11.04.2018 - 20:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Feuerkinder-Einsatz in Tansania Wiedersehen nach TV-Auftritt

Seit 19 Jahren hilft die Aktion Feuerkinder in Tansania. Beim ersten Einsatz 2018 führt ein zehnköpfiges Team 55 meist sehr ausgedehnte Operationen durch und behandelt 200 Patienten ambulant.

Shakshia und ihre Mama schauen bei Dr. Annemarie Schraml vorbei. Das Kind ist auch in Deutschland bekannt. Schließlich zeigte das ZDF im Dezember das Mädchen mit den ausgeprägten O-Beinen in einem Film für die Spendengala "Ein Herz für Kinder". Bilder: exb (2)
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Die Ärzte und Helfer unter Leitung von Dr. Annemarie Schraml waren im März 16 Tage vor Ort. Die Feuerkinder behandelten sie wieder im Nkoaranga-Krankenhaus im Norden Tansanias. Eine große Freude war für die Waldsassenerin, dass Shaksia, das Mädchen mit den ausgeprägten O-Beinen, die im Film für die Gala "Ein Herz für Kinder" gezeigt wurde, mit geraden Beinchen und gut gehfähig zur Vorstellung kam.

Die Mutter des Mädchens bedankte sich überschwänglich für die Operationen. In diesem Zusammenhang weist die Stiftländerin darauf hin, dass "der Fernsehbeitrag sehr positiv für unser Projekt war und die Unterstützung zugenommen hat".

Warteliste nötig

Am ersten Tag des Einsatzes waren alleine durch Mund-zu-Mund-Propaganda 120 Kinder und Jugendliche zur Voruntersuchung gekommen. "Viele mussten wir wieder auf einen späteren Einsatz vertröstet", erklärt die Stiftländerin. Es wurde eine spezielle Warteliste erstellt. Es sei geplant, dass im Herbst ein weiterer Einsatz durchgeführt wird, um diese jungen Menschen zu operieren.

Viele Jugendliche waren aus bis zu 1500 Kilometer Entfernung angereist und bereits im Plasterhouse in Arusha mittels Gipsverbänden auf die Klumpfußoperation vorbereitet worden. Im März weihte auch Bischof Elias Kitoi Nasari die neue Röntgenanlage im Nkoaranga-Krankenhaus, die mehrere Rotary-Clubs und das Feuerkinder-Projekt finanziert haben, ein. Diese sei ein großer Gewinn für das Hospital und besonders für die Patienten, die nun nicht mehr weite Wege zur Anfertigung eines Röntgenbilds zurücklegen müssten. Als nächstes soll ein Stromstabilisator (Kosten: 40 000 Euro) für das Krankenhaus angeschaffte werden.

Mit im Team waren diesmal Anästhesist Dr. Klaus Schwendner, Dr. Angela Tautrim, Kinderneurologin Dr. Mirjam Triebel sowie die OP-Schwestern Sabine Frei und Charlotte Angermeier. Wertvolle Arbeit habe Orthopädietechnikermeister Andreas Rieppel geleistet, der schon zum neunten Mal mit vor Ort war. Wichtig für den Einsatz sei gewesen, dass Grace Ayoo-Küffner das Team - nun seit 19 Jahren - unterstützt und sämtliche bürokratischen Arbeiten bezüglich der Aufnahme und Versorgung der Patienten, die Verbandswechsel und das Anlegen der Gipsverbände durchführt hatte.

Das vom Feuerkinder-Projekt finanzierte Medizinstudium unterbrach Godnester Muungure für kurze Zeit, um mitzuhelfen. In sie setzt Schraml die große Hoffnung, das Operationsprojekt einmal weiterzuführen. Die per Luftfracht gesandten medizinischen Materialien wurden erst nach einem aufwendigen Genehmigungsweg zwei Tage nach Ankunft des Teams aus dem Kilimanjaro-Flughafen freigegeben und ins Krankenhaus transportiert. Am Folgetag starteten die Operationen.

Dorfarbeit wiederbelebt

Laut Schraml führte das Team 55 meist sehr aufwendige Klumpfußoperationen und Achskorrekturen durch. Da Professor Johannes Hamel mit dabei war, konnte die Stiftländerin an manchen Tagen auch tagsüber organisatorische Gespräche führen. Dadurch erreichte sie eine Wiederbelebung der sogenannten Dorfarbeit und eine Unterstützung von armen Patienten, die sich eine medizinische Behandlung nicht leisten können. "Höchst erfreulich war der Besuch bei zwei ehemaligen Patientinnen, die im letzten Jahr die Schneiderlehre im Reha-Centrum Usa River abgeschlossen haben." Auch die Mutter der beiden Mädchen war angereist. Da die Familie in armseligen Verhältnissen in einer unwirtlichen, äußerst trockenen Minengegend lebe, sei geplant, für die Familie ein Haus mit Wasser- und Stromanschluss in einer besseren Gegend zu bauen.

An einem Wochenende besuchte die Waldsassenerin auch die neuen tansanischen Schwestern, die die Dispensary der mittlerweile aus Altersgründen in das Schweizer Kloster Baldegg zurückgekehrten Schwester Blasia übernommen haben. Wiederum sehr hilfreich seien die vielen Mützen, Socken und handgestrickten Decken, die an die Kinder weitergegeben wurden, gewesen.

"Trotz mancher positiven Entwicklungen ist die Not und Armut in Tansania noch sehr groß", bittet die Ärztin weiterhin um Unterstützung des Feuerkinder-Projekts. Dabei verweist sie auf ein Spendenkonto bei der Evangelischen Bank Kassel (IBAN DE53 5206 0410 0 103 509 982).

Vortrag in Erbendorf

Erst kürzlich aus Tansania heimgekehrt, hält Dr. Annemarie Schraml am Donnerstag, 19. April, um 20 Uhr einen Bildervortrag im Kolpinghaus in Erbendorf. Die Kolpingfamilie sowie der Frauen- und Mütterverein und der Pfarrgemeinderat laden dazu ein. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. (exb)

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