13.03.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Amt für Landwirtschaft und Forsten erfasst wieder Wildschäden in den Wäldern Dem Rehwild das Bäumeknabbern vermiesen

An der Art und Weise, wie ein Bäumchen angeknabbert ist, können die Förster erkennen, ob ein Reh, ein Hase oder ein Eichhörnchen von den jungen Trieben genascht hat: Erkenntnisse, die über Leben und Tod von Rehen entscheiden.

Revierförster Karl-Heinz Melzer erklärt, wie die Wildschäden erfasst werden müssen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Die Arbeiten für ein neues Verbissgutachten sind im Landkreis angelaufen. Alle drei Jahre lädt Johann Weber vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Jäger und Jagdverbände im Landkreis zu einer Exkursion in die Wälder ein, um die Erfassung der Wildverbissschäden zu erklären. Immerhin zwölf Hegegemeinschaften muss der Mann von der Kemnather Außenstelle dabei betreuen.

Bei den Exkursionen sollen die Fraßschäden durch Rehwild erfasst werden. Um diese einzudämmen, müssen die Waldverjüngungen regelmäßig kontrolliert werden. Die Auftaktveranstaltung fand am Montag im Waldgebiet zwischen Hohenwald und Tirschenreuth statt. Das Interesse hielt sich allerdings in Grenzen. Hauptsächlich Jagdvorstände kamen, um sich zu informieren.

Transparenz angestrebt

"Mit dieser Waldbegehung", so Weber, "soll das gesamte Verfahren zur Erfassung des Rehwildverbisses größtmögliche Transparenz erfahren". Eine enge Einbindung der Waldbesitzer und Jäger sei wichtig. Deshalb seien alle Beteiligten - Jäger und Jagdvorstände - schriftlich informiert und zur Teilnahme eingeladen worden. Weber freute sich, zur Auftaktveranstaltung auch Reinhard Höcht, den neuen Leiter der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt, begrüßen zu können und wünschte eine gute Zusammenarbeit. Als Fachmann für das Stichprobenverfahren erläuterte Revierförster Karl-Heinz Melzer anhand von Karten, wie mit einem Punktesystem der gesamte Landkreis lückenlos erfasst werden kann.

Um den genauen Verbiss ermitteln zu können, müssten je 15 Bäumchen in einer Höhe von maximal 20 Zentimeter kontrolliert werden. Erfasst würden dabei unter anderem die Baumart, die Größe der Pflanze, der Verbiss im oberen Drittel und ein eventueller Leittrieb-Verbiss. Weber betonte, dass es keine Rolle spiele, um welche Baumart es sich dabei handle. Auch die weniger hochwertigen Birken und Vogelbeeren gehörten dazu. Aus Erfahrungswerten könnten die Revierförster jederzeit erkennen, "ob es sich um Rehwildverbisse handelt oder ein Hase oder ein Eichhörnchen am Werk war", so Weber. Erfasst werden müsse nur Rot- oder Rehwildverbiss.

Auf Basis dieser gesammelten Daten und besagter Erfahrungswerte erstelle das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten danach für die zwölf Hegegemeinschaften des Landkreises das sogenannte "Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung". Damit könne bewertet werden, ob der Verbiss für den Wald tragbar sei oder nicht. "Die Waldbesitzer, Pächter oder die Untere Jagdbehörde können so den Einfluss des Wildes auf den Wald besser einschätzen!"

Die Gutachten seien auch eine wertvolle Entscheidungshilfe für die dreijährige Rehwildbeschussplanung, da diese Gutachten auch Aufschlüsse auf den vorhandenen Wildbestand im Wald geben. "Tragbare Wildbestände sind die Voraussetzung für die Schaffung von stabilen, klimatoleranten Mischwäldern", betonte der Kemnather Außenstellenleiter.

300 Aufnahmeflächen

In den nächsten Wochen werden die Verbissschäden durch Reh- und Rotwild bei etwa 300 Aufnahmeflächen in den zwölf Hegegemeinschaften mit etwa 200 Jagdrevieren aufgenommen. Das Ergebnis des Gutachtens erfahren die Hegegemeinschaften voraussichtlich im November bei einer Informationsveranstaltung. Der Versammlungsort steht schon fest. Die Sitzung soll in Wiesau im Gasthof Bayer stattfinden.

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