16.03.2017 - 20:10 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kooperation für benachteiligte Jugendliche soll Kräfte der Behörden bündeln Gegen Berufswunsch „Hartzer“

Es gibt keine neue Behörde und keine neuen Stellen. Aber die Zusammenarbeit aller Beteiligten soll durch die Gründung einer Jugendberufsagentur optimaler laufen. Erklärtes Ziel ist, benachteiligten Kindern und Jugendlichen den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu erleichtern. Der Jugendhilfeausschuss befürwortete den Abschluss einer entsprechenden Kooperation zwischen Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendamt, die als Sozialleistungsträger für die Betroffenen zuständig sind.

von Michaela Kraus Kontakt Profil

"Wir wollen, dass Jugendliche nicht durchs Raster fallen", begrüßte Landrat Wolfgang Lippert eine Stärkung der Strukturen. Dabei sei keine räumliche Zusammenlegung vorgesehen, erklärte Dietmar Schmutzer von der Weidener Agentur für Arbeit. "Manchmal gibt es Betreuungslücken. Die wollen wir schließen und die Abstimmung optimieren, damit keiner ungerecht behandelt wird." Die Grundidee zur Einrichtung von Jugendberufsagenturen stamme aus Hamburg und solle flächendeckend umgesetzt werden, nannte Schmutzer den gesetzlichen Hintergrund. "Junge Menschen unter 25 Jahren, deren Eltern schon lange Grundsicherung beziehen, sollen gezielt unterstützt werden", sagte der Führungsberater der Arbeitsagentur. Dem Berufswunsch, "Hartzer" zu werden, wolle man entgegenwirken: "Wir müssen konzentriert an die Jugendlichen ran, damit sie nicht mit 20 oder 30 Jahren als Langzeitarbeitslose beim Jobcenter landen." Dazu sollten alle möglichen Partner wie Schulen und Kommunen mit ins Boot geholt werden.

Dietmar Schmutzer hatte auch Zahlen parat. Demnach gab es im Oktober 2016 im Landkreis Tirschenreuth 434 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte unter 15 Jahren. Man werde sich nicht um alle diese Fälle kümmern können, denn es gebe kein zusätzliches Personal, schränkte der Sprecher ein. Wir werden uns aber die Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf herauspicken, die es aus eigener Kraft wohl nicht schaffen, aus der Grundsicherung herauszukommen. Ich wette mit Ihnen, es sind mehr als 10", schätzte er die Zielgruppe ein.

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