07.12.2016 - 16:46 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Förderoffensive Nordostbayern läuft an Innenstädte aufpeppen

Revitalisierung heißt das Zauberwort. Attraktive Ortskerne sollen auch ein attraktives Wohnumfeld schaffen. Und so der Abwanderung entgegenwirken. Kostet Geld, lohnt sich aber. Und das sagt nicht nur die Staatsregierung.

Leerstände wie hier in der Tirschenreuther Dammstraße sollen mit der neuen Förderoffensive beseitigt werden. Bild: bz
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Erst war die Enttäuschung groß, dann die Freude umso größer: War der Landkreis zunächst bei der Förderoffensive Nordostbayern des Freistaates außen vor geblieben, hat's dann ja vier Wochen später doch noch geklappt. Damit können bauliche Maßnahmen für mehr Lebensqualität in den Stadt- und Ortskernen mit 90 Prozent bezuschusst werden. Konkret geht es dabei vor allem um die Beseitigung von Leerständen.

Wie das funktionieren soll, darüber informierten am Dienstag Regierung der Oberpfalz und Amt für Ländliche Entwicklung alle 26 Gemeinden des Landkreises im Landratsamt. "Ein enorm wichtiges Zeichen für eine zukunftsorientierte Entwicklung des ländlichen Raumes", bewertete Landrat Wolfgang Lippert das Förderinstrument. Schließlich gehen die Prognosen in den nächsten Jahren von einem Bevölkerungsschwund im Landkreis von gut elf Prozent aus.

Auch wenn Tirschenreuth zwischen 2005 und 2015 jedes Jahr rund 450 Menschen weniger gezählt und damit 5,7 Prozent der Bevölkerung verloren hat: "Ich hoffe nicht, dass die Prognosen eintreffen", setzte Regierungspräsident Axel Bartelt auf die Förderoffensive. "Der Negativtrend wird sich zwar fortsetzen, aber abschwächen."

Davon war auch Leitender Baudirektor Willi Perzl vom Amt für Ländliche Entwicklung überzeugt. "Die Oberpfalz befindet sich derzeit im Aufwind und der Landkreis Tirschenreuth gefällt mit unglaublichen Vergleichszahlen." Perzl redete aber den Bürgermeistern ins Gewissen: "Jeder Bauplatz auf der grünen Wiese ist ein potenzieller Leerstand im Innenbereich." Als wohl einziger Landkreis in Bayern könne Tirschenreuth flächendeckend einen Vitalitäts-Check vorweisen und so auch Leerstände festmachen.

Und genau daran orientiert sich das neue Programm, das sich der Städtebauförderung und Dorferneuerung bedient - zwei verwandte, aber nicht identische Instrumente. Bei der Verwendung der Gelder soll "nicht wie mit der Gießkanne, sondern zielgerichtet" gearbeitet werden, wie es Dr. Hubert Schmid von der Regierung formulierte. "Wir betreiben keine Wirtschaftsförderung, sondern wollen Ortskerne aufpeppen und das Ortsbild prägende Gebäude mit neuem Leben erfüllen." Alte, gewachsene Ortsbilder sah der Leitende Baudirektor "nicht als Last, sondern als eine Chance". Das schaffe auch Identität und stärke das Heimatgefühl.

Baudirektor Klaus Bergbauer vom Amt für Ländliche Entwicklung stellte sich da vor allem Gebäude für gemeindliche oder gemeinschaftliche Zwecke vor, erinnerte an Dorfläden und Gemeinschaftshäuser.Sportliche Vorgaben

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp