08.09.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthSport

Porträt Ein Tirschenreuther Original, die FC-Legende: Hans „Iste“ Zant – Einziges noch lebendes Gründungsmitglied des FC

Der FC Tirschenreuth schlägt sich derzeit in der Bezirksliga Oberfranken Ost sehr wacker. Als Aufsteiger belegt er den fünften Tabellenplatz. Der einzige, der noch genau weiß, wie alles anfing, ist Hans "Iste" Zant. Und der ist nicht nur deshalb eine lebende Legende.

Hans "Iste" Zant blättert im Neuen Tag und in einer der vielen FC-Heftchen.
von Konrad RosnerProfil

Hans Zant (86) ist ein Original, das immer für eine Gaudi zu haben ist und stets einen lockeren Spruch oder einen Witz auf Lager hat. Er ist auch das letzte noch lebende Gründungsmitglied des FC Tirschenreuth, der am 15. April 1950, damals noch als FC Ziegelanger, gegründet worden ist.

Elf Kameraden

Elf Sportkameraden gründeten damals den FC. Alle, außer "Iste", sind mittlerweile verstorben. Dabei hat Zant mit 16 Jahren 1947 das Fußballspielen beim ATSV Tirschenreuth begonnen, als Rechtsaußen. Doch drei Jahre später gründete er mit seinen Kumpels den FC Ziegelanger, der 1957 in FC Tirschenreuth umbenannt wurde. Weil keiner ins Tor wollte, stellte sich der "Iste" zwischen die Pfosten. Jahrzehnte blieb das seine Position. Nur manchmal spielte er noch Rechtsaußen. "Das war aber schon bei den Alten Herren", erzählt er.

Mehr als 600 Spiele bestritt die Torhüter-Legende beim FC, immer ohne Handschuhe. Zeitweise half er sogar in mehreren Mannschaften aus. Wo Not am Mann war, da war Zant zur Stelle. Seinen Spitznamen, mit dem man ihn im gesamten Siftland kennt, bekam er 1952 beim Fasching. Auf die Frage, als was er zum Fasching gehe, sagte er "Istianer" statt Indianer. "Das Isti blieb an mir haften", sagt er heute schmunzelnd.

"Iste" war beim FC nicht nur als Fußballer aktiv, auch im Funktionärsbereich war seine Hilfe gefragt. Rund zwanzig Jahre (1970-1990) betreute er mit seiner verstorbenen Frau Helga das FC-Sportheim. Bei Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten war er stets zur Stelle und legte mit Hand an, ja sogar als Platzwart war er aktiv. Der bekennende FC-Bayern-Fan schaut sich auch heute noch die Spiele seines FC an. Auch beim FSV oder beim ATSV in Tirschenreuth sowie in Mitterteich, Weiden und sogar beim SSV Jahn in Regensburg ist er oft Zaungast. Er ist halt ein Fußballbesessener. Seine lockeren Sprüche, die er dabei von sich gibt, sind gefürchtet und sorgen immer für Heiterkeit.

Der "Iste" geht auch gern ins Wirtshaus. Und wenn da die richtigen beisammen sind, dann gehen die Fußballthemen nie aus. Zant, der früher als Maschinenschlosser bei der Firma Hamm seine Brötchen verdient hat, erinnert sich da an manches "Expertentreffen", beispielsweise mit dem Bauer-"Jogi" aus Kondrau, einem ähnlich "Fußballverrückten".

Auf "Erste" stolz

Geradezu ins Schwärmen kommt er, wenn er den jetzigen FC Tirschenreuth mit "seiner sehr, sehr jungen Mannschaft" sieht, die aktuell in der Bezirksliga eine mehr als achtbare Rolle spielt. "Iste": "Hoffentlich schaffen wir den Klassenerhalt, und die Mannschaft bleibt zusammen. Hier könnte etwas entstehen." Selbst Fußball spielen tut er mit seinen fast 87 Jahren nicht mehr, aber beim wöchentlichen Asphaltstockschieben ist er immer noch mit dabei. Natürlich auch anschließend beim gemütlichen Beisammensein. "Das gehört einfach mit dazu", findet er.

Auch darauf legt er großen Wert: Seit mehr als 65 Jahren liest er täglich den "Neuen Tag". Viele alte Ausgaben hat er aufgehoben, vor allem natürlich die mit Tirschenreuther Fußballberichten. Lächelnd zeigt er einen Spielbericht aus den Achtziger Jahren vom Spiel des SV Steinmühle gegen den FC Tirschenreuth, wo ein FC-Spieler in der Zeitung wegen seiner "brutalen" Spielweise angeprangert wurde. Dann muss er weg. Es ist Zeit für das Eisstocktraining beim FC.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.