26.03.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Abfallbilanz vorgelegt Müllgebühren bleiben stabil

Die wichtigste Meldung für die Bürger fällt in einem Nebensatz: Die Müllgebühren im Landkreis sind weiter stabil. Und das wohl noch bis 2020.

"Schlimmer als diese Zunahme wäre es, wenn der Müll im Wald landen würde." Zitat: Sachgebietsleiterin Jutta Goossens zum Anwachsen der Müllsackmenge
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Seit 2009 zahlen die Bürger für die 60-Liter-Tonne pro Halbjahr knapp 42 Euro. Darin sind auch Sperrmüllentsorgung, die Sammlung von Elektrogeräten, die Leerung der Papiertonne und die Sammlung von Problemabfällen enthalten. "Nach der Kalkulation von 2017 sollten die Gebühren bis 2020 gehalten werden können", so Sachgebietsleiterin Jutta Goossens im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie im Volkshochschulgebäude.

Restmüllmenge rückläufig

Die Sachgebietsleiterin beleuchtete detailliert die Jahresbilanzen. Die Einführung der Biotonne hat demnach dazu geführt, dass erstmals nach vielen Jahren die Restmüllmenge wieder rückläufig ist. Die Gesamtmenge betrug 2017 knapp 9304 Tonnen (2016 waren es 9862 Tonnen). Rechnerisch hat jeder Landkreiseinwohner im vergangenen Jahr 127,59 Kilogramm Müll produziert (2016: 134.01 Kilogramm).

60-Liter-Tonne der Favorit

Klarer Favorit bei den Bürgern ist bei der Abholung des Mülls weiter die 60-Liter-Tonne. 22 232 Stück waren zum Jahreswechsel angemeldet. Auf den weiteren Plätzen der Beliebtheitsskala folgen mit deutlichem Abstand die 80-Liter-Tonne (1922), die 120-Liter-Tonne (1619), der 240-Liter-Container (618), der 1100-Liter-Container (70) und der 770-Liter-Container (34). Weiter angestiegen ist die Zahl der verkauften Restmüllsäcke. Genaue Zahlen lagen zur Sitzung zwar noch nicht vor, aber Goossens ging davon aus, dass 2017 etwa 43 000 Stück (2016: 41 918) ausgegeben worden sind. Ein Grund für die Zunahme sind nach Auskunft der Sachgebietsleiterin die kostenlosen Windelsäcke, die einige Kommunen für Neugeborene ausgeben. "Schlimmer als diese Zunahme wäre es, wenn der Müll im Wald landen würde", sah Goossens dies pragmatisch.

Rückläufig war 2017 die Menge des Sperrmülls. 30 125 Kubikmeter (2016: 31 368 Kubikmeter) sind im vergangenen Jahr registriert worden. 16 832 Kubikmeter wurden direkt vor der Haustür abgeholt, 13 293 Kubikmeter haben die Bürger in Steinmühle selbst angeliefert. Große Unterschiede gibt es bei der Zahl der Fahrten. Während der Landkreis 4513 Sperrmüllabholungen registriert hat, stieg die Zahl der Direktanlieferungen auf einen neuen Rekordwert von 10 642 an. Das bedeutet, dass immer mehr Bürger ihren Sperrmüll in kleinen Mengen direkt zur Deponie bringen, statt ihn daheim für einen Abfuhrtermin zu sammeln. Noch in der Einführungsphase befindet sich die Biotonne. Zum Jahreswechsel waren 2844 Gefäße gemeldet - das entspricht einem Anschlussgrad von etwa 15 Prozent. Der Landkreis geht davon aus, dass die Zahl 2018 deutlich steigen wird. Das Abfuhrunternehmen stellt dies vor logistische Herausforderungen, wie Sachbearbeiterin Stefanie Bräunlein wissen ließ. Denn es muss bei den Touren sehr flexibel sein, damit neu angemeldete Biotonnen schnell mit geleert werden können.

Raumverbrauch senken

Zurückgegangen auf 57 669 Tonnen ist die angelieferte Gesamtgewichtsmenge auf der Restmülldeponie Steinmühle (2016: 65 153 Tonnen). Der Deponieraum-Verbrauch lag 2017 nach Angaben von Deponieleiter Peter Förster bei 28 370 Kubikmeter (2016: 37 647 Kubikmeter. Der Bauabschnitt C hat ein Restvolumen von 19 357 Kubikmeter, das bis Mitte des Jahres 2018 aufgebraucht sein dürfte. In den neuen Bauabschnitt A 2 passen 1,1 Millionen Kubikmeter. Daraus errechnete Förster eine Restlaufzeit von über 30 Jahren. Ziel sei es, den Raumverbrauch auf 25 000 Kubikmeter zu drücken. Dann würde die Kippe rund 40 Jahre reichen.

Schlimmer als diese Zunahme wäre es, wenn der Müll im Wald landen würde.Sachgebietsleiterin Jutta Goossens zum Anwachsen der Müllsackmenge

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