Ausstellung in der Mittelschule Tirschenreuth
Düster wie der Tod selbst

Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß, Bürgermeister Franz Stahl, Polizeioberrat Michael Danninger vom Polizeipräsidium Oberpfalz, Nadja Schraml, stellvertretende Vorsitzende des MSC Tirschenreuth, der Vorsitzende des ADAC Nordbayern, Herbert Behlert, Schulleiter Wilhelm Trisl und stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler (von links) eröffneten die Ausstellung. Bild: tr
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Tirschenreuth
07.12.2016
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Kreuze an Straßenrändern sind so etwas wie moderne Denkmäler. Sie erinnern aber nicht an Helden, sondern an Menschen, die bei schweren Verkehrsunfällen ihr Leben lassen mussten. Und nicht selten sind das junge Leute.

Mit der Wander-Ausstellung, "Sechs Schatten, sechs Schicksale" will der ADAC Nordbayern vor allem junge Menschen betroffen machen und wachrütteln. Auf sechs lebensgroßen, schwarzen Silhouette-Tafeln ist jeweils das tragische Schicksal eines jungen Menschen beschrieben, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Die Präsentation in der Johann-Andreas-Schmeller-Schule dauert bis zum 16. Dezember.

Das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, liegt bei jungen Autolenkern fast doppelt so hoch wie bei anderen Verkehrsteilnehmern. "Im vergangenen Jahr starben in Bayern 76 junge Fahrer", sagte Herbert Behlert, Vorsitzender des ADAC Nordbayern. Mit der Ausstellung überschreite der Verband bewusst Grenzen, um so junge Leute für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität zu gewinnen.

Reale Ereignisse

Besonders betroffen mache dabei die Tatsache, dass es sich nicht um fiktive Fälle handle, sondern sich jeder beschriebene Unfall real ereignet habe. Behlert erinnerte auch daran, dass sich der ADAC stark zur Verbesserung der Verkehrssicherheit engagiere. Im Raum Tirschenreuth eben über den Motorsportclub.

Die Ausstellung wanderte seit 2012 durch 44 nordbayerische Schulen und wurde von 61 000 Jugendlichen gesehen. Entworfen hat die Schicksals-Silhouetten die Designerin Marlene Schlung. Feedback zur Ausstellung wünscht sich der ADAC durch die Antworten auf einen Fragenkatalog, der an die Schüler ausgeteilt worden ist.

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler bewertete die Kreuze am Straßenrand als Mahnmale, die daran erinnerten, dass jeden von uns von einer auf die andere Sekunde ein tragischer Verkehrsunfall aus dem Leben reißen könne. Die Ausstellung gebe zu denken und sei düster wie der Tod selbst.

Bürgermeister Franz Stahl lobte die wichtige Aufklärungsarbeit des ADAC. Den anwesenden Schülern schilderte der Bürgermeister seine persönlichen schrecklichen Erfahrungen die er in seiner aktiven Zeit als Feuerwehrmann bei schwerwiegenden Verkehrsunfällen gemacht hat. Er empfahl, nach Alkoholgenuss das Auto lieber stehen lassen und auf ein öffentliches Verkehrsmittel umsteigen.

Schulamtsdirektor Wolfgang Krauß legte den jungen Leuten ans Herz: "Nicht der ist cool, der mit 130 km/h durch eine Ortschaft brettert, sondern derjenige, der umsichtig und defensiv fährt." Er selbst habe bereits an vier Gräbern sprechen müssen, in denen Schüler, die durch Verkehrsunfälle ums Leben gekommen waren, beerdigt wurden. "Hirn statt Gas", war seine Empfehlung, nicht nur an die jungen Autofahrer.

Tragik in Zahlen

Polizeioberrat Michael Danninger vom Polizeipräsidium Oberpfalz untermauerte die Tragik mit statistischen Zahlen. So ereigneten sich 2015 im Regierungsbezirk Oberpfalz über 34 000 Verkehrsunfälle, bei denen mehr als 1100 Menschen schwerverletzt und 83 getötet wurden. An 3025 Unfällen waren im Vorjahr sogenannte junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt. Dabei wurden 243 schwerverletzt und 15 getötet. Acht davon waren junge Erwachsene.
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