09.02.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Die beliebtesten Vornamen des Jahres 2017 Leon und Emma sind die Renner

Nicht nur in der Mode sind Trends angesagt. Auch bei den beliebtesten Vornamen gibt es immer wieder Wechsel. Und viele Modenamen. Es gibt einige Klassiker, wie Lena oder Maximilian, seit Jahren hoch im Kurs stehen.

Sophie Würths kleines Söhnchen heißt Leon. Am 11. Januar 2018 geboren hält Leon damit den Trend zum beliebtesten Vornamen für Buben im neuen Jahr aufrecht. "Reiner Zufall", lacht die glückliche Mama.
von Ulla Britta BaumerProfil

Der kleine Leon hat am 11. Januar als elftes Kind im neuen Jahr um 0.01 Uhr das Licht der Welt im Kreiskrankenhaus Tirschenreuth erblickt. Leon war 3400 Gramm schwer und 51 Zentimeter lang. "Er ist schon gewachsen", sagt die stolze Mama, Sophie Würth. Leon ist ein ganz normales Baby und ausgesprochen süß. Wie alle Babys der Welt. Dennoch gibt es einen besonderen Grund, warum er es in die Zeitung schafft: Der kleine Mann trägt als "Leon" den beliebtesten Bubennamen 2017 im Landkreis Tirschenreuth!

Dabei war es reiner Zufall, dass gleich zu Beginn des Jahres 2018 wieder ein Leon geboren wurde. Die Eltern Florian und Sophie Würth haben den Vornamen ihres Söhnchens nicht nach der Mode ausgesucht. "Der Name sollte kurz und prägnant sein" erklärt Sophie Würth. Vor drei Jahren hat sich das junge Paar schon mit der Namensgebung eines eventuellen Babys beschäftigt. "Mia" sollte es heißen. Erst später, lacht Sophie Würth, sei man auf den Gedanken gekommen, das Erstgeborene könnte ja auch ein Junge werden.

Um im Fall des Falles gewappnet zu sein, setzten sich die Würths an den Computer und gegoogelt Vornamen für Buben. "Das hat gedauert, bis wir uns beide einig waren: Leon muss es sein!" Übersetzt wird Leon mit "der Kämpfer". Das habe ihnen gefallen: "Wir nannten ihn schon während der Schwangerschaft unseren kleinen Kämpfer!" Tirschenreuth ist inzwischen das einzige Standesamt einzige Standesamt im Landkreis, in dem noch viele Geburten beurkundet werden. Aus einem ganz simplen Grund: Die Neugeborenen müssen in der Stadt beziehungsweise Gemeinde eingetragen werden, in der sie auf die Welt kamen. Und in Tirschenreuth ist das einzige Krankenhaus im Landkreis, in dem es noch eine Geburtsstation gibt.

Leon liegt in der Tirschenreuther Statistik bei den Jungs nur ganz knapp vorn. 7 Eltern von den besagten 303 Geburten haben sich für Leon entschieden, 6 wählten Lukas. Platz 3 und 4 belegen Ben und Noah (jeweils 5 Babys).

Emma bundesweit vorn

Nicht nur im Landkreis Tirschenreuth, sondern bundesweit ist der beliebteste Mädchenname im Jahr 2017 "Emma". Das war 2014 bundesweit schon so, und jetzt hat es Emma auch im Landkreis auf den ersten Platz geschafft. "7 von 303 im Jahr 2017 in Tirschenreuth geborene Babys heißen Emma", wertet Irina Weiß von der Tirschenreuther Stadtverwaltung die Statistik aus. Ebenfalls sehr begehrt, berichtet die Standesbeamtin, seien Ida und Laura gewesen, sowie Ella (jeweils 5 Babys), gefolgt von Lena, Lina, Lia und Sophia (jeweils 4 Babys). Alles moderne Namen. Aber es gibt auch Beständigkeit: Seit vielen Jahren unter den beliebtesten Namen ist Lena. Marie dagegen sei im vergangenen Jahr in der Favoritenliste gesunken, sagt Irina Weiß.

Vornamen können übrigens nicht wahllos ausgesucht werden. "Da gibt es schon strenge Kriterien, die erfüllt sein müssen", so die Standesbeamtin weiter. Es sei zum Beispiel verboten, Kindern Städtenamen zu geben, nennt sie als Beispiel. So könnten Eltern ihren Sohn oder ihre Tochter niemals mit dem Namen "Tirschenreuth" eintragen lassen. Um solche und andere Absurditäten im Voraus zu vermeiden, müssten ausgefallene Namen im Leipziger Institut für Namensforschung an der Universität Leipzig auf Eintragungsfähigkeit geprüft werden, erklärt Weiß weiter. Verantwortlich seien dafür immer die Eltern. "Deren Pflicht ist es, sich vorher kundig zu machen."

Seit im Landkreis auch häufiger Ausländerkinder zur Welt kommen, hat das Standesamt dennoch ein waches Auge auf die Namensgebung. Irina Weiß erinnert sich an ein ausländisches Elternpaar, das sein Baby nach einem Fluss benennen wollte. "Den genauen Namen habe sie leider vergessen", bedauert die Stadtmitarbeiterin. Aber sie weiß noch, wie das Ganze ausging: "Leipzig hat den Antrag der Eltern tatsächlich genehmigt!" Für arabischen Kinder gebe es eine Liste der gängigen Namen, antwortet Irina Weiß auf die Frage, wie das Standesamt mit den aktuell unzähligen, kaum lesbaren Namen der Migranten zurechtkommt.

Die Standesbeamtin hat die Namenswahl übrigens schon lange hinter sich. Ihre drei Kinder heißen Tobias, Maximilian und Marilla. Das sei vor gut 20 Jahren gewesen. "Aber die sind immer noch in!"

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