23.02.2018 - 20:00 Uhr
Tirschenreuth

Hauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth Nur mit Zertifizierung

Die Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth wächst. Nach 27 Neuaufnahmen hat sie nun 1313 Mitglieder, die eine Fläche von 12 537,59 Hektar bewirtschaften.

"Ein Motorsägenkurs alleine reicht nicht aus, um Gefahren der Waldarbeit sicher zu erkennen." Zitat: FBG-Vorsitzender Johann Meister
von Konrad RosnerProfil

Insgesamt, so der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG), Wolfgang Beer, wurden im vergangenen Jahr 51 434 Festmeter Holz vermarktet (Bericht folgt). Zu Beginn der Jahreshauptversammlung freute sich Vorsitzender Johann Meister über ein voll besetztes Kettelerhaus, dies unterstreiche das Interesse der Mitglieder an der FBG. In seinem Rechenschaftsbericht betonte Meister, dass das Ringgebiet der Forstbetriebsgemeinschaft von Kalamitäten weitgehend verschont geblieben sei. Die gefürchteten Käferprobleme sein Dank der konsequenten Vorgehensweise nur vereinzelt aufgetreten. Dennoch forderte er alle auf, wachsam zu sein und die Wälder auf Befall von Schadinsekten zu überprüfen. Der Holzmarkt sei im Sommer unter Druck geraten, als der Sommersturm "Kolle" im Raum Passau zugeschlagen und es enorme Mengen an Windwurf- und Bruchholz gegeben habe. Durch die enormen Niederschläge Ende des Jahres sei ein Holzeinschlag fast unmöglich gewesen, der Holzmarkt sei fast zum Stillstand gekommen. Meister ging auch auf den "Ostbayern-Ring" ein. Der Trassenverlauf werde im Herbst bekannt gegeben. Dabei würden wohl auch Rodungsarbeiten anstehen. Falls es Fragen dazu gebe, sollte man sich mit Geschäftsführer Wolfgang Beer in Verbindung setzen. Die FBG werde allles Notwendige organisieren und eine optimale Holzvermarktung sicher stellen.

Lob für Gradl

Ein Lob hatte der Vorsitzende für Förster Gerhard Gradl, der seit zwei Jahren bei der FBG sei. Dessen Hauptarbeitsbereich sei die Bewirtschaftung der Forsteinrichtung der Stadt Tirschenreuth, dazu gehören auch die Baumkontrolle und die Straßensicherungseinrichtungen innerhalb der Stadtgrenzen. Zudem sei er in Bärnau für den Wald der Kommunal GmbH zuständig. Große Sorgen bereiten Meister die enorme Zunahme an Unfällen im Wald. "Ein Motorsägekurs alleine reicht nicht aus, um Gefahren, die mit der Waldarbeit verbunden sind, sicher zu erkennen". Die FBG biete Kurse an, die die Fertigkeiten bei der Waldarbeit verbessern sollen. Zudem mahnte er an, beim Ausleihen von Maschinen der FBG vorher unbedingt die Gebrauchsanweisung durchzulesen und die Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

Zertifizierung nötig

Ohne eine Zertifizierung, so Meister, sei es einer FBG kaum, möglich Holz zu vermarkten. Für die abnehmende Sägeindustrie sei Holz ohne Label kaum verwendbar. Mitglieder der FBG seien jedoch automatisch zertifiziert. Ein Einhaltung der Standards werde mit Stichproben überprüft.

Mit nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen billigten die Mitglieder ein Darlehen in Höhe von 650 000 Euro für die Holzenergie GmbH, einer Tochtergesellschaft der FBG. Die Holzenergie will von diesem Geld einen neuen "Hacker" kaufen, der Alte habe ausgedient.

Aurelia Haberkorn gab einen umfassenden Kassenbericht ab. Den anschließenden Entlastungsbericht trug Engelbert Meier vor, ehe die Vorstandschaft und die Rechnungsführerin einstimmig entlastet wurden. Geschäftsführer Wolfgang Beer stellte den Haushaltsplan für 2018 vor, der ebenso einstimmig verabschiedet wurde.

Abschließend referierte Florian Krüger von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft aus Freising, zum Thema "Auswirkung von Klimawandel und Forstschädlingen auf unsere Waldbaumarten".

Ein Motorsägenkurs alleine reicht nicht aus, um Gefahren der Waldarbeit sicher zu erkennen.FBG-Vorsitzender Johann Meister

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