08.02.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Förderung durch "Aktion Mensch" läuft aus Netzwerk Inklusion wird auf neue Beine gestellt

Im Sommer läuft die Förderung des "Netzwerks Inklusion" durch die "Aktion Mensch" im Landkreis Tirschenreuth aus. 90 Prozent der zur Verfügung stehenden Finanzmittel fallen damit weg. Trotzdem geht es mit dem Netzwerk weiter. Das Projekt wird - auch dank des Landkreises Tirschenreuth - finanziell auf neue Beine gestellt.

von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Seit dem Jahr 2015 gibt es das Netzwerk bereits. Projektträger ist ein Tochterverein der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Tirschenreuth, die bislang die restlichen zehn Prozent der Kosten trug. "Eine Anschlussförderung durch die ,Aktion Mensch' ist leider nicht mehr möglich", informierte Landrat Wolfgang Lippert den Kreisausschuss. Eine ehrenamtliche Fortführung der Arbeiten kann sich die Lebenshilfe nur schwer vorstellen. Damit könnten die vielen anstehenden Aufgaben nicht "in einem zufriedenstellenden Rahmen" erfüllt werden, so die Lebenshilfe.

Am liebsten hätte die Lebenshilfe deshalb eine personelle Beteiligung des Landkreises gesehen. Doch das wurde aufgrund der Sparzwänge bereits bei den Vorgesprächen abgelehnt. Stattdessen wurde ein Konzept ausgehandelt, nach dem der Landkreis mit einer Finanzspritze einsteigt und so den Fortbestand der Einrichtung sichert.

"Nach einem Vorgespräch wäre die Lebenshilfe-Kreisvereinigung mit einem Pauschalzuschuss von jährlich 30 000 Euro einverstanden", informierte Lippert die Fraktionen. Der Landrat schlug vor, den Betrag zunächst für zwei Jahre zu gewähren.

Christina Ponader, die als Sozialpädagogin das Projekt leitet, stellte im Kreisausschuss ihre Arbeit und das Projekt noch einmal vor. "Ich glaube, dass wirklich viel geschehen ist", meinte sie. Die Vernetzung vieler Akteure habe im Bereich Inklusion einges bewegt. "Da wir Ideen und Manpower zusammenwerfen, schaffen wir viel mehr als jeder allein für sich bewegen könnte", meinte sie.

Die Sozialpädagogin kündigte an, das Mitterteicher barrierefreie Freizeitführer-Projekt auch auf andere Städte im Landkreis auszudehnen. Zudem sei ein Einkaufsbummel unter dem Blickwinkel "Barrierefreiheit" in Tirschenreuth geplant. Man wolle vor der Landtagswahl mit Politikern ins Gespräch kommen und plane mit dem Kreisjugendring einen "Inklusiven Poetry-Slam-Workshop". Zudem werde die Zahl der Netzwerker im März um weitere zwei Partner auf dann 21 ansteigen, verriet sie bei der Sitzung im Landratsamt.

Die Projektleiterin und Landrat Lippert mussten gar nicht viel Überzeugungsarbeit leisten. Einstimmig gaben die Kreisräte das Geld für die Fortsetzung der Arbeit frei. Quer durch alle Fraktionen zeigten sich die Kommunalpolitiker vom Projekt und der Sinnhaftigkeit dieser Förderung überzeugt. Die Würdigung reichte von "Das ist sicher im Sinne derjenigen, die Inklusion benötigen" (Toni Dutz, CSU) über "das zu fördern ist wichtig" (Hans Klupp, FW) und "eine ganz tolle Geschichte" (Günter Kopp, Zukunftsliste) bis hin zu "volle Unterstützung" (Rainer Fischer, SPD).

Der neue Lebenshilfe-Vorsitzende Roland Grillmeier meinte, dass das Projekt bei seiner Einrichtung gut angesiedelt sei. Christina Ponader leiste dort wertvolle Arbeit für die Lebenshilfe und den Landkreis. Sie betreue dort ein Vorzeigeprojekt. Vorsitzender Grillmeier: "Man schaut deswegen auf uns."

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