bei Notfällen gleich ins Krankenhaus gehen statt den ärztlichen Notdienst aufzusuchen. Dem will man gegensteuern.

Es wurden dabei auch Wege und Möglichkeiten diskutiert, noch mehr Forschung und Entwicklung in ländlichen Regionen zu verankern. Auch der Fachkräftemangel war ein wichtiges Thema. Die Landräte wollen, dass der Bund das Programm für die Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa (MobiPro-EU) neu auflegt. Nach den Beratungen teilten sich die Landräte in zwei Gruppen auf: Eine besichtigte die Firma Hamm, die andere die Musterwohnung.

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