22.03.2017 - 18:16 Uhr
TirschenreuthSport

Mountainbike Fischis Flugshow muss warten

Links und rechts Häuser, Mauern, dazwischen steile Treppen, Rampen. "Fehler darfst keinen machen", sagt Johannes Fischbach. Und das hat er auch nicht. Er holt sich den Gesamtsieg bei der City-Downhill-Welttour. Dann eine schwere Verletzung - ausgerechnet im Training. Und jetzt zum Saisonstart ist der 29-Jährige immer noch nicht fit.

Stillhalten muss Johannes Fischbach noch nach seiner schweren Verletzung. Aber er hofft, dass er Mitte April in den Downhill-Weltcup-Zirkus einsteigen kann. Bilder: privat
von Armin Eger Kontakt Profil

Rehau. Für Johannes Fischbach - in der Szene nennen ihn alle Fischi - ist das, was Anfang November 2016 passiert, ein Höhepunkt. "Definitiv", sagt der 29-Jährige, "war der Gewinn der City-Downhill-Welttour eine geniale Sache." Nach Siegen in den Rennen in Bratislava (Slowakei) und Valparaiso (Chile) lässt er auch in Taxco (Mexiko) den Konkurrenten keine Chance.

Extrem gefährlich

"Aber es ist nicht ohne", blickt der Downhiller zurück. "Mit Speed geht es mitten durch die Stadt, durch enge Gassen, über Rampen und steile Treppen hinab. Es kostet jede Menge Überwindung. Viele machen das gar nicht, weil die Verletzungsgefahr extrem groß ist." Aber Fischi passiert nichts. Er fährt nebenbei die Downhill-Weltcup-Serie, schließt diese nach etlichen technischen Defekten und Fahrfehlern nur "durchwachsen" als 35. ab.

Einen Monat Pause gönnt er sich nach der langen, kräftezehrenden Saison. Im Trainingslager auf Mallorca will er sich Anfang Dezember wieder in Form bringen. Dann der Sturz: Vier Rippen sind gebrochen, das Schlüsselbein ist nach seinen Worten nur noch Matsch. Die Ärzte setzen eine Metallplatte ein und bringen den Knochen wieder in Ordnung. "Das ist ja jetzt schon einige Zeit her", sagt Fischi. Aber eine aktuelle Computertomographie zeigt, dass es nur langsam vorangeht. "Niemand hat gedacht, dass der Heilungsprozess so lange dauert", sagt der Radprofi. Er ist unterwegs zum Flughafen. Drei Tage Werbeaufnahmen in San Remo sind geplant.

Viel mehr ist derzeit nicht möglich für einen der besten Downhiller Deutschlands. "Rennradfahren und Übungen für die Beine sind das Maximum. Technische Sachen gehen noch gar nicht." Normalerweise wäre er jetzt im Trainingslager in Neuseeland. "Das musste ich absagen", bedauert er. Aber Mitte April will er durchstarten. Sieben Läufe stehen in diesem Jahr beim Downhill-Weltcup an, dazu kommen sechs Europacups und die Qualifikationen für die WM und EM. Die dürften kein Problem sein, meint er. "Ich möchte alles mitnehmen." Den Titel bei der City-Downhill-Welttour kann er nicht verteidigen. Das erste Rennen in Chile war bereits.

Weltspitze im Four-Cross

Fischbach, der in Pleußen im Landkreis Tirschenreuth aufgewachsen ist, kommt eigentlich aus dem Four-Cross. Aber nachdem vor einigen Jahren dort die Weltcups gestrichen wurden, sattelte er auf Downhill um. "Beim Four-Cross gehörte ich zu den sieben, acht Besten weltweit. Beim Downhill versuche ich noch, die Defizite aufzuholen. So zwischen Platz 20 und 30 bin ich da angesiedelt. Aber ich habe noch einige Jahre Zeit. Die Besten sind so um Mitte 30", weiß Fischbach, der sich in der Nähe von Rehau (Landkreis Wunsiedel) einen Bauernhof gekauft und dort eine Trainingsstrecke angelegt hat.

Fischbach kann zur Zeit von den Einkünften als Radprofi ganz gut leben. Aber was ist nach der Karriere? "Zurück in meinen Beruf als Verfahrensmechaniker, möchte ich nicht mehr", sagt er. "Ein Job in der Radbranche wäre super." Dann hofft der 29-Jährige, dass er mehr Zeit für eines seiner Hobbys hat: in der Garage steht ein Fahrzeug mit vier Rädern - ein alter Mustang, Baujahr 67, mit 350 PS, der zur Zeit viel zu wenig bewegt wird.

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