01.12.2017 - 17:26 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Aktion Solidarität unterstützt Pater Danilo in Uganda Nähmaschinen für Zukunft

Die alten Nähmaschinen aus Nordbayern sind in Afrika hoch geschätzte Qualitätsware. Jetzt sollen die Maschinen auch bei der Ausbildung von jungen Menschen in Uganda helfen.

Bei uns haben sie oft ausgedient, in Afrika sind alte Fahrräder als wichtiges Transportmittel höchst willkommen. Bild: exb
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Von Werner Schirmer

In Deutschland haben die betagten Maschinen aus dem Hause Singer oder Pfaff meist dekorativen Wert. Ein paar Tausend Kilometer weiter können sie Grundlage für eine gesicherte Existenz sein. Schon vor vielen Jahren etwa hat Danko Litric den Wert einer soliden Ausbildung und die Notwendigkeit von entsprechendem Werkzeug erkannt. Und seitdem hat der Salesianerpater in der "Aktion Solidarität" einen verlässlichen Partner.

Patenschaften

Seit 35 Jahren schon werden von der Aktion aus dem Landkreis Tirschenreuth zahlreiche Hilfsprojekte unterstützt, darunter Ausbildungseinrichtungen, Schulen, Kinderheime und Krankenhäuser in Osteuropa und Afrika. Auf Wunsch werden auch Patenschaften für Waisenkinder in Ruanda vermittelt. Und gerade die hilfsbedürftigen Menschen auf diesem Kontinent sind immer mehr in den Fokus der Arbeit der Hilfseinrichtung gerückt. Denn mit Pater Danko und seinem Jugendzentrum nahe Kigali (Ruanda), dem Krankenhaus von Dr. Uta Düll in Gikonko (Ruanda) oder dem Kinderheim von Irene Baumgartner in Kenia haben die Menschen aus Nordbayern auch verlässliche Empfänger ihrer Spenden. Und neben der finanziellen Hilfe sind es auch die Sachspenden, wie Nähmaschinen, Werkzeuge oder Fahrräder, die sehr willkommen sind. Für den rührigen Salesianer ist das Engagement in Ruanda nicht nur auf sein Jugendzentrum beschränkt. Danko Litric hat zwischenzeitlich in Muhazi eine weitere Schule auf den Weg gebracht, wieder in der Absicht, der armen Landbevölkerung mit einer Grundausbildung der Kinder mehr Chancen zu bieten.

Stiller Genozid

Einer, der den Weg von Pater Danko ebenfalls beschreiten möchte, ist der Don-Bosco-Salesianer Danilo Lisjak in Uganda. Er hat von der Unterstützung durch die Aktion Solidarität erfahren und vor Wochen ein Schreiben an die Aktion weitergeleitet. Darin beschreibt der aus Slowenien stammende Geistliche auch die schrecklichen Zustände im Norden Ugandas. Über zwei Jahrzehnte Bürgerkrieg, ein "stiller Genozid" und das fürchterliche Treiben des Rebellenführers Kony, der entführte Kinder als Soldaten missbrauchte, hätten das Land ruiniert und das Volk traumatisiert. Zudem müsste Uganda jetzt auch noch über eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan verkraften. Doch will der Pater nicht aufgeben, den Menschen wieder einen Weg zu einem besseren, einem normalen Leben zu ermöglichen.

Und auch Pater Danilo setzt hier auf die Ausbildung der jungen Leute. Zwar gebe es in der Stadt Gulu, in der der Pater tätig ist, ein paar Grundschulen, doch gerade die Mädchen würden ohne Abschluss die Ausbildung beenden. Mit einer Berufsschule will der Geistliche, ebenso wie Danko, eine praktische Ausbildung vermitteln. Nähen und Stricken könnten auch hier eine Chance bieten. Ebenso setzt Pater Danilo auf die handwerkliche Ausbildung der Buben. Zu den dringlichen Aufgaben zählt er zudem die Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Werkzeuge und Räder

Gut 20 Kilometer sei es bis zum nächsten Krankenhaus. Doch die schlechten Straßen und fehlenden Transportmittel ließen die Einrichtung "praktisch unerreichbar" werden, schreibt Pater Danilo. Seine Bitte um Unterstützung hat Gehör gefunden. Anfang der Woche haben die Mitglieder der Aktion Solidarität einen 20-Fuß-Container beladen, unter anderem mit Nähmaschinen, Werkzeugen oder Fahrrädern, die als wichtiges Transportmittel gebraucht werden. In ein paar Monaten wird Pater Danilo die Kisten öffnen können. Dann ist in Deutschland Weihnachten lange herum - in Uganda aber eine "Zeit der Bescherung".

Spenden und Konto

Dank der Unterstützung der Bürger und der unermüdlichen Arbeit der Mitglieder kann die "Aktion Solidarität" seit 35 Jahren Sachspenden und auch finanzielle Hilfe zu den Bedürftigen weiterleiten. Höchst willkommen sind die Sachspenden bei den Empfängern in Afrika. Sie schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit gerade der alten Nähmaschinen, die auch bei schlechteren Bedingungen noch ihren Dienst versehen. Deshalb bittet die Aktion auch künftig um Sachspenden, wie Nähmaschinen und Werkzeuge.

Aber auch Fahrräder, die als wichtiges Transportmittel eingesetzt werden, sind willkommen. Allerdings können die Spenden erst wieder im kommenden Jahr abgeholt werden. Als Ansprechpartner stehen Geroldine Ondrusek, Telefon 09631/4424, und Anneliese Müller, Telefon 09631/4069, zur Verfügung.

Bei der Aktion sehr willkommen sind natürlich auch Geldspenden: Konto DE67 7535 0000 0008 8286 67 bei der Sparkasse Oberpfalz Nord. (ws)

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