28.02.2018 - 20:22 Uhr
Tirschenreuth

Erfolgsstory am Arbeitsmarkt

Mit einer Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent brummt der Arbeitsmarkt im Landkreis Tirschenreuth weiter. Auch für Ungelernte tun sich Chancen auf, beruflich wieder Fuß zu fassen.

von Externer BeitragProfil

Die gute Wirtschaftslage bringt beste Beschäftigungschancen und spiegelt sich in den 674 gemeldeten Arbeitsstellen wider. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Februar auf 1594 und lag damit um ca. 280 niedriger als im Vorjahr. Thomas Franz, Leiter der Agentur für Arbeit Tirschenreuth: "Der Landkreis kann eine Erfolgsgeschichte am Arbeitsmarkt vorweisen. Binnen zehn Jahren sank die Arbeitslosigkeit hier von ca. 2950 auf aktuell rund 1590 Personen. Die momentane Auftragslage und der damit verbundene hohe Einstellungsbedarf der Betriebe sprechen auch in den nächsten Monaten für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit."

Weniger Winterarbeitslose

Rund 390 Menschen haben sich in den vergangenen vier Wochen arbeitslos gemeldet. Diese Zahl lag deutlich unter den Vorjahreswerten, vor allem weil wesentlich weniger Winterarbeitslose gemeldet waren. Mittlerweile gibt es eine steigende Zahl an Mitarbeiter aus Betrieben aus dem Bau-, Bauneben- und Ausbaugewerbe, die in der kalten Jahreszeit weiterbeschäftigt werden bzw. Resturlaub oder Überstunden abbauen.

Ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten im gleichen Zeitraum 473 Personen. "Trotz momentan frostiger Temperaturen ist die Nachfrage an qualifizierten Arbeitskräften groß", kommentiert Franz. "Bereits jetzt erfolgen zahlreiche Einstellungen in den wetterabhängigen Branchen. Viele witterungsbedingt frei gesetzte Arbeitnehmer haben aber mittlerweile unbefristete Arbeitsverhältnisse angenommen." Mit 989 arbeitslos gemeldeten Männern und 605 erwerbslosen Frauen reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Wochen um rund 80 Personen.

Mit Blick auf das Vorjahr zieht der Leiter für alle Personengruppen eine positive Bilanz: So sank die Zahl der Arbeitslosen, die älter als 50 Jahre sind, um 7 Prozent auf 723 Personen. Zugleich verringerte sich die Zahl der arbeitslosen Menschen ausländischer Herkunft auf 182 und die der arbeitslosen Schwerbehinderten auf rund 180. Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahre sank um 15 Prozent auf 163.

Im Februar enden die dreieinhalbjährigen Berufsausbildungen, so dass in den nächsten Wochen mehr junge Fachkräfte am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen werden. Mit Blick auf die demografische Entwicklung bieten die regionalen Betriebe deutlich mehr Übernahmemöglichkeiten als in den Vorjahren. "Für die gut ausgebildeten Jugendlichen, die sich auf Arbeitssuche begeben, finden sich vergleichsweise schnell neue Arbeitgeber", erläutert Franz. "Zeitgleich startet mit dem Halbjahreszeugnis für viele junge Menschen die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Eine Plattform zum Kennenlernen bietet am 21. April auch die Weidener Ausbildungsmesse in der Max-Reger-Halle mit über 110 Ausstellern", so Franz.

Fachkräfte mit Chancen

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. In beiden Rechtskreisen sanken die Arbeitslosenzahlen. Die Agentur für Arbeit betreute 893 Personen in der Arbeitslosenversicherung, ca. 190 Menschen weniger als im Februar 2017. Das Jobcenter Tirschenreuth war für 701 arbeitslose Menschen erster Ansprechpartner. Im Vorjahr waren 792 Arbeitslose in Betreuung. "Erfreulich war, dass Langzeitarbeitslose und auch junge Menschen in beiden Rechtskreisen von der guten Arbeitsmarktentwicklung profitieren", informiert Franz. Die besten Beschäftigungschancen bieten sich nach wie vor Fachkräften. Dem Arbeitgeber-Service waren im Berichtsmonat 674 offene Arbeitsstellen gemeldet, davon 648 sozialversicherungspflichtig. Eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften war in den Produktions- und Fertigungsberufen (262 Stellen) zu verzeichnen, in der Branche Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (117) und in Sozialberufen sowie im Gesundheitsbereich (88). Oftmals genügt eine Facharbeiterqualifikation, um auch in Fremdberufen Fuß fassen zu können.

Zunehmend nutzen Firmen die Angebote der Agentur auch, um ungelernte Arbeitnehmer zu qualifizieren.

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