Die wohl nettesteste Kollegin am Amtsgericht Tirschenreuth ist eine Katze
Liebenswerter Einbrecher auf vier Pfoten

Mieze gehört schon fast zum Amtsgericht wie Fischhofbrücke und Fischhofteich. Bild: ubb
Vermischtes
Tirschenreuth
30.08.2017
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Das ist Mieze. Oder Kater. Welchem Geschlecht der grauweiße Einbrecher angehört, das weiß keiner genau. Und niemand weiß, wie sie heißt. Dennoch gehört Mieze zum gewohnten Alltag der Mitarbeiter des Amtsgerichtes Tirschenreuth. Denn Mieze ist (fast) so pünktlich wie die Richter, Rechtsanwälte, Schöffen, Verwaltungsleute und wer sonst alles täglich im Fischhof seiner Arbeit nachgehen muss.

"Wenn ich komme gegen 7.15 Uhr, ist sie da", erzählt Konrad Schedl. Also gehört Mieze - ebenso wie der Justizoberinspektor - zu den Frühaufstehern. Es soll aber auch Kollegen geben, die es bereits gegen 6.30 Uhr in ihre Arbeitsstätte zieht. Sogar diese treffen Mieze regelmäßig vor dem mächtigen Amtsportal an, erzählt Schedl. Oftmals hat sie es sich zur frühen Morgenstunde direkt auf den Treppen vor dem Eingang bequem gemacht. Ein schlauer Trick, denn damit kommt niemand an dem samtweichen Wächter vorbei. Launisch wie Katzen sind, lässt sie sich einmal streicheln, dann wieder nicht. Wobei sie gegen kleine Leckereien rein gar nichts einzuwenden hat. Das fordert sie aus den Taschen einiger Amtsleute ein, die es sich angewöhnt haben, vor der Arbeit neben ihren Akten auch Katzenfutter einzustecken.

Warum die Hauskatze jeden Morgen kommt, darüber wird seit drei Jahren gerätselt. Eine derart ausdauernde Treue führt im Amt zudem zur Sorge, bleibt Mieze einmal weg. "Hast du unsere Katze heute schon gesehen?", wird da sofort durchgefragt. Und jeder achtet sorgsam darauf, dass Mieze ja nicht versehentlich in einer dunklen Amtsstube eingesperrt wird. Dabei kann sie grundsätzlich nicht ein- oder ausgesperrt werden. Hochnäsig ignoriert sie jedes Eintrittsverbot und spaziert im Innenhof des Gebäudes zu jeder Zeit frech umher, selbst wenn dieser während der Nacht- oder Schließzeiten verriegelt wird. Ganz Katze macht sich die kleine Einbrecherin ganz dünn und schlüpft durch die Eisenstäbe des schweren Gittertors.

"Sicherlich hat sie in der Nähe eine Familie", sinniert Konrad Schedl darüber nach, wo der Stubentiger seinen Hauptwohnsitz haben könnte. "Und manchmal ist sie auch beim ,Seenario' zu sehen. Aber da bleibt sie nicht lang", fügt er an. Klingt da nicht ein wenig Eifersucht mit über diese Treulosigkeit?
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