22.01.2018 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mittelstandsunion im Gespräch mit Kliniken AG-Chef Kliniken AG trotzt Bürokratiewahn

Über die Entwicklung der Kliniken Nordoberpfalz AG informierte sich der Kreisverband der Mittelstandsunion bei einem Besuch des Tirschenreuther Krankenhauses. Vorstand Josef Götz zeigte sich erfreut, dass bis zum Jahr 2016 bereits in vier aufeinanderfolgenden Jahren ein positives Jahresergebnis ausgewiesen werden konnte. Die Rahmenbedingungen seien für die Zukunft hingegen alles andere als förderlich.

Leonhard Zintl von der Mittelstandsunion (rechts) bedankte sich bei Vorstand Josef Götz und seiner Kollegin Krankenhausleiterin Claudia Kost für den Informationsaustausch und lobte die wegweisende Entwicklung der Krankenhaus AG Nordoberpfalz.
von Roman MelznerProfil

Die Auswirkungen des Krankenhausstrukturgesetzes habe sich im Jahr 2017 auch auf die Häuser der Nordoberpfalz ausgewirkt. Götz erinnerte dabei unter anderem an den Wegfall des Versorgungszuschlags bei der Pflege und den täglichen Bürokratiewahn, dem man ausgesetzt sei. Der Kostendruck sei eine Never-Ending-Story, so Götz. So sei der durchschnittliche Landesbasisfall für einen Patienten zwar um rund ein Prozent angestiegen, alleine die Personalkosten hätten aber um knapp das Dreifache zugenommen.

Insgesamt verfüge die Kliniken AG über knapp 1000 Betten. Der Vorstand ging weiter auf die Entwicklung verschiedener Bereiche ein und zeigte auf, wie sinnvoll der Zusammenschluss der einzelnen Krankenhäuser ist. "Unsere Mediziner helfen in den Krankenhäusern rund 44 000 stationären und etwa 65 000 ambulanten Patienten pro Jahr, so Götz.

Neben dem Klinikum in Weiden gebe es in Neustadt/WN, Vohenstrauß, Tirschenreuth, Waldsassen, Kemnath und Eschenbach weitere sechs Akutkrankenhäuser, die sich teils spezialisiert hätten oder ein Haus der Grundversorgung mit der Versorgungsstufe I seien. Hinzu kämen die beiden Rehakliniken in Erbendorf und Waldsassen sowie das Zentrum für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Neustadt/WN.

Auch auf die bauliche Entwicklung ging Götz ein. So soll die Palliativstation Ende 2018 von Neustadt nach Weiden umziehen. Zeitgleich starte in Neustadt eine stationäre Hospizstation. Weiter laufen laut Götz die Planungen für die Errichtung eines Fachärztehauses durch einen Privatinvestor auf dem Augustinergelände in Weiden. Die Generalsanierung der Reha-Klinik in Erbendorf sei in Vorbereitung, begonnen werde aber nicht vor dem Jahr 2019. Mit dem Abschluss der Baumaßnahmen am Tirschenreuther Krankenhaus rechnet Goetz bis Mitte 2021. Die Rahmenbedingungen für das Jahr 2018 sind geprägt vom Fachkräftemangel, der sich auch im Gesundheitswesen zunehmend ausbreitet.

In der Diskussion ging Kreisvorsitzender Leonhard Zintl auf die Finanzierung der Betriebskosten der Kliniken ein, bei denen er den Bund stärker gefordert sieht. Auch der gesetzlich notwendige Abbau des Bürokratie- und Kontrollwahns könne zu Einsparungen führen, womit medizinisches Personal aufgestockt werden könne, meinte er.

Ebenso behandelte die Diskussionsrunde das Thema Digitalisierung, bei dem der Freistaat in der Pflicht stehe. Josef Götz freute sich aber auch über eine Erhöhung der Krankenhausförderung in Bayern für das Jahr 2018, wobei es voraussichtlich aber überwiegend nur zu höheren Einzelförderungen kommen wird. Eine Überarbeitung der Förderrichtlinien sah der Krankenhauschef dabei nach wie vor als notwendig an.

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