BFV-Verbandssportgericht zieht dem Bezirksligisten weitere drei Zähler ab
FC Trogen verliert 27 Punkte

Sport
Tirschenreuth
06.04.2018
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Tirschenreuth/Trogen. Das Verbandssportgericht (VSG) des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) hat nun im von BFV-Präsident Dr. Rainer Koch beantragten Wiederaufnahmeverfahren im Fall Micklisch/FC Trogen eine Entscheidung getroffen. Demnach werden dem einstigen Tabellenführer der Bezirksliga Oberfranken Ost weitere drei Strafpunkte abgezogen, so dass Trogen mit den Spielwertungen zugunsten von fünf Vereinen - jetzt insgesamt 27 Zähler verliert.

Damit rutscht das Team von Trainer Florian Narr-Drechsel in der Tabelle mit derzeit zwölf Punkten hinter den TSV Neudrossenfeld II (13 Punkte) auf den vorletzten Tabellenplatz. Schlechter ist nur noch die SpVgg Selb 13 mit neun Zählern. Die letzten beiden Teams steigen direkt ab, drei weitere müssen in die Relegation. Vom rettenden Ufer sind die Trogener mittlerweile 18 Punkte entfernt. Das Bezirkssportgericht hatte im Januar dem FC Trogen neben den als verloren gewerteten Spielen neun zusätzliche Strafpunkte abgezogen, jetzt kommen also drei weitere hinzu. Die Einsprüche von sieben Verei - nen (VfR Katschenreuth, SV Poppenreuth, SpVgg Selb, TSV Kirchenlaibach-Speichersdorf, Eintracht Münchberg, SpVgg Oberkotzau, BSC Saas-Bayreuth) gegen die jeweiligen Wertungen der Partien gegen den FC Trogen hat das VSG letztlich wegen Nichteinhaltung der Frist abgewiesen. Anzeigen müssten bis vier Wochen nach der jeweiligen Partie erstattet werden, heißt es in der Begründung. Der SV Poppenreuth, der zwar sein Spiel gegen Trogen gewonnen hat, ist nachträglich auf den Beschwerde-Zug der sechs anderen Vereine mit aufgesprungen. Wie der BFV nun mitteilt, hat das VSG die Wiederaufnahme des Verfahrens nur deshalb zugelassen, weil sich im Vergleich zum erstinstanzlichen Verfahren vor dem Bezirks-Sportgericht (BSG) neue Erkenntnisse ergeben hatten. War das VSG im November 2017 noch von einem fahrlässigen Handeln des FC Trogen ausgegangen, so ließ sich aufgrund neuer Beweise nun klar feststellen, dass ein vorsätzliches Handeln vorliegt.

Entsprechend erhöhte das VSG die Strafe gegen den FC Trogen um drei auf zwölf Strafpunkte. Zudem wurde die Geldstrafe von 500 Euro auf 1000 Euro verdoppelt. Das Verfahren gegen den Mannschaftsverantwortlichen des FC Trogen, Jens Degenkolb, wurde abgekoppelt. Hier wird es eine gesonderte Verhandlung geben. Auch deshalb, weil die Sportrichter nach eindeutiger Beweislage zu dem klaren Schluss gekommen sind, dass der Verstoß von zwei Personen ohne Kenntnis weiterer Vereinsfunktionäre des FC Trogen begangen worden ist. Trogens Vorsitzender Michael Weiß kann mit einem weiteren Abzug von drei Punkten leben - "wenngleich ich darüber natürlich nicht sehr glücklich bin". Das Verbandssportgericht sei hier bei der Mindeststrafe geblieben. Als große Frechheit empfinde er es allerdings, dass Präsident Koch das Fass noch einmal aufgemacht habe, echauffierte sich Weiß: "Das hätte es nicht gebraucht." Neben dem Abzug von jetzt 27 Punkten sei der Verein - rechne man die Strafen für Daniel Micklisch und Jens Degenkolb unter Mithaftung des FC Trogen mit ein - mit einer Geldbuße von 2300 Euro belegt worden. "Wer glaubt, dass wir hier von Daniel Micklisch und Jens Degenkolb einen Cent zurückbekommen, der täuscht sich."

Martin Scholti vom BSC Saas Bayreuth, Sprecher der sieben Vereine, die nachträglich Einspruch eingelegt haben, aber jetzt vor dem VSG leer ausgegangen sind, sieht sich in seiner Auffassung bestätigt: "Der Verband hat wieder einmal bewiesen, dass er mit seinen eigenen Gesetzen handlungsunfähig ist, um für die Vereine eine gerechte Lösung zu finden. Im Übrigen hätten sich alle Gremien, die daran beteiligt waren, nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Wer glaubt, dass wir hier von Daniel Micklisch und Jens Degenkolb einen Cent zurückbekommen, der täuscht sich.Michael Weiß, 1. FC Trogen
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