15.10.2017 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

140 Flüchtlinge leben in Tirschenreuth Die Situation hat sich entspannt

140 Flüchtlinge leben in der Kreisstadt, davon 18 in Pilmersreuth. Auch Dank der ehrenamtliche Kräfte gibt es kaum Probleme.

Einmal im Jahr gibt es im Tirschenreuther Rathaus eine Gesprächsrunde über die aktuelle Situation der Asylbewerber, die sich auch in der Region deutlich entspannt hat. Unser Bild zeigt die zahlreichen Ehrenamtlichen, sowie Vertreter aus Einrichtungen und Behörden.
von Josef RosnerProfil

Einmal im Jahr lädt Bürgermeister Franz Stahl alle Organisationen, Behörden und ehrenamtliche Kräfte zu einer Situationsbesprechung ein, wie es um die Lage der Flüchtlinge bestellt ist. Die aktuell 140 Flüchtlinge bedeuten einen Anteil an der Gesamtbevölkerung von 1,57 Prozent. Deutlich wurde im Gespräch, dass den Flüchtlingen geholfen werde muss. Ein Thema ist vor allem die Wohnungssituation.

Bürgermeister Franz Stahl machte gleich deutlich, "dass wir eine große Verantwortung gegenüber diesen Menschen haben, die oftmals Leib und Leben riskiert haben, um endlich in Freiheit zu leben". Stahl betonte, dass Hilfe und Beratung vor Ort das Mindeste sei, was wir bieten können. Im Landkreis seien aktuell 515 Asylsuchende registriert, das sind 0,7 Prozent der Landkreisbevölkerung. "Eine Gesellschaft muss imstande sein, diese humanitäre Hilfe zu leisten", sagte Stahl angesichts dieser Zahlen. In der Kreisstadt lebt der Großteil der Flüchtlinge in der Einrichtung am Rande der Stadt. Stahl lobte die Mitbürger: "Sie wissen, wie sie mit diesen Menschen umgehen. Asylsuchende Menschen gehören zum täglichen Erscheinungsbild unserer Stadt". Stahl wusste weiter, dass 40 dieser Asylsuchenden nicht mehr im Heim leben sollten, sondern eine Wohnung suchen.

Im Anschluss entstand eine lockere Gesprächsrunde, mit den Vertretern der Einrichtungen und ehrenamtlichen Kräften. Diplom-Sozialpädagogin Maria Staufer (Caritas) sprach gleich die Wohnungssuche dieser Menschen an. "Viele der Flüchtlinge haben schon eine eigene Wohnung, doch gibt es dafür keine gesicherten Zahlen". Werner Schönfelder (PI Tirschenreuth) machte deutlich, dass es in seinem Bereich zu keinen erheblichen Sicherheitsstörungen gekommen ist. "Unsere Asylbewerber sind absolut unauffällig", sagte er.

Zwar komme es im Asylbewerberheim manchmal zu Meinungsverschiedenheiten, begründet sei dies aber mit der unterschiedlichen Mentalität der Flüchtlinge. Der Landkreis Tirschenreuth liege oberpfalzweit am letzten Platz, was Auffälligkeiten angeht. Ursula Roper (Evangelischer Kindergarten) schilderte die Situation der Kinder der Asylsuchenden. Wichtig sei, dass die Kinder die Sprache erlernen. Als weiteres Problem erkannte sie die Beförderung der Kinder in den Kindergarten. Bürgermeister Franz Stahl machte deutlich, dass alle Kinder gleich behandelt werden, auch beim Punkt Beförderung zum Kindergarten. Monika Zeitler (Katholischer Kindergarten) sah Gesprächsbedarf bei der Beförderung der Kinder und bei der Nachmittagsbetreuung. Maria Staufer brachte den "Tursolino" ins Gespräch, der die Menschen vom Asylbewerberheim in die Stadt bringen könnte. Die ist laut Bürgermeister Franz Stahl nicht möglich, auch weil der "Tursolino" an öffentliche Linien angepasst ist. "Wir dürfen keine besondere Situationen schaffen", sprach sich Stahl für eine Gleichbehandlung aus. Allerdings, so Stahl, werde der "Tursolino" künftig flexibler eingesetzt werden, ohne Näheres zu verraten. "Unsere Kinder in den einzelnen Klassen lernen schnell die deutsche Sprache", sagte eine Vertreterin der Grundschule. Als Problem nannte sie eher die Verständigung mit den Eltern, sowie die Wohnungssuche für diese Menschen. "Wohnungen bei uns sind stark nachgefragt", wusste Stahl. 13 Schüler besuchen aktuell die Mittelschule, teilte Marianne Stangl mit. "Alle Kinder sprechen einigermaßen die deutsche Sprache, wir haben gute Erfahrungen im Umgang mit den Flüchtlingskindern gemacht. Kein Vergleich mit der Situation vor zwei Jahren".

Weniger Asylbewerberkinder werden aktuell am Stiftland-Gymnasium unterrichtet, die Zahl liege zwischen fünf und zehn, berichtete Schulleiter Georg Hecht. Auch er hat die Erfahrung gemacht, dass die Kinder spätestens nach zwei Jahren gut deutsch sprechen.

In der anschließenden Diskussion war erneut die Wohnungssuche für anerkannte Asylbewerber das Hauptthema. Frau Staufer bat hier um Unterstützung und um die Schaffung sozialen Wohnraums. Bürgermeister Franz Stahl machte deutlich, "wir als Stadt können keine Wohnungen bauen". Er wusste aber, dass es durchaus Bestrebungen seitens der Regierung gibt, sozialen Wohnungen auch in der Kreisstadt zu bauen und entsprechend zu fördern.

Unsere Asylbewerber sind absolut unauffällig.Werner Schönfelder, PI-Chef Tirschenreuth
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