04.10.2017 - 17:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

100 Jahre Steyler Missionare in Tirschenreuth Mit frischem Elan in die Zukunft

Vor 100 Jahren gründeten die Steyler Missionare in Tirschenreuth die erste Niederlassung in Bayern. Die Ordensleitung hat bekräftigt, dass die Missionare auch in Zukunft im Ort aktiv sein werden.

Das ehemalige Missionshaus St. Peter wurde 2008 verkauft und beherbergt heute verschiedene soziale Einrichtungen. Das Gotteshaus mit umliegendem Gelände (vorne links) ist im Besitz der Steyler Missionare verblieben. Archivbild: exb
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Vor 100 Jahren, am 7. Oktober 1917, gründeten die Steyler Missionare ihre Niederlassung in Tirschenreuth. Seitdem hat das Missionshaus St. Peter, zu dem lange Zeit eine Missionsschule und ein Internat gehörten, seine Spuren in der Region hinterlassen. Am Wochenende feiert der Orden dieses außergewöhnliche Jubiläum (Programm siehe nebenstehenden Bericht).

Großzügige Hilfe

"Wir freuen uns, mit unseren Mitbrüdern in Tirschenreuth dieses bedeutende Jubiläum feiern zu können", betont Pater Martin Üffing SVD, Provinzial und Leiter der Steyler Missionare in Deutschland. "Ein Jahrhundert gegenseitiger Unterstützung liegt hinter uns - die Menschen aus Tirschenreuth und Umgebung haben großzügig die Mission der Steyler in aller Welt unterstützt, während sich Mitbrüder in Seelsorge und Schule eingesetzt haben. Zudem haben zahlreiche Missionare, die in Tirschenreuth ihren Weg im Orden begonnen haben, Gottes Wort in die Welt getragen."

Seit der Schließung von Schule und Internat liegen die Schwerpunkte der Steyler Missionare in der allgemeinen und in der Krankenhausseelsorge, in liturgischen Diensten sowie in der missionarischen Bewusstseinsbildung. Fünf Steyler Mitbrüder leben zurzeit in der Kommunität in dem ehemaligen Missionshaus St. Peter. "Wir spüren einen starken Rückhalt in der Bevölkerung. Zum Beispiel in dem großen Engagement, mit dem die vielen freiwilligen Helfer die Gottesdienste in St. Peter gestalten", sagt Pater Martin Neuhauser SVD, seit 2013 Präses der Steyler Missionare in Tirschenreuth. "Mit der Zusage der Provinzleitung können wir unsere Aufgaben mit neuem Mut und frischem Elan angehen."

Der Anfang in Tirschenreuth war schwer. Zwei Anläufe benötigten die Steyler Missionare, um das Missionshaus auf sichere Füße zu stellen. Ab Mitte der 20er Jahre war St. Peter dann aber nicht nur eine wichtige Ausbildungsstätte für die Steyler Missionare, sondern das einzige Gymnasium im Stiftland in der nordöstlichen Oberpfalz. Auch externe Schüler fanden hier Zugang zu höherer Schulbildung. 1967, zu seinem 50-jährigen Jubiläum, zählte das Missionshaus 15 Ordenspriester, 13 Ordensbrüder und 80 Internatsschüler. Die Steyler Missionare betrieben Landwirtschaft, eine Schreinerei, Schlosserei, Gärtnerei und später auch eine Buchhandlung, die heute von dem Lebenshilfe e.V. weitergeführt wird.

1968 wurde das Missionsgymnasium aufgelöst, die Schüler sowie einige Lehrer wechselten auf das neugegründete städtische Stiftland-Gymnasium. Bis 1984 wurden noch die Internatsschüler im Missionshaus betreut. Aus der Missionsschule sind etwa 80 Priester, darunter Bischof Odilo Etspüler (Philippinen) und Vize-Generalsuperior Adolf Graf Spreti, sowie 44 Brüder, aber auch viele für die Mission engagierte Laien hervorgegangen.

Tägliche Messen

1963 wurde der Neubau der St.Peter-Kirche eingeweiht. Dort bieten die Steyler Missionare neben den täglichen Messen an Sonn- und Feiertagen zwei Gottesdienste an, oft mitgestaltet von freiwilligen Helfern. Das Gotteshaus mit umliegendem Gelände ist im Besitz der Steyler Missionare verblieben, als 2008 das Missionshaus verkauft und an soziale Einrichtungen weitervermietet wurde. Auf dem Friedhof des St.Peterskirchleins haben 29 Steyler Brüder und Patres ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Weitere Infos zur Geschichte der Steyler Missionare in Tirschenreuth unter: http://www.st.peter-online.info/100jahre.htm(fiw) Mit liturgischen Feiern und Konzerten wurde zum Jahresanfang das Jubiläum "100 Jahre Steyler Missionare (SVD) in Tirschenreuth" begonnen. Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss werden an diesem Wochenende sein.

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