18.03.2018 - 16:36 Uhr
Tirschenreuth

Wählergemeinschaft Umwelt lehnt Ausweisung ab - Platz für Wohnmobile Wegen Storch gegen Baugebiet

Die Stadt Tirschenreuth hat im Bereich am Fischhof einen Stellplatz für Wohnmobile geschaffen. "Dort sollen im Rahmen des Bebauungsplanes "Am Fischhof" auch Anschlussmöglichkeiten für Strom und Wasser sowie für die Entsorgung von Abwasser eingerichtet werden. Auch öffentliche Toiletten werden in diesem Zusammenhang entstehen", erläuterte Bürgermeister Franz Stahl im Ausschuss für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Hier am Fischhof entsteht in neuer Wohnmobilstellpaltz, der nun in der Ausschusssitzung gewidmet wurde.
von Konrad RosnerProfil

Das Gremium beschloss bei der Sitzung im Rathaus bei einer Gegenstimme, und die kam von Karl Berr von der Wählergemeinschaft Umwelt, die Widmung dieses Wohnmobilstellplatzes. Auf Anfrage von Hans Zölch (Freie Wähler), wie viele Stellplätze dort entstehen sollen, sagte der Bürgermeister, dass rund 15 Stellplätze geplant seien.

Im Zuge der Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes sollen laut Stahl in Richtung Lohnsitz auch vier Bauparzellen ausgewiesen werden. Das lehnte Karl Berr ebenfalls strikt ab. Aus Sorge um den Storch sei er gegen das geplante kleine Baugebiet in der Auenlandschaft zwischen Büttelloch und Naab, ließ er wissen. Dieses Grundstück, so Berr, liege zudem im Überschwemmungsgebiet.

Der Storch, so Berr, brauche diese nahen Feuchtwiesen, um Frösche, Mäuse, Würmer, Insekten und andere Nahrungstiere zu fangen. Wenn er zu weit fliegen müsse, koste dies zu viel Kraft und die Aufzucht der Jungen könne scheitern, dies sei wissenschaftlich belegt, argumentierte Berr. Er wies darauf hin, dass es für die Störche sowieso immer schwieriger werde, Nahrung zu finden. In der modernen Landwirtschaft werde das Angebot für den Storch immer geringer. Verkleinere man das nestnahe Nahrungsangebot noch weiter, könne es durchaus sein, "dass die Störche gar nicht mehr kommen".

Den Einwand von zweitem Bürgermeister Peter Gold, "die Störche fliegen doch bis Afrika, dann können sie zur Nahrungsaufnahme auch ein wenig weiter fliegen" ließ Berr nicht gelten. Der WGU-Stadtrat verwies vielmehr darauf, dass der Storch "kräftig rudern müsse", um abheben zu können. Dies koste sehr viel Kraft und Anstrengung. Anders sei es beim Storchenzug. Der Storch, so Berr, sei ein Segler, der die Aufwinde nutze. Die Störche würden deshalb auch über die Straße nach Gibraltar fliegen und nicht über das Meer, weil es dort keine Thermik gebe.

Berrs Einwand wegen der Störche wies Bürgermeister Franz Stahl zurück. "Wir haben in Tirschenreuth extra eine Storchenwiese geschaffen mit einer Fläche von zehn Hektar. Wir handeln sehr sensibel, was den Storch anbelangt." Vinzenz Rahn (CSU) fand den neuen Wohnmobilstellplatz als sehr positiv, zumal es doch viele Wildcamper gebe. Der Standort im Bereich des Amtsgerichtes sei der ideale Standplatz für Wohnmobile. Er sei eine weitere Bereicherung für das Gartenschaugelände.

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