Mit Stift gegen Beton

Stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende Angela Frank (rechts) und Gudrun Müller von den Grünen (links) finden, dass es auch im Landkreis Tirschenreuth genug Beispiele für einen unnötigen Flächenverbrauch gibt. Sie sammeln Unterschriften für ein Volksbegehren. Bild: exb
Politik
Tirschenreuth
06.12.2017
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Auch im Landkreis Tirschenreuth gibt es Beispiele für unnötigen Flächenfraß. Das finden zumindest die Grünen und die ÖDP. Mit Unterschriften wollen sie ein Umdenken herbeiführen.

Unter dem Motto "Betonflut eindämmen - "Damit Bayern Heimat bleibt" haben sich die Grünen, die ÖDP und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft zusammengeschlossen, um ein Volksbegehren gegen den zügellosen Flächenverbrauch in Bayern zu erwirken. "Jeden Tag verschwinden in Bayern 13 Hektar unter Asphalt und Beton. Wir finden: Es reicht und wollen eine gesetzliche Grenze für den Flächenverbrauch und somit die Betonflut eindämmen", informieren die Initiatoren.

Am Samstag sammelten stellvertretende ÖDP-Kreisvorsitzende Angela Frank und Gudrun Müller von den Grünen bei einem Einkaufsmarkt in Tirschenreuth in der Mitterteicher Straße drei Stunden lang Unterschriften für das Volksbegehren. Etwa 100 Passanten trugen sich in die Listen ein. Insgesamt schätzt Frank, dass mittlerweile 13 000 der für das Volksbegehren nötigen 25 000 Unterschriften beisammen sind. Ziel sei es, den ungebremste Flächenverbrauch, die Versiegelung und Verdichtung des Bodens und damit die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen zu stoppen. Das vernichte nicht nur Acker und Grünland, sondern begünstige auch die Gefahr von Hochwasser. "In Zeiten des Klimawandels ist dieses Thema hochbrisant und aktueller denn je", meinte Gudrun Müller von den Grünen.

Bei der Ausweisung von immer neuen Gewerbe- und Industriegebieten laufe ein ruinöser Wettbewerb zwischen den Gemeinden und Regionen ab. In der Region sei neben dem geplanten Industriegebiet Weiden-West IV mit einer Größe von 47 Hektar bebaubarer Fläche auch ein Industriegebiet im Raum Wiesau/Mitterteich von bis zu 40 Hektar sowie ein weiteres in Marktredwitz mit 38 Hektar geplant.

"Derzeit sind in Bayern mindestens 11 000 Hektar vorhandene Gewerbeflächen ungenutzt. Wir haben also keinen Mangel an Gewerbeflächen, sondern einen Überfluss. In bayerischen Ballungsräumen fehlen Wohnungen, während in ländlichen Regionen große Wohneinheiten leer stehen", weiß Müller von den Grünen.

Durch die angestrebte Gesetzesänderung soll der Flächenverbrauch ab 2020 in Bayern auf durchschnittlich 5 Hektar pro Tag begrenzt werden. Frank: "Das sind immerhin noch 50 000 Quadratmeter täglich in Bayern." Es müsse intelligenter geplant werden und bereits versiegelte Brachflächen müssten besser genutzt werden. Wer die Aktion unterstützen will, kann sich eine Liste aus dem Internet herunterladen.

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Weitere Informationen:

www.oedp-bayern.de
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