13.02.2018 - 20:10 Uhr
Tirschenreuth

Ein "Abend zum Nachdenken" mit Diözesansekretär Markus Nickl Altersarmut kann jeden treffen

"Kinder haften für ihre Eltern" oder "Die Geschichte vom Unterhalt für die Eltern und dem psychologischen Dilemma" hatte Diözesansekretär Markus Nickl aus Weiden seinen "Abend zum Zuhören - Nachdenken und Diskutieren" bei der KAB überschrieben. Über 50 Zuhörer konnte Vorsitzender Thomas Pinzer im Pfarrheim zu diesem Informationsabend begrüßen.

"Werben sie für Testament und Betreuungsverfügung", appellierte Diözesansekretär Markus Nickl beim Vortrag der KAB. Bild: exb
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Zu Beginn gleich das Wichtigste, so der Referent: "Halten sie Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern, werben sie für Testament und Betreuungsverfügung, reden sie mit ihren Eltern, Kindern und Geschwistern über Geld und das vorhandene Vermögen." Wenn der Pflegefall eintritt, greife Sozialstaatsprinzip, das heißt, der Staat springt ein (Sozialhilfe). Dieser versuche natürlich, sich das Geld wieder zu holen. Reiche das Vermögen der Eltern nicht aus, entstünden Ansprüche an die Kinder der gepflegten Personen. Es bleibe die Diskussion, ob es eine Frage der Ehre ist, für seine Eltern einzustehen oder ob der Staat in seiner Vorsorgefunktion versagt hat, so Nickl.

Es kann jeden treffen: Altersarmut unter dem Sozialhilfesatz oder Pflegebedürftigkeit im Alter. Vor allem bei einer Heimunterbringung betragen die Kosten häufig mehr als 3000 Euro im Monat, davon übernimmt die Pflegeversicherung maximal 1612 Euro. Für den fehlenden Restbetrag springe zuerst das Sozialamt ein. Dieses versucht aber die entstanden Kosten bei den Kindern des Bedürftigen zurückzufordern. Allerdings müssten die Kinder laut Nickl schon über ein sehr hohes Einkommen verfügen, damit sie zu Unterhaltszahlungen gegenüber den Eltern herangezogen werden können. Der Referent machte vor allem auf das Dilemma der Pflegenden und ihrer Kinder aufmerksam. Natürlich dürfe niemand arm werden, weil er Angehörige Eltern unterstützen muss. Sich vorab zu informieren und mit den Eltern und Geschwistern darüber reden sei der sinnvollste Weg.

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