20.09.2017 - 19:48 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neues touristisches Highlight geplant Erlebniswelt in Waldnaabaue

Neben der Himmelsleiter soll es in der Waldnaabaue bald ein weiteres touristisches Highlight geben - mit Aussichtsturm, interaktiven Stationen und Spielgelegenheiten. Der Landkreis steht voll hinter dem Projekt, allerdings stellt Landrat Wolfgang Lippert eine große Bedingung.

Die Waldnaabaue hat viel mehr zu bieten als "nur" Biber (Bild), Adler und Kormoran.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

"Entscheidend ist, dass wir diese Erlebniswelt dann auch entsprechend vermarkten", forderte der Landrat am Montag im Kreisausschuss. Lippert: "Die Leute müssen sagen ,Wahnsinn, was die da haben'."

Leitender Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellte als Ideengeber das Projekt, das im Bereich Großensterz bei Mitterteich Zug um Zug umgesetzt werden soll, vor. Er sprach von interaktiven Stationen, einer Hängebrücke, einer begehbaren Ackerunterwelt, einem Baum-Aussichtsturm und anderen Attraktionen.

Es gehe darum, zusätzlich zur Himmelsleiter und zum Vizinalbahnradweg einen zusätzlichen Zugang und neuen Erschließungsschwerpunkt zu schaffen, erläuterte Wenisch. Man wolle durch eine gezielte Besucherlenkung in den Randbereich die Kernzone entlasten, was ganz im Sinne des Bundesnaturschutzgroßprojekts sei. Das Gebiet bei Großensterz sei wegen der Anbindung an bestehende Rad- und Wanderwege sowie der Nähe zur Autobahn und zur Porzellanstraße sehr günstig gelegen. Auch Parkplätze seien schon vorhanden.

Die Pläne sehen eine Umsetzung in vier Stufen vor. Als erster Schritt soll unter Trägerschaft der Staatsforsten Waldsassen ein Walderlebnispfad entstehen, der dem Landkreis und den Kommunen keinen Cent kostet. Und das trotz einer Investitionssumme von etwa 350 000 Euro. Finanziert wird diese Maßnahme, die schon 2017/2018 realisiert werden soll, aus dem Programm "Besondere Gemeinwohlleistungen".

Dann soll für rund 150 000 Euro unter der Trägerschaft des Landkreises mit Leader-Förderung und mit Beteiligung der Kommunen ein landwirtschaftlicher Erlebnispfad folgen. Gespräche wegen der Wegeführung laufen bereits. Dritter Teil ist eine Teich-Erlebniswelt, für die Wenisch auch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds anzapfen will. Die Umsetzung ist für 2019/2020 angedacht. Noch recht vage sind die Planungen für den vierten Teil, der sich mit dem Thema Moor beschäftigen soll.

Außerdem hat sich überraschend die Möglichkeit für eine Förderung des bereits vor vielen Jahren angedachten zweiten Aussichtsturms in der Waldnaabaue ergeben. Ein neu aufgelegtes Förderprogramm für Waldattraktionen sei wie geschaffen dafür, so der Leitende Landwirtschaftsdirektor. Haken an der Geschichte: Die Planskizzen müssen schon bis Mitte Oktober 2017 eingereicht werden. Bis 31. Oktober 2018 muss das Projekt gebaut und abgerechnet sein. Wenisch: "Das ist zu schaffen." Für die Erlebniswelt hat Wenisch rund eine Million Euro an Kosten veranschlagt. Es könnten dafür viele verschiedene Fördertöpfe angezapft werden.

CSU-Sprecher Toni Dutz betonte, dass die ganze Fraktion das Projekt positiv sehe. Bürgermeister Roland Grillmeier (CSU) versicherte, dass die Stadt Mitterteich auf jeden Fall ihren Anteil leisten werde: "Ich finde, das ist ein tolles Projekt." Den zweiten Turm habe man doch schon immer gewollt, und ungemein positiv sei es, dass auch die Landwirtschaft mitmache. "Solch eine Förderung werden wir wohl später nicht mehr kriegen."

CSU-Mann Dutz und Hans Klupp von den Freien Wählern ist es wichtig, das die Teich- und Landwirte von Anfang an mit einbezogen werden. Auch der Unterhalt müsse bei der Konzeption bereits berücksichtigt werden, meinte Klupp. Ein klares Ja kam auch von Günter Kopp von der Zukunftsliste, und SPD-Sprecher Rainer Fischer freute sich schon über "eine Steigerung der Attraktivität, ohne dem Kernbereich zu schaden".

Die einstimmig gefassten Beschlüsse sehen eine Beteiligung des Landkreises am landwirtschaftlichen Erlebnispfad und der Teicherlebniswelt von jeweils 15 000 Euro vor. Sicherheitshalber wurden Deckelungen von 20 000 Euro festgelegt. Außerdem bekundete der Kreisausschuss Bereitschaft, beim Zuschussantrag für den Bau des Baum-Turms als Antragsteller aufzutreten.

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