17.01.2017 - 02:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

357. Wallfahrt für die Kirche in Tirschenreuth: Der Glaube ist eine Sache des Herzens

Den ehemaligen Kaplan der Kreisstadt, Maximilian Roeb aus Neustadt/Donau, konnte Stadtpfarrer Georg Flier als Anführer zur 357. Wallfahrt für die Kirche begrüßen. Der Gottesdienst wurde von den Solisten Christine Kohl und Ottmar Andritzky, sowie Edmund Reindl an der Orgel musikalisch umrahmt.

Die Messe anlässlich der 357. Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links) Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Kaplan Maximilian Roeb, Pfarrer Armin Maierhofer, Pfarrer Josef Schön und Pater Klaus Kniffki. Bild: hfz
von Redaktion OnetzProfil

"Ich will eine Vermisstenanzeige aufgeben, sagt ein Mann auf der Polizeiwache. Wer wird denn vermisst, fragt der Kommissar und bekam zur Antwort 'Ich'. Ich habe mich irgendwann verloren." Mit dieser kleinen Geschichte begann Kaplan Maximilian Roeb seine Predigt.

"Das klingt absurd und doch hat diese Episode einen wahren Kern." Bei vielen Menschen könne man den Eindruck haben, sie seien nicht mehr bei sich zu Hause. Und viele fragen sich: Lebe ich überhaupt? Bin ich nicht ausgeliefert an die Ansprüche und Erwartungen anderer. "Was glaube ich als Christ überhaupt", fuhr Roeb. Die alten Glaubenssätze würden manchmal wie wertvolle Museumsstücke erscheinen. Viele könnten darauf keine Antwort geben, denn sie sind sich ihres eigenen Glaubens nicht gewiss. Ihr religiöser Grundwasserspiegel sei bereits wie das Tote Meer unter dem Meeresspiegel.

"Was ist aber das Besondere, das Schöne und Befreiende an unserem Glauben?" Die Antwort könne der Lobgesang Mariens geben: Es ist die Barmherzigkeit Gottes in aller Konsequenz. Gott sei nicht eine in sich ruhende erhabene Größe - er ist Gemeinschaft, Liebe, Austausch und Kommunikation. Oder wie es die spirituelle Tradition sage: Gott hat ein Herz das uns liebt. Nur wer sein Herz öffne und es Gott schenkt, wird spüren, dass Gott sein Herz geöffnet hat und da ist, betonte der Geistliche.

Marias Herzensliebe

Der Glaube ist eine Sache des Herzens. Maria hätte Gott ihr Herz gegeben. "Schenke ich auch Gott Tag für Tag mein Herz in manch schweren Stunden und Entscheidungen", fragte Roeb. Dazu brauche es viel Mut, Glaube sei eine Herzensangelegenheit. "In Maria leuchtet uns deine Herzensliebe auf. Wir bitten dich öffne unsere Herzen für Jesus, damit wir ihn besser verstehen", predigte Roeb und bat: Schenke uns Marias Herzenstreue, damit auch wir uns mit unseren Herzen deinem Wort so zu öffnen vermögen, dass es in uns Fleisch annimmt und uns ganz und gar durchdringt.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.