Letzte Stadtratssitzung des Jahres in Tirschenreuth
Solide Basis für die Zukunft

Das kulturelle Angebot in der Kreisstadt ist ebenfalls ein wichtiger Wert für die Lebensqualität. Im nächsten Jahr dürfen sich die Theaterfreunde wieder auf den "Oberpfälzer Jedermann" freuen. Archivbild: Grüner
Politik
Tirschenreuth
18.12.2016
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Im Stadtrat herrscht nicht immer eitel Sonnenschein, wohl aber eine gute Stimmung. Da wunderte der verbale Ausrutscher von Peter Gold nicht. Der dankte in seiner Weihnachtsansprache den Kollegen für die "humorvolle", pardon, harmonische Zusammenarbeit.

Der Stadtpolitik stellen alle Mitglieder im Stadtrat ein gutes Zeugnis aus. Gemeinsam klopft man sich für die Erfolge und den Imagewandel auf die Schulter, vergisst in den Weihnachtsansprachen aber auch die fleißigen Helfer aus der Bürgerschaft nicht.

Bei der letzten Stadtratssitzung des Jahres war Bürgermeister Franz Stahl sichtlich stolz auf die positiven Neuerungen und Verbesserungen, nannte dabei die medizinische Versorgung, das soziale Leben und den Bildungsstandort. Rund 28 Millionen Euro würde die Kliniken AG in Tirschenreuth investieren, zudem läuft für den Wissenschaftsstandort der OTH die Sanierung des alten Polizeigebäudes. Bei den Vorhaben nannte Stahl unter anderem das neue Feuerwehrhaus und die Planungen für das Ruffing-Areal, in dem die Tourist-Info und ein Verwaltungs-Service-Zentrum Platz finden sollen.

Erwähnung fand in den Ausführungen das kulturelle Angebot, dem auch 2017 nicht die Höhepunkte fehlen werden. "Cool-Tour-Sommer" oder der "Oberpfälzer Jedermann" führte der Bürgermeister hier an. Und schließlich setzt das Stadtoberhaupt große Hoffnungen in die Gartenschau-Bewerbung. Sollte Tirschenreuth nicht zum Zuge kommen sei das kein Beinbruch. Dann würde das Konzept für eine weitere attraktive Gestaltung der Innenstadt halt in kleinen Schritten umgesetzt. Als Resümee bescheinigte Stahl der Stadt den Titel "Wirtschaftsstandort Nr. 1 im Landkreis". Und trotz der enormen Investitionen in den vergangenen Jahren sei es gelungen, die Schulden der Stadt um über 30 Prozent zu senken. "Das ist eine solide Basis für die Zukunft", so Stahl. Von den Stadträten wünschte er sich, "dass Sie die zukunftsorientierte Entwicklung unserer Stadt mit Anregungen und Vorschlägen weiter begleiten - und so manchen unkonventionellen Vorschlag ihres Bürgermeisters unterstützen".

Stolz auf aktive Bürger

"Die Menschen bei uns sind mit dem Leben zufrieden", freute sich CSU-Fraktionschef Peter Gold über das Ergebnis einer Umfrage. Und die Investitionen gerade in Kernbereiche der Stadt würden weitere städtebauliche Akzente setzen. "Wir wollen in Tirschenreuth ein Klima schaffen, dass die Menschen das Gefühl haben, nirgendwo anders leben zu wollen", blickte Gold nach vorne. Dabei werde Lebensqualität nicht an Monumenten gemessen, sondern daran, ob man mit seinem Einkommen ein gutes Leben führen kann. Zu den Grundbedürfnissen kommen die soziale Bürgergesellschaft, Kultur, Bildung oder Freizeitgestaltung. "Tirschenreuth kann dies alles zur Verfügung stellen", bescheinigte Gold. Zudem könne der Ort auf seine vielen engagierten Ehrenamtlichen stolz sein. "Wir haben Bürger die hinschauen statt wegschauen, die handeln statt abzuwarten." Die Menschen auf der Schattenseite oder die Asylsuchenden würden von dieser Hilfsbereitschaft profitieren.

Manfred Zandt für die Freien Wähler wertete das Stadtumbaukonzept als Rahmenplan für nachhaltige Verbesserungen. Zum Ruffing-Areal regte er an, auch die Stadtkämmerei dort unterzubringen. Dadurch würden auch die Probleme mit dem alten Gebäude an der Schmellerstraße gelöst. Und bei den Erfolgen wollte Zandt nicht vergessen, dass die nur durch die hohen Steuereinnahmen möglich seien. Besonders freute sich auch der Freie Wähler über die Initiativen für die Flüchtlinge. "Tirschenreuth ist bunter und vielfältiger geworden", so Zandt.

Für die Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Die Grünen beleuchtete Florian Busl die Bemühungen der Stadt um den Titel Fair-Trade-Town. Die Initiative solle schließlich auch dazu führen, dass jeder Mensch von seiner Arbeit sorgenfrei leben kann. Dabei kritisierte Busl unseren hohen Ressourcenverbrauch und gerade mit Blick auf überladene Gabentische sollte man sich die Frage stellen: Brauchen wir das wirklich? Karl Berr für die Wählergemeinschaft Umwelt dankte allen Mitbürgern, die sich für eine lebens- und liebenswerte Stadt einsetzen.

Wir wollen in Tirschenreuth ein Klima schaffen, dass die Menschen das Gefühl haben, nirgendwo anders leben zu wollen.CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Gold


Tirschenreuth ist der Wirtschaftsstandort Nr. 1 im Landkreis.Bürgermeister Franz Stahl
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