Familienpreis für Indien-Hilfe

Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche, Schulen, Kirchenverwaltung, kirchlichen Vereinen und Organisationen waren der Einladung zum Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinde gefolgt. Bilder: heb (3)
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Tirschenreuth
09.01.2018
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Stadtpfarrer Georg Flierl (links) und Chorleiter Wilhelm Heidtmann (rechts) dankten den treuen Chorsängerinnen Maria Schmeller, Theresia Mayerhöfer und Annemarie Völkl.

Menschen, die tatkräftig mit anpacken, stehen traditionell im Mittelpunkt beim Neujahrsempfang der katholischen Pfarrgemeinde. Diesmal sind drei Damen dabei, die weit über 60 Jahre lang den Kirchenchor verstärkt haben.

Viele Ehrengäste hieß Stadtpfarrer Georg Flierl willkommen. Der Empfang bot den würdigen Rahmen für die Vergabe des Familienpreises und der Ehrung verdienter Unterstützer der Pfarrei. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Kirchenchor unter der neuen Leitung von Wilhelm Heitmann.

Deutliche Worte fanden die Ehrengäste. Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler sah derzeit christliche Traditionen und Werte zurückgedrängt. Wenn an einem Lüneburger Gymnasium die Weihnachtsfeier wegen der Beschwerde der Eltern einer muslimischen Schülerin in die unterrichtsfreie Zeit verlegt werde, würde ein falscher Weg aufgezeigt. Wenn ein Martinszug in Berlin in Sonne-Mond-und-Sterne-Fest umbenannt werde, sei dies falsche Toleranz.

"Falsche Toleranz"

Und wenn ein großer Lebensmitteldiscounter auf seiner Verpackung mit der Ansicht der griechischen Insel Santorin das Kreuz wegretuschiere, sei dies unverständlich. "Es kann nicht sein, dass wir uns an die neuen Mitbürger anpassen müssen", sagte Scheidler. Andererseits werde in der Region, besonders in Tirschenreuth, der christliche Glaube noch gelebt. Die Monatswallfahrten und die Kirchenzüge bei großen Festen seien Beleg dafür. Bürgermeister Franz Stahl verwies auf die große Unterstützung der Kirche durch die Stadt. Kontinuität sei bei der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort stets da. Veränderungen in der Gesellschaft brächten neue Chancen, würden aber auch Mut erfordern. Wichtig sei, sich ab und an einen Spiegel vorzuhalten. Auch der Papst stehe für Veränderungen, er breche alte Krusten auf.

Martina Reichl, Konrektorin der Grundschule, sah die Herausforderungen für die Lehrkräfte vervielfacht, Respekt und Wertschätzung beizubringen. Man müsse offen bleiben für andere. Ein "buntes Leben" bringe auch Chancen. Kindern müssten Grenzen aufgezeigt, aber auch Vorbilder gegeben werden.

Quellen anzapfen

Pfarrer Martin Schlenk aus Mitterteich, der derzeit die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Tirschenreuth betreut, stellte das Jahresmotto "Gott spricht, ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst" vor. Diese Quellen seien schon jetzt zu finden, etwa in anderen Menschen, in Gottesdiensten, im stillen Gebet oder in der Taufe. Vielleicht sei die Quelle verschüttet, doch Wasser bahne sich immer seinen Weg.

Eine ganze Reihe Ehrungen vergab Stadtpfarrer Georg Flierl. Außergewöhnlich war die Auszeichnung für drei Chormitglieder: Maria Schmeller sang 64 Jahre im Kirchenchor, Theresia Mayerhöfer war 77 Jahre aktiv und Annemarie Völkl 78 Jahre. Sie erhielten Ehrennadeln und Urkunden des Cäcilienverbandes. Chorleiter Wilhelm Heidtmann verlas dazu auch ein würdigendes Schreiben des Regionalkantors und stellte fest: "Sie singen länger, als die englische Queen regiert!"

Der Familienpreis 2018 ging an die Steyler Missionare. Pater Helmut Stadermann nahm den Preis mit finanzieller Zuwendung entgegen und wird den Betrag für das derzeitige Hilfsprojekt in Zentralindien weiterleiten. In Bhopal hausten 15 000 bis 20 000 Familien in Slums und lebten vom Verkauf aus der Müllsammlung. Am schlimmsten betroffen seien die Kinder, die dem ständigen Unrat und giftigen Dämpfen ausgesetzt seien. Kombiniert mit mangelnder Schulbildung würden sie ohne Hilfe nie aus dem "Kreislauf des Elends" herauskommen. Pater Simon James versuche hier, auch als Sozialhelfer mit entsprechenden Einrichtungen Bildung zu vermitteln. Zu den weiteren Zielen gehörten Gesundheitszentren und Erwachsenenbildung. Die Unterstützung für Bhopal sei von Pater Martin Neuhauser eingefädelt worden, der wegen seiner Erkrankung nicht vor Ort sein konnte, erklärte Pater Stadermann und stellte Pater Yosef Bugalit vor, der das Team auf St. Peter verstärkt. (Bericht über weitere Ehrungen folgt)
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