21.09.2017 - 20:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Geld für einen Museumsprofi

Museumsregion hört sich gut an. Das finden auch die Kreisräte und machen Geld für eine hauptamtliche Fachkraft locker, die den Weg dazu ebnen soll. An Arbeit wird es dem "Museumsprofi" auf gar keinen Fall fehlen.

Im Landkreis Tirschenreuth gibt es viele ungewöhnliche Museen, angefangen vom Geschichtspark Bärnau über das Falkenberger Burgmuseum bis hin zum Tirschenreuther Museumsquartier (Bild). Eine Fachkraft soll helfen, die Profile zu schärfen und die Zusammenarbeit auszubauen. Bild: tr
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Auf Antrag der beiden Zweckverbände Interkommunale Zusammenarbeit (IKom) Stiftland und Steinwald-Allianz stimmte der Kreisausschuss am Montag einer kräftigen Finanzspritze aus dem Landkreis-Säckel für die Einstellung einer musealen Fachkraft zu.

Landrat Wolfgang Lippert gab dem Kreisausschuss klar die Richtung vor: "Wir haben Museen mit einzigartigen Themen. Wir brauchen hier wirklich einen Profi." Das sahen auch alle Fraktionen so. Einstimmig beschlossen die Kommunalpolitiker, die Hälfte der Personalkosten zuzuschießen. Die Zusage gilt für drei Jahre. Sollte dann weiter Bedarf bestehen, muss erneut beraten werden. Gedeckelt ist die Beteiligung des Landkreises mit 35 000 Euro pro Jahr. Noch eine Bedingung stellte der Ausschuss: Die Einstellung soll nicht durch den Landkreis erfolgen. Da müssen die Antragsteller eine andere Möglichkeit finden.

Die Idee ist übrigens nicht ganz neu. vor ein paar Jahren hatte die Stadt Tirschenreuth bereits einen ähnlichen Anlauf unternommen, aber erfolglos. Mittlerweile, so argumentieren die beiden kommunalen Zusammenschlüsse, hätten sich aber die Rahmenbedingungen grundlegend geändert. Sprich: Die Landesstelle für nichtstaatliche Museen hat eine Anschubfinanzierung des Vorhabens für zwei bis drei Jahre in Aussicht gestellt. Bis zu einem Drittel der förderfähigen Kosten könnten als weiterer Zuschuss fließen.

An Arbeit dürfte es dem Profi nicht mangeln, denn die IKom Stiftland und die Steinwald-Allianz haben bereits ganz konkrete Vorstellungen, wo der oder die "Neue" den Hebel ansetzen soll. Auf der To-do-Liste stehen eine koordinierte Öffentlichkeitsarbeit, ein museumsübergreifendes Marketingkonzept, ein gemeinsames Fördermanagement, Schärfung der inhaltlichen Profile und eine bessere Vernetzung mit anderen touristischen Einrichtungen. Der Landkreis Tirschenreuth soll zu einer "stimmigen Museumsregion mit einem hochwertigen Angebot" weiterentwickelt werden. Aufpassen müsse man dabei jedoch, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht verprellt werden, warnte Rainer Fischer (SPD).

Die Museumslandschaft wird sich übrigens in absehbarer Zeit auch noch aus einem anderen Grund verändern. Bürgermeister Toni Dutz (CSU) meldete vorsorglich schon mal Bedarf für "Profistunden" an. Sein Markt Wiesau plant im Bahnhof ein Museum zu den Themen Grenzlager und Bahngeschichte.

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