25.01.2018 - 20:00 Uhr
TirschenreuthSport

Oberfränkischer Bezirksligist kämpft gegen den zusätzlichen Abzug von neun Punkten 1. FC Trogen wehrt sich

Der Fall um den Wechsel von Daniel Micklisch schlägt nach der Verkündung des Sportgerichtsurteils weiter hohe Wellen (wir berichteten). Trogen erwägt, in Berufung zu gehen. 24 Punkte Abzug - mit dieser schweren Hypothek gehen die Fußballer des oberfränkischen Bezirksligisten FC Trogen in die restlichen elf Saisonspiele. Wie berichtet hat das Bezirkssportgericht (BSG) nicht nur die Spielwertungen von fünf für Trogen siegreichen Begegnungen ins Gegenteil verkehrt und nun mit jeweils 2:0 für Thiersheim, Tirschenreuth und Kasendorf sowie schon vorher für Mistelbach und Neudrossenfeld II gewertet.

von Externer BeitragProfil

Das BSG brummte den Trogenern auch noch neun Strafpunkte und zusätzlich eine Geldstrafe von 500 Euro auf. Zumindest gegen die neun Strafpunkte will sich der FC Trogen wehren. FC-Vorsitzender Michael Weiß sagte: "Das ist unverhältnismäßig. Das ist ein weiterer Genickschlag für die Mannschaft und den Verein." Weiß und der FC Trogen haben sich mittlerweile rechtlichen Beistand an die Seite geholt: Der Hofer Rechtsanwalt Walter Bagnoli, dessen Sohn beim FC Trogen in der ersten Mannschaft spielt, will sich die Begründung des Urteils genau ansehen. Sollte er zu der Überzeugung gelangen, dass eine Berufung Aussicht auf Erfolg hat, wolle er diesen Schritt auch gehen, sagte Weiß. Binnen einer Woche nach Bekanntgabe des Urteils muss der Einspruch beim BSG eingereicht werden. Weiß sagte, dass "wir den Fehler erkannt haben". Wenn die Verfehlung eines Einzelnen nun aber zu einer derart drastischen Strafe führe, die ja in erster Linie die Mannschaft und den Verein mit seinen 350 Mitgliedern als Ganzes treffe, dann "stimmt für mich die Verhältnismäßigkeit nicht".

Der "Einzelne": Damit ist Spielleiter Jens Degenkolb gemeint. Er zeichnete verantwortlich für den Wechsel von Micklisch. Auf dessen Initiative hin datierte der FC Wüstenselbitz am 17. Juli das Abmeldedatum auf dem Spielerpass von Micklisch auf den 30. Juni 2017. Wie wurden die Wechselmodalitäten vollzogen? Das war eine entscheidende Frage, die das BSG zu klären hatte. Entscheidend deshalb, weil sich daran festmachen lässt, ob Verantwortliche des FC Trogen nur "fahrlässig", wie bis dato vom Verbandssportgericht angenommen, oder eben doch "mit Vorsatz" gehandelt haben. Bei der Bemessung der Strafe macht dies einen großen Unterschied. Das BSG kam zu dem Schluss, dass Vorsatz vorliegen musste. Mit anderen Worten: Trogens Spielleiter Jens Degenkolb hat Micklisch und Thilo Seuß, Vorstandsmitglied des FC Wüstenselbitz, beim Eintrag der Daten in den Spielerpass die Feder geführt - trotz kritischer Nachfragen, ob dies so rechtens sei, wie Micklisch sagte.

Die Kommunikation lief über Whats-App-Nachrichten auf Micklischs Handy. Auf diesen Chatverlauf beruft sich das BSG auch in der Begründung des Urteils. Micklisch: "Das war mein großes Glück, dass ich das nicht gelöscht habe." Er habe immer auf die Aussagen von Degenkolb vertraut, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen. Micklisch ist froh, dass die Wahrheit nun auf dem Tisch liegt. Er legt Wert auf die Feststellung, nie gelogen zu haben, und dort, wo eine schriftliche Aussage vom Sportgericht verlangt wurde, auch sofort gesagt zu haben, wie es war.

Das ist unverhältnismäßig.Trogens Vorsitzender Michael Weiß
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.