25.09.2017 - 16:42 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Reiner Meier nach dem verpassten Einzug in den Bundestag Rückkehr vom Karriere-Gipfel

Glücklich ist er nicht, aber im Vergleich zu anderen CSU-Politikern reagiert Reiner Meier an Sonntagabend gefasst. Dabei war früh klar, dass das Wahlergebnis für ihn nicht nur als Parteimitglied, sondern auch ganz persönlich eine Niederlage bedeutet.

Abstieg von der Himmelsleiter: Reiner Meier war am Sonntagnachmittag mit seiner Ehefrau Ulrike per Fahrrad an der Waldnaab-Aue unterwegs. Bild: exb
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Wegen des schwachen Abschneidens der CSU hatte Listenkandidat Reiner Meier keine Chance, erneut in den Bundestag einzuziehen. Nach vier Jahren endet seine Laufbahn als Abgeordneter - zumindest vorerst. Ob es für den 63-Jährigen in vier Jahren eine Fortsetzung gibt, ist fraglich. "Das ist natürlich nicht das Ergebnis für das wir gekämpft haben", kommentierte Meier. Danach ging er sofort auf die AfD ein, deren Abschneiden sei ihm "ein Gräuel".

Auf seine eigene Situation angesprochen, reagierte der Tirschenreuther gefasster. Auch wenn er sich vor der Wahl zuversichtlich gab: Er hatte sich wohl mit der Möglichkeit befasst, den Einzug zu verpassen. Tatsächlich wäre es auch eng geworden, wenn die CSU wie prognostiziert knapp 50 Prozent erreicht hätte. Schon 2013 half ihm, dass die FDP aus dem Parlament flog. Nun kommen nicht nur die Liberalen zurück, die AfD zieht als neue Kraft ein.

Auch wenn er sich bis zum Schluss optimistisch gab, war Meier bewusst, dass es eng wird. Ein wenig hatte er sich schon vor der ersten Hochrechnung am Sonntag zurückgezogen. Seine Stimme gab er per Briefwahl ab, den Sonntagnachmittag verbrachte er mit seiner Frau bei einer Radl-Tour durch die Waldnaab-Aue.

Am Sonntagabend war dann keine Bitterkeit zu hören: "Wenn ein Bergsteiger vom Gipfel zurückkehrt, klagt er nicht über die Anstrengungen, er schwärmt vom Gipfelergebnis", vergleicht Meier. Für ihn sei der Bundestag der Karriere-Gipfel gewesen. Er blicke zufrieden zurück. Vor allem im Gesundheitsausschuss habe er sich eingebracht, darauf sei er stolz.

Zur beruflichen Zukunft mochte sich Meier am Sonntagabend nicht äußern. "Das ist jetzt zu früh." Nur eines wusste er: Mit Rente und Rückzug ins Privatleben wolle er sich nicht befassen. Immerhin sei er jeweils stellvertretender Vorsitzender der Arbeitnehmerunion auf Landes- und auf EU-Ebene. Mindestens in diesen Funktionen setze er sich weiter ein (Weitere Berichte zur Wahl lesen Sie auf den Seiten 28 und 29) .

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