Briefe von Pater Danko, Dr. Uta-Elisabeth Düll oder Irene Baumgartner aus Ruanda
Hilfe für "Aktion Solidarität"

Ein freudiges Ereignis, von dem Pater Danko den Freunden in Nordbayern berichten kann, ist die Hochzeit von Claudine und Jean Paul. Claudine hat im Jugendzentrum des Geistlichen die Schule besucht und eine Ausbildung zur Schneiderin absolviert, die es ihr ermöglicht, auf eigenen Beinen zu stehen. Gerne hat Danko das junge Paar getraut. Bild: Privat
Vermischtes
Tirschenreuth
24.12.2016
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Vor einem Jahr ist Jonathan völlig unterernährt im "Nest" von Irene Baumgartner aufgenommen worden. Dank der guten Betreuung ist Jonathan heute eine fröhlicher Bub.
 

Der Kampf gegen Hunger und Armut in Afrika bleibt eine Herkulesaufgabe. Dank der anhaltenden Hilfe aus Nordbayern können immer mehr junge Leute auch durch eine solide Ausbildung hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Pater Danko, Dr. Uta-Elisabeth Düll oder Irene Baumgartner sind Garanten, dass die Spenden ankommen.

Von Werner Schirmer

In Schreiben an die Freunde in Deutschland berichten sie immer wieder über ihre Arbeit in Afrika. Leidvolle Geschichten gehen ihnen nicht aus, bittere Schicksale kennen sie, wissen von schwer Kranken und Müttern, die nicht wissen, was ihre Kinder am nächsten Tag essen werden. Doch sie schildern auch die Erfolge ihrer Arbeit, die jungen Menschen eine Ausbildung bietet, für Babys eine neue Familie findet oder medizinische Versorgung ermöglicht. Hier ist die "Aktion Solidarität" ein wertvoller Partner.

Glückliche Claudine

Zu den freudigen Ereignissen kann Pater Danko auch eine Hochzeit unter seinen Schützlingen in Ruanda zählen. Claudine durchlebte eine schwere Kindheit, wurde von der Stiefmutter mit ihren zwei Geschwistern aus dem Haus gejagt, lebte in einem Unterschlupf aus Lehm und Bananenblättern bei ihrer Tante. Im Jugendzentrum von Pater Danko durfte Claudine dann zur Schule gehen, nutzte die Chance einer Berufsausbildung als Schneiderin. Daneben kümmerte sich Claudine um andere Jugendliche, lernte dabei Jean Paul kennen, der ohne Angehörige am Rande der Pfarrei lebte. Jean Paul war vor Jahren von Pfarrer Danko getauft worden und der wollte natürlich gerne der Bitte nachkommen, die Trauung der beiden durchzuführen.

Claudine ist ein Beispiel für die erfolgreiche Arbeit des Geistlichen in Kigali, der dabei auf die Wohltäter aus Nordbayern zählen darf. 89 Jugendliche hätten in diesem Jahr in der Schule in Muhazi ihre Ausbildung abschließen können. "Dank eurer Nähmaschinen, Stoffe, Werkzeuge und Geräte konnten alle eine gute Berufsausbildung erhalten, als Schneiderinnen, Köche oder Maurer", schreibt der Geistliche. Seinen Dank nach Deutschland verbindet Danko aber auch mit der Bitte um Unterstützung für seinen Mitbruder Danilo Lisjak, der im Norden von Uganda zusammen mit drei einheimischen Don-Bosco-Salesianern ein Jugendzentrum aufbauen will.

Von einer enormen Bautätigkeit in Kigali berichte Dr. Uta-Elisabeth Düll von Centre de Sante Gikonko. "Ruanda ist eine permanente Baustelle". Doch selten seien die neuen Hochhäuser in Kigali komplett vermietet, finden sich zu wenige Gäste in den 5-Sterne-Hotels. Der zunehmende Straßenverkehr führt allerdings zu immer mehr Unfällen. "Immer öfter ist jetzt unser unfallchirurgischer Einsatz gefragt", bedauert die Ärztin.

Für jede Frau ein Bett

Doch hat auch Uta-Elisabeth Düll gute Nachrichten. So konnte dank der Hilfe der Spender die Frauenklinik erweitert und ausgestattet werden. "Jede Frau hat nun ein Bett für sich". Und dort darf Hebamme Jacqueline Niyonsaba immer wieder neue Erdenbürger begrüßen.


Im Operationssaal konnten in diesem Jahr über 80 Kinder mit Hydrocephalus behandelt und ihnen dadurch eine Chance auf ein besseres Leben eröffnet werden. Doch weiß die Ärztin auch, dass Armut oft der Grund für zu späte Wiedervorstellung der Kinder bei Komplikationen ist. Blindheit, Epilepsie oder Behinderungen seien die Folge.
Deshalb hofft die Ärztin weiter auf Unterstützung aus Deutschland, vor allem auf Geldspenden. Denn gerade für die Behandlung der Kranken braucht die Einrichtung in Gikonko Geld für Medikamente und medizinisches Material. In dem Schreiben berichtet Dr. Uta-Elisabeth Düll noch von einem weiteren Unglück. Tropischer Dauerregen hätte in der Nachbarschaft einen Erdrutsch ausgelöst und viele Häuser zerstört. Ihr Bautrupp hilft den Familien beim Wiederaufbau. Doch das Material für den Hausbau sei extrem teuer. "Wir sind Gott und euch allen dankbar für jede Unterstützung und Spende", so die Medizinerin.

Kenias verlassene Kinder

Recht bewegend fällt auch die Schilderung von Irene Baumgartner aus, die seit nunmehr 25 Jahren in Kenia ihr Hilfsprojekt "Nest" betreibt. "Ohne euer Vertrauen und die liebevolle Begleitung wäre das Nest heute nicht das, was es geworden ist", dankt Baumgartner den treuen Freunden und Helfern. Ein Element der Arbeit von "The Nest" ist die Betreuung von Kindern, deren Mütter Haftstrafen verbüßen müssen. Mitunter müssen die Frauen wegen kleiner Vergehen für Jahre ins Gefängnis. Durch das "Gefängnisprogramm" konnten in den vergangenen 12 Jahren rund 1600 Frauen mit ihren Kindern einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Einblicke bietet auch der Film "Kenias vergessene Kinder - Sternstunden in Afrika", der auf der BR-Mediathek zu finden ist.

30 Säuglinge

Im eigenen Heim leben derzeit 86 Kinder im Alter von1 bis 16 Jahren. In einem Half-Way-Haus können Mütter und Kinder Zuflucht finden, ohne Angst, dass sie überfallen werden oder unter Druck gesetzt werden. "Jetzt vor Weihnachten ist es überfüllt, wir beherbergen dort 16 Mütter und 18 Kleinkinder". Bereits den dritten Jahrestag feiert die Säuglingsstation im "Nest". "Im Baby-Haus finden sich derzeit 30 Säuglinge, 12 davon wurden zur Adoption freigegeben, die anderen haben Mütter im Gefängnis", schildert Irene Baumgartner. Im Laufe der vergangenen Jahre hätten 180 Babys aus dem "Nest" eine neue Familie gefunden.

Zum Jahresende richten Danko Litric, Irene Baumgartner und Dr. Uta-Elisabeth Düll wieder ein herzliches Dankeschön an die treuen Spender und wünschen ihnen ein frohes Fest und natürlich ein gutes neues Jahr.

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Weitere Informationen:

www.aktion-solidaritaet.de

Bitte um Helfer und SpendenKrankenbetten, Nähmaschinen, Werkzeuge, Fahrräder und auch schon mal einen Traktor - die Mitglieder der "Aktion Solidarität" haben Hilfsgüter aller Art in Container gepackt und nach Afrika oder in den Kosovo gesandt. Dabei wird die Arbeitskraft der Helfer gerade bei der Beladung der Container stark strapaziert. Eine besondere Herausforderung war die Vorbereitung eines 40 Fuß (12,5 Meter) langen Containers. 40 Nähmaschinen wurden in Holzkisten verpackt, Fahrräder oder Rollstühle wurden gereinigt und hergerichtet. Dringend gesucht werden deshalb weitere aktive, hilfsbereite Mitarbeiter.

Natürlich hofft die "Aktion Solidarität" auch weiter auf finanzielle Unterstützung. Spenden können auf folgendes Konto eingezahlt werde: Sparkasse Oberpfalz Nord,IBAN DE67 7535 0000 0008 8286 67, BIC BYLADEM1WEN. (ws)
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